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Erbe im Ausland – Nachlasskonto in Deutschland –

| 04.02.2018 20:35 |
Preis: 35,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ein in Spanien ansässiger Erbe, der ein Bankkonto in Deutschland geerbt hat, benötigt zur Freigabe dieses Kontos durch die entsprechende Bank eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des zuständigen deutschen Finanzamts.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich würde Ihre Expertise für folgende Situation benötigen;

Situation:

Meine Mutter ist in Deutschland kürzlich verstorben, ich bin allein Erbe; durch Erbfolge sowie durch Testament. Ich bin Deutscher Staatsbürger und habe auch lange Zeit in Deutschland gelebt und gearbeitet, ich bin allerdings seit ca. 4 Jahren nach Spanien ausgewandert und habe keine Verbindung mehr zu Deutschland.

Problem:

Es besteht ein Nachlasskonto in Deutschland, die Bank fordert nun einen Unbedenklichkeitsnachweis des Finanzamtes. Jetzt stellt sich mir die Frage, da ein solcher Unbedenklichkeitsnachweis vom Finanzamt freilich immer nur dann abgeben, wenn der Steuerfall für den Fiskus zur vollsten Zufriedenheit abgeschlossen ist, frage ich mich was genau dann überprüft wird bzw. was muss dem Finanzamt alles vorgelegt werden? Gleicht dieses einer Steuerprüfung und müssen dann ggf. spanische Dokumente übersetzt werden oder zur Prüfung vorgelegt werden? Wie lange kann sich sowas hinziehen? Müssen dann ggf. Finanzämter in Spanien und Deutschland synchronisiert werden um Grünes Licht zu geben? Oder aufstellungen erstellt werden?...

Auf dem Konto befindet sich ledig ein kleines Restguhaben, und ich möchte die Problematik und Aufwand gerne einschätzen können.

Daher stellt sich mir auch eine Zweite Frage; gebe es eine Möglichkeit diesen Unbedenklichkeitsnachweis zu umgehen z.B. wenn ich z.B. eine Vollmacht an meinen (in Deutschland ansässigen) Sohn erteile? So, dass er das Erbe für mich annehmen kann ohne Risiko dass, dadurch die Erbfolge geändert wird oder plötzlich Nichten Anspruch auf das Erbe haben? Oder eine Vollmacht an meine Frau die weiterhin in Deutschland Ihre Steuerplicht hat?

Kurz zusammengefast, wie wäre die einfaschte, schnellste und unproblematisches Option um das Konto bzw. das Guthaben zu erhalten und das Konto zu schließen?

Vielen Dank vorab!

Mit freundlichen Grüßen




05.02.2018 | 11:46

Antwort

von


(6)
Am Riddershof 17
47805 Krefeld
Tel: 004921519341670
Web: http://www.rechtsberatung-spanien.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller/in,

im Folgenden finden Sie die Beantwortung Ihrer Fragen:

Nach Ihren Schilderungen dürften Sie, da Sie noch nicht seit mindestens 5 Jahren dauerhaft im Ausland leben und Ihre Mutter als Erblasserin ihren Wohnsitz in Deutschland hatte, aus deutscher Sicht gem. § 2 ErbStG Steuerinländer sein. Damit träfe Sie die Pflicht der Versteuerung der Erbschaft bezogen auf alle Vermögenwerte des Nachlasses. Als Sohn der Erblasserin stehen Ihnen gem. § 16 ErbStG jedoch auch Steuerfreibeträge i.H.v. 400.000,00 EUR zu.

Sofern die Bank lediglich die Vorlage der Unbedenklichkeitsbescheinigung fordert, sollten Sie, oder ein von Ihnen zu beauftragender Steuerberater, sich mit dem zuständigen Finanzamt in Verbindung setzen, um zunächst die Erbschaft formell anzuzeigen.

Sie sollten dann eine Anfrage stellen, ob Ihnen unter Berücksichtigung des Wertes des Nachlassvermögens und den Ihnen als Sohn der Erblasserin zustehenden Steuerfreibeträgen erlassen wird, eine formelle Erbschaftssteuererklärung erstellen und einreichen zu müssen.

