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Erbe einfordern

01.09.2015 13:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Nach italienischem Recht ist das gesetzliche Erbrecht gegenüber dem Vater an die Anerkennung der Vaterschaft gekoppelt, vergleiche Artikel 573 Code Civile. Die pragmatisch zu Möglichkeit zur Ermittlung des Eigentümers einer Immobilie ist die Auskunft beim Katasteramt.

Guten Tag,

Bei mir ist es ein bisschen kompliziert.
Mein Großvater väterlicher Seite ist letzten Herbst verstorben und hat mir in seinem Testament etwas vermacht, was ich gerne einfordern möchte.

Jetzt ist es so, dass ich keinen Kontakt zu meinem Vater habe und auch noch nie hatte, er aber zu 100% mein Vater ist, dieses aber nicht anerkannt hat. Mein Vater ist Italiener und lebt mit seiner neuen Familie in Italien. Ich konnte ihn bisher leider nicht ausfindig machen, evtl. haben aber Familienmitglieder, mit denen ich in Kontakt stehe, seine Adresse, wollen diese aber nicht preisgeben. Er hat Alimente für mich bezahlt bis ich 6 Jahre alt war, danach nichts mehr. Somit finde ich, hat er die Vaterschaft ja eigentlich schon irgendwie anerkannt.

Ich wurde in Deutschland geboren, bin dort auch aufgewachsen, meine Mutter ist Österreicherin, mein Vater Italiener, ich habe die österreichische Staatsbürgerschaft.

Mein Großvater, mit dem ich im guten Kontakt stand und der bis vor kurzem in Deutschland lebte ist dann aber wie schon erwähnt im Herbst verstorben, und zwar in Italien.

Er war Eigentümer einer Wohnung in Sizilien, diese war aber auf seine Schwester geschrieben. In einem notariell beglaubigtem Schreiben steht aber fest geschrieben, dass er der Besitzer der Wohnung ist, es aber auf den Namen der Schwester läuft.

In seinem Testament hat er mich wie folgt erwähnt: derjenige, der die Wohnung in Sizilien übernimmt (was in dem Fall jetzt mein Vater ist), muss an mich 20.000 Euro auszahlen.

Testament und andere Dokumente sind in Italienisch sowie in Deutsch und alles notariell beglaubigt.

Wie ich herausfinden konnte ist es nach italienischem Recht so, dass die Schwester meines Großvaters, auf deren Namen die Wohnung geschrieben war bzw. ist, Besitzerin der Wohnung ist, eigentlich aber ihr Ehemann, so ist das im italienischen Recht. Da ihr Ehemann aber vor einigen Jahren verstorben ist, würde die Wohnung den engsten männlichen Verwandten des verstorbenen Ehemann gehören, demnach seinem Bruder, wohnhaft in Deutschland und Deutscher. Er weiss davon und will von der Wohnung nix wissen, da er der Meinung ist dass ein solches Recht ihn nicht interessiert.

Anscheinend kam mein Vater, der jahrzehntelang keinen Kontakt zu meinem Großvater hatte, zur Beerdigung nach Sizilien und meinte, ER würde die Wohnung übernehmen und das Geld an mich auszahlen.

Ich habe von niemandem irgendetwas gehört, ich habe das Gefühl das das nicht mit rechten Dingen läuft.

Jetzt meine Frage: wie komme ich an mein Erbe.

Erst einmal müsste ich meinen Vater finden, dieser müsste die Vaterschaft anerkennen. Oder? Wie komme ich an seine Adresse? Wie muss ich dann weiter vorgehen?

Ich habe die Adresse dieser besagten Schwester meines Bruders und auch ab und zu Kontakt zu ihr, sie lebt in Deutschland. Zu meinem Vater hatte ich wie gesagt noch nie Kontakt und weiss nicht wie ich ihn ausfindig machen soll. Das Originaltestament meines Großvaters habe ich, in deutsch und italienisch, handschriftlich und noch einmal vom Notar aufgesetzt und alles notariell beglaubigt. Das Testament war zum Zeitpunkt des Todes meines Großvaters auch noch aktuell, es wurde nicht verändert, wir hatten kurz vor seinem Tod noch darüber gesprochen. Die gesamte Familie weiss von dem Testament und meinem Erbe.

Ich habe keine Erbbenachrichtigung oder sonstiges erhalten.

Ich lebe in Österreich, bin 29 Jahre alt, Studentin. Staatsbürgerschaft Österreich.

Wer kann mir hier bitte weiterhelfen?


Vielen Dank und freundliche Grüsse

Sehr geehrte Fragestellerin,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:


Zur Frage der Anerkennung der Vaterschaft:

Die rechtliche Anerkennung der Vaterschaft durch Ihren biologischen Vater ist in diesem Fall glücklicherweise nicht nötig, da Sie persönlich im Testament aufgeführt sind und es nicht um die Stellung als gesetzliche Erben geht. ihr Großvater konnte Sie in seinem Testament völlig unabhängig von der rechtlichen Frage der Vaterschaft bedenken. Eine (freiwillige) Anerkennung der Vaterschaft oder eine Klage auf deren Feststellung steht daher hier nicht an.

Nach Ihren Angaben hat Ihr Vater die Vaterschaft auch rechtlich nicht anerkannt. Die zeitweilige freiwillige Zahlung von Kindesunterhalt reicht dazu nicht aus. Die Anerkennung muss vielmehr ausdrücklich gegenüber dem zuständigen Familiengