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Erbe versteigern bei Insolvenzverfahren

12.06.2011 09:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Hallo, ich brauche dringend einen Rat. Ich habe vor ein paar Jahren, nach dem Tod meiner Mutter zusammen mit meiner Schwester eine Wohnung geerbt, jeweils zu 1/2. Jetzt steht bei mir die PrivatInsolvenz an. Der Treuhänder, der schon bei mir war hat meiner Schwester und meiner Tochter (die seit langer Zeit in der Wohnung wohnt) angeboten mein Anteil abzukaufen. Es ist allerdings aus finanziellen Gründen nicht möglich. Dann sagte er, wenn meine Schwester die Wohnung nicht freiwillig verkauft, wird die ganze Wohnung zwangsversteigert und sie bekommt ihre Hälfe vom Geld. Kann sie nach deutschem Recht gezwungen werden ihr Anteil zu verkaufen? Kann das geerbte beim Insolvenzverfahren weggenommen werden?

Vielen Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Ihre beiden Fragen beantworte ich gleich:
Grundsätzlich muss der hälftige Eigentumsanteil der Wohnung in Ihrer anstehenden Privatinsolvenz verwertet werden (§165 InsO).
Dabei ist leider unerheblich, ob Sie die Immobilie geerbt oder gekauft haben.
Allerdings kann Ihre Schwester nicht gezwungen werden, Ihren Anteil an der Wohnung zu verkaufen.

Für Ihren Treuhänder besteht aus diesem Grunde die Möglichkeit, eine sogenannte Teilungsversteigerung (§§ 180 bis 185 ZVG) durchzuführen.

Eine Teilungsversteigerung ist ein Sonderfall der Zwangsversteigerung, wobei nur der Teil der Immobile der zwangsweisen Verwertung zugeführt wird, der Ihnen gehört. Diesen Antrag stellt in der Insolvenz der Treuhänder. Folge der Teilungsversteigerung wäre, dass der Erlös Ihres
Anteils in die Insolvenzmasse einfließt und zur Befriedigung Ihrer Gläubiger dient.

In der Praxis sieht es aber so aus, das sich Treuhänder in Fällen von Miteigentum häufig davor scheuen, die zwangsweise Verwertung eines Anteils an einer Immobilie durchzuführen.
Die Zwangsversteigerung führt in der Regel zu Mindererlösen (Bietinteressenten orientieren 7/10 Grenze) und bei einer Teilungsversteigerungen kommen noch die schlechten Erfolgsaussichten einer Verwertung hinzu.
Ein „normaler" Bieter, der eine Immobilie erwerben möchte, wird in der Regel kein Interesse am Erwerb eines Anteils an einer Eigentumswohnung haben.

Um diese Problematik zu umgehen, wird versucht, die Miteigentümer in den Vorgang einzubinden.
Der Treuhänder ist ja bereits an Sie herangetreten und hat angeboten, Ihren Anteil zu erwerben.

Die wohl beste Lösung wäre, dass Ihre Schwester Ihren Anteil auf Grundlage einer aktuellen Verkehrswertermittlung, aus der Masse freikauft, so sie über die finanziellen Möglichkeiten verfügt.
Wenn aber keiner dieser Wege beschritten werden kann, wird Ihr Anteil wohl im Rahmen einer Teilungsversteigerung verwertet werden.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine günstigere Antwort erteilen konnte und wünsche Ihnen noch ein schönes Pfingstfest!

Nachfrage vom Fragesteller 12.06.2011 | 22:00

Vielen Dank für so schnelle Antwort!

Ich möchte nochmal sicherheitshalber nachfragen: ist es richtig, dass der Treuhänder nur meinen Anteil versteigern kann? Weil er hat zu meiner Schwester gesagt, es mache keinen Sinn die halbe Wohnung zu verkaufen (" wer kaufts schon!"), deswegen wird sie als ganze versteigert.

Ist es nur eine Möglichkeit sie zu überzeugen meinen Anteil abzukaufen oder hat er das Recht eine ganze Wohnungsversteigerung zu beantragen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.06.2011 | 09:16

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte entschuldigen Sie, ich habe mich nicht deutlich ausgedrückt. Grundsätzlich hat der Treuhänder keinen Anspruch auf die Hälfte Ihrer Schwester.

Aber im Rahmen eines Antrags nach § 180 ZVG (Aufhebung der Gemeinschaft) kann er dann das gesamte Objekt versteigern lassen. Ihrer Schwester
wird dann Ihr Erlös ausgezahlt. Eine Versteigerung nur Ihres Anteils hält er wohl für aussichtlos, wie Sie es schildern.

Daher war meine Empfehlung, dass Ihre Schwester Ihren Anteil erwirbt.

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