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Erbe ich Verbindlichkeiten des Schwiegervaters


| 29.03.2007 15:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Mein Schwiegervater starb 2004. Das Nachlaßgericht hat kein Nachlaßverfahren eröffnet; mein Mann hat nicht ausgeschlagen; daher also das Erbe angenommen.
Mein Mann starb 2005. Ich habe das Erbe angenommen.
Jetzt bekam ich eine Rechnung über Feststellung Totenschein des Schwiegervaters aus dem Jahre 2004 (ReVerjährung ist am 31.12.07). Ich soll als "Rechtsnachfolgerin" meines Mannes diese Rechnung einschl. Mahnkosten zahlen, da er den Arzt angeblich beauftragt hat. Der Schwiegervater ist in einem Heim verstorben; mein Mann hatte niemanden dahingehend beauftragt.
Meine Frage nun: 1.) Ist es tatsächlich so, dass ich diese Arztrechnung geerbt habe? 2.) Habe ich generell Verbindlichkeiten des Schwiegervaters geerbt? Wenn ja, kann ich dieses "Erbe" nachträglich ausschlagen. Bitte mitAngabe Rechtsgrundlage, wenn möglich.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

grundsätzlich haftet der Erbe für die Verbindlichkeiten des Verstorbenen, gem § 1967 BGB.

D.h. Sie erben neben dem Vermögen Ihres Mannes auch alle seine Schulden sowie alle gesetzlichen, vertraglichen und außervertraglichen Verpflichtungen. Hatte der Arzt, der Ihnen die Rechnung geschickt hat, einen Anspruch auf Zahlung gegenüber Ihrem Mann, sind Sie als Erbe grundsätzlich verpflichtet diese Zahlung zu übernehmen.

Ein Totenschein ist auch notwendig, da dieser für die Ausstellung einer Sterberurkunde notwendig ist.
Unabhängig von der Beauftragung des Arztes durch Ihren Mann hat er als Erbe die Kosten des Totenscheins zu übernehmen; §§ 1967, 1968 BGB.

Das Erbe Ihre Schwiegervaters können Sie nicht seperat ausschlagen, da die Frist dazu (6 Wochen; gem. § 1944 BGB) bereits abgelaufen ist. Da Sie das Erbe Ihres Mannees bereits angenommen haben können Sie es auch nicht mehr ausschlagen; § 1943 BGB.

Sie könnten allerdings die Annahme der Erbschaft Ihres Mannes wegen Irrtums anfechten; § 119 BGB. Dies ist allerdings nur möglich, wenn Sie sich im Umfang des Nachlasses geirrt haben, weil Sie einzelne Nachlassverbindlichkeiten nicht kannten.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2007 | 11:33

Danke für die Antwort.
Heißt das aber nun, dass ich auch Erbe meines Schwiegervaters geworden bin? Gibt es hierzu §§?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2007 | 12:01

Sehr geehrte Fragestellerin,

nein das sind Sie nicht.
Sie sind aber an die Stelle des Erben Ihres Schwiegervaters, nämlich Ihres Mannes getreten. Da das Vermögen Ihres Schwiegervaters in das Vermögen ihres Mannes übergegangen ist.

Damit haben Sie die Rechtsfolgen der Erbschaftsannahme durch Ihren Mann (positive wie negative) mitzutragen.

Dies ergibt sich aus §§ 1922 Absatz 1 BGB:

Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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