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Erbe in Griechenland ausschlagen


17.12.2014 08:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Ihre Frage betrifft das internationale Erbrecht (Internationales Privatrecht). Deutsches und/oder griechisches Erbrecht könnte zur Anwendung kommen.


Guten Tag,

folgender Sachverhalt:
Der Erbfall ist vor ca. 6 Monaten eingetreten.
Der Erblasser hatte seinen letzten Wohnsitz in Deutschland.
Hierzu wurde bereits in Art. 1847 § 2 ZGB recherchiert.

Das Erbe in Deutschland wurde angenommen und der deutsche Erbschein wurde ausgestellt.
Nachdem die Erbangelegenheit in Deutschland weitestgehend abgearbeitet war, fand man heraus, dass es Erbmasse im Ausland gibt. Der Erbschein wurde entsprechend ergänzt.
Der aktualisierte Erbschein sowie die Sterbeurkunde liegen mit Apostillen für die weitere Bearbeitung vor.

Es existiert eine zur Erbmasse gehörende Immobilie in Griechenland.
Der Erbe hat kein Interesse an dieser Immobilie.
Kann das Erbe in Griechenland rechtlich getrennt vom deutschen Erbe ausgeschlagen werden?
Für eine kurze und zeitnahe Antwort danke ich Ihnen im Voraus.

Freundliche Grüße

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich im hiesigen Format (www.frag-einen-anwalt.de) wie folgt beantworten:

Ihre Frage betrifft das internationale Erbrecht (Internationales Privatrecht). Deutsches und/oder griechisches Erbrecht könnte zur Anwendung kommen.

Das deutsche internationale Privatrecht (IPR) ist u.a. im Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche (EGBGB) geregelt.

Art 25 Rechtsnachfolge von Todes wegen

(1) Die Rechtsnachfolge von Todes wegen unterliegt dem Recht des Staates, dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes angehörte.

(2) Der Erblasser kann für im Inland belegenes unbewegliches Vermögen in der Form einer Verfügung von Todes wegen deutsches Recht wählen.

Art 26 Verfügungen von Todes wegen

(1) Eine letztwillige Verfügung ist, auch wenn sie von mehreren Personen in derselben Urkunde errichtet wird, hinsichtlich ihrer Form gültig, wenn diese den Formerfordernissen entspricht
1. des Rechts eines Staates, dem der Erblasser ungeachtet des Artikels 5 Abs. 1 im Zeitpunkt, in dem er letztwillig verfügt hat, oder im Zeitpunkt seines Todes angehörte,
2. des Rechts des Ortes, an dem der Erblasser letztwillig verfügt hat,
3. des Rechts eines Ortes, an dem der Erblasser im Zeitpunkt, in dem er letztwillig verfügt hat, oder im Zeitpunkt seines Todes seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hatte,
4. des Rechts des Ortes, an dem sich unbewegliches Vermögen befindet, soweit es sich um dieses handelt, oder
5. des Rechts, das auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwenden ist oder im Zeitpunkt der Verfügung anzuwenden wäre.
Ob der Erblasser an einem bestimmten Ort einen Wohnsitz hatte, regelt das an diesem Ort geltende Recht.

(2) Absatz 1 ist auch auf letztwillige Verfügungen anzuwenden, durch die eine frühere letztwillige Verfügung widerrufen wird. Der Widerruf ist hinsichtlich seiner Form auch dann gültig, wenn diese einer der Rechtsordnungen entspricht, nach denen die widerrufene letztwillige Verfügung gemäß Absatz 1 gültig war.

(3) Die Vorschriften, welche die für letztwillige Verfügungen zugelassenen Formen mit Beziehung auf das Alter, die Staatsangehörigkeit oder andere persönliche Eigenschaften des Erblassers beschränken, werden als zur Form gehörend angesehen. Das gleiche gilt für Eigenschaften, welche die für die Gültigkeit einer letztwilligen Verfügung erforderlichen Zeugen besitzen müssen.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten für andere Verfügungen von Todes wegen entsprechend.

(5) Im übrigen unterliegen die Gültigkeit der Errichtung einer Verfügung von Todes wegen und die Bindung an sie dem Recht, das im Zeitpunkt der Verfügung auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwenden wäre. Die einmal erlangte Testierfähigkeit wird durch Erwerb oder Verlust der Rechtsstellung als Deutscher nicht beeinträchtigt.


Bezüglich einer in Griechenland befindlichen Immobilie (=unbewegliches Vermögen) wäre ggf. griechisches Recht anwendbar. Da auch das griechische Erbrecht, das dem deutschen Erbrecht immerhin ähnelt, von einer Gesamtrechtsnachfolge ausgeht muss auf den hier möglichen ersten Blick bezweifelt werden, dass eine Erbausschlagung noch möglich ist. Einzelheiten wären selbstredend zu prüfen.

Ein Tipp wäre sich an griechische Botschaften oder Generalkonsulate zu wenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Gerne weise ich Sie darauf hin, dass Sie die kostenlose Nachfragefunktion nutzen können.

Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt
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