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Erbe von Grundbesitz in Deusch/Amerikanischer-Ehe


09.02.2007 10:55 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Meine Frau ist Amerikanerin (geboren in Florida, letzter Wohnsitz Kalifornien), ich bin Deutscher und wir leben in Zugewinngemeinschaft, ohne Kinder. Wir wollen ein Grundstück kaufen und uns beide im Grundbuch als Eigentümer eintragen lassen. Das Geld für den Kauf stammt ausschliesslich von mir (Kapital vor der Eheschliessung schon vorhanden).

Uns interessieren drei Dinge:
- was passiert bezüglich des Erbes, wenn ich sterbe und wie kann erreicht werden, daß meine Hälfte des Grundbesitzes komplett auf meine Frau übertragen wird? Kann ihre schon im Grundbuch eingetragene Hälfte des Besitzes angefochten werden (da das Geld ja nicht von ihr stammte)?
- was passiert, wenn sie stirbt - erbt ihre Verwandschaft mit bzw. muß ich von ihrem Anteil Erbschaftssteuern zahlen (obwohl das Geld ja schon von mir verdient und versteuert wurde?)
- was passiert bei einer Scheidung - wird das Grundstück separat gehandhabt oder gilt das Prinzip der Zugewinngemeinschaft?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragestelungen sind sehr komplex und lassen sich aufgrund der vorhandenen Informationen nur summarisch beantworten. Dies sollte aber ausreichen, Ihnen eine erste Orientierung zu geben:

Zunächst haben Sie die Möglichkeit, mittels Testament oder Erbvertrag letztwillig zu verfügen, dass Ihr Miteigentumsanteil auf Ihre Ehefrau übergehen soll. Das Testament muss entweder eigenhändig (also auch handschriftlich) oder mittels notarieller Beurkundung aufgesetzt werden. In Ihrem Falle würde ich dringend die notarielle Beurkundung empfehlen, auch vor dem Hintergrund, dass hier ein internationaler Bezug zum Heimatrecht Ihrer Ehefrau in Betracht kommt.

Vor dem Hintergrund der von Ihnen überlassenen Informationen greift sowohl nach dem internationalen Privatrecht in Deutschland, aber auch nach kalifornischem Recht im Hinblick auf die Lage des Grundstücks in Deutschland das deutsche Recht. Um hier aber eine abschließende Rechtssicherheit zu schaffen, sollten Sie vom Notar auch die Rechtswahl beurkunden lassen, dass also deutsches Recht als Erbrecht gelten soll.

Im Falle Ihres Vorversterbens vor Ihrer Ehefrau kommt eine von Ihnen angesprochene Anfechtung nicht in Betracht. Sofern allerdings noch Erb- oder Pflichteilsberechtigte vorhanden sind, was ich mangels mir vorliegender Informationen nicht einschätzen kann, könnte sich dies noch auswirken.

Verstirbt Ihre Ehefrau vor Ihnen, könnte ebenfalls eine testamentarische oder erbvertragliche Regelung zu Ihren Gunsten greifen, die andere Angehörige von dem Zugriff auf das Grundstück ausschließt. Haben Sie Verständnis dafür, dass ich diese Gestaltungsmöglichkeiten nicht hier darstellen kann, ein von Ihnen zu beauftragender Notar ist dazu jedoch unter Beachtung Ihrer Wünsche sehr wohl in der Lage. Wie gesagt, ich empfehle für diesen Fall auch ausdrücklich die vertragliche Rechtswahl deutschen Rechts, um hier icht amerikanischen Anspruchstellern vor amerikanischen Gerichten ausgesetzt zu sein.

Das Erbschaftssteuerrecht orientiert sich (z. Zt. noch) an den §§ 145 ff. BewG, wobei das Bundesverfassungsgericht diese Regelungen jüngst für verfassungswidrig erklärt hat. Nach aktueller Rechtslage würde für Sie beim Erwerb des Miteigentumsanteil Erbschaftsteuer anfallen, sofern der Wert nicht unterhalb des Ihnen zustehenden Freibetrages liegen würde (z. Zt. 256.000,00 € bei Ehegatten).

Das Grundstück spielt im Falle einer Scheidung selbstverständlich eine Rolle, sowohl beim Zugewinnausgleich als auch bei der weiteren Vermögensauseinandersetzung. Hier würde sich ebenfalls eine ehevertragliche Lösung beim Notar anbieten.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Ralf Kunold


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