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Erbe für betreute Person ablehnen


05.10.2006 09:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo, ich habe im Mai 2006 meine schwer alkoholkranke und verwahrloste Mutter aus Berlin zu mir nach Seeheim holen müssen, da sie sich den Oberschenkelhals gebrochen hatte. Zu ihr hatte ich seit meinem 5. Lebensjahr kaum Kontakt, da sie sich damals von meinem Vater scheiden ließ und nach Berlin zog. Bedingt durch ihre Alkoholkrankheit wurde ich von den Ärzten und Sozialstationen gebeten, die Betreuung für sie zu übernehmen, was ich auch getan habe. Bei der Wohnungsauflösung und Sichtung ihrer Unterlagen stellte sich heraus, dass sie das Erbe ihres verstorbenen Bruders angenommen hatte, weil sie sich schämte, die Tür für einen Mitarbeiter des Amtsgerichtes zu öffnen, der ihr ermöglichen wollte, das Erbe abzulehnen. Sie zahlt monatlich 70,00 € für eine Schuld von 1.500. Das habe ich so registriert und hingenommen. Nun erhielt sie am 22.9.06 ein Schreiben von Creditreform, die einen Titel über eine weitere Forderung von 839,00 € haben und diese von ihr eintreiben wollen. Kann ich als Betreuerin jetzt noch für sie die Ablehnung dieses Erbes beantragen, weil sie zum damaligen Zeitpunkt unzurechnungsfähig war? Oder ist jetzt alles zu spät. Sie hat nun natürlich Angst, was noch alles auftaucht.
05.10.2006 | 10:27

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1. Die Ausschlagung eines Erbes ist nur innerhalb von sechs Wochen nach dem Tod des Erblassers und der Kenntnis des Erben vom Tod und dem Grund seiner Erbeinsetzung möglich. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Erbschaft als angenommen.

2. Wenn Ihre Mutter zum Zeitpunkt der Annahme aufgrund ihrer Alkoholsucht geschäftsunfähig gewesen ist, gilt die Annahme als nicht erfolgt. Sie müssten als ihre jetzige Betreuerin nachweisen, dass Ihre Mutter zum damaligen Zeitpunkt bereits geschäftsunfähig gewesen ist. Sollte das zutreffen, kann das Erbe durch Sie als Betreuerin – sofern Sie in diesem Umfang als Betreuerin eingesetzt worden sind- ausgeschlagen werden. Für die Ausschlagung bedarf es in der Regel der Genehmigung durch das Vormundschaftsgericht.



Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München

Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de

Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:
Meine Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich meine Auskunft nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Auch einige Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht geklärt werden. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


ANTWORT VON

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