Sofern der Nachlass lediglich aus einem Bankkonto in Deutschland mit einem geringen Saldo besteht, ist davon auszugehen, dass der zuständige Finanzbeamte davon absieht, die Abgabe einer formellen Erbschaftssteuererklärung zu fordern. Er dürfte die benötigte Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen und der Bank zukommen lassen. Diese wird Ihnen dann Verfügung über das Konto einräumen.

Die von Ihnen geschilderte Sorge der Aufforderung zur Vorlage von spanischen Dokumenten oder der Durchführung einer umfangreichen Steuerprüfung teile ich nicht.

Die Erteilung einer Vollmacht an Ihren Sohn oder Ihre Frau hilft Ihnen jedoch nicht weiter, denn der Sinn und Zweck der Unbedenklichkeitsbescheinigung liegt darin, die Bank davor zu schützen, dass ein im Ausland ansässiger Erbe seinen möglichen Erbschaftssteuerverpflichtungen nicht nachkommt.

Berücksichtigen Sie bitten, dass Sie als in Spanien ansässig Person auch dort verpflichtet sind, die Erbschaft zu versteuern. Seit dem Urteil des EUGH vom 03.09.2014 in der Rechtssache C-127/12 können Sie jedoch die Steuervergünstigungen und Steuerfreibeträge der autonomen spanischen Gemeinschaft, in denen Sie ansässig sind, nutzen.

Bei der Beantwortung Ihrer Anfrage habe ich angenommen, dass Sie Ihre Erbenstellung durch Vorlage eines Erbscheins oder einen notariellen Testamentes ausreichen nachgewiesen haben bzw. nachweisen können.

Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung Ihrer Fragen unter Zugrundelegen des von Ihnen vorgetragenen Sachverhaltes erfolgt, dass aber bereits leichte Abweichungen bzw. unterlassene Angaben zu anderen Ergebnissen führen können.

Da ich ständig deutsche Mandanten im Bereich von deutsch-spanischen Erbfällen vertrete, können Sie sich bei weiteren Fragen gerne an mich wenden. Gerne vermittele ich Ihnen bei Bedarf auch den Kontakt zu einem in diesem Bereich erfahrenen Steuerberater. Erfahrungsgemäß ist die Beauftragung eines solchen in vergleichbaren Sachverhalten zielführend.

Ich hoffe, Ihre Frage vollständig und verständlich beantwortet zu haben. Gerne lade ich Sie ein, die einmalig kostenlose Nachfrageoption zu nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Engels
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Robert Engels
Fachanwalt für Erbrecht

Nachfrage vom Fragesteller 05.02.2018 | 22:25

Sehr geehrter Herr Engels,

vielen Dank für die gute Einschätzung und Erklärung, ich hätte nur eine kleine Rückfrage in Bezug auf die Bezeichnung Steuerinländer;

Ich habe in meinen Akten nachgesehen und habe folgende Daten:

- gemeldet in Spanien seit dem 10. Oktober 2013
- abgemeldet in Deutschland am 21.5. 2014.

Ich gehe davon aus das die Abmeldung hierbei zählt. Wie würde sich die Lage ändern im Falle wenn ich über 5 Jahre in Spanien bzw. in Deutschland abgemeldet wäre.

Vielen Dank und mit besten Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.02.2018 | 10:34

Sehr geehrter Fragesteller/in,

aufgrund des Umstandes, dass Ihre Mutter als Erblasserin ihren Wohnsitz in Deutschland hatte, würden Sie auch dann als Steuerinländer bzgl. der Erbschaftssteuer behandelt, wenn sie bereits länger als 5 Jahre in Spanien leben würden. Denn nur wenn keiner der Beteiligten die Eigenschaften des Steuerinländers erfüllt, liegt eine Behandlung als Steuerausländer im Bereich der Erbschaftssteuer vor.

Ich hoffe auch Ihre Nachfrage vollständig und verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Engels
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 06.02.2018 | 10:39

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(6)

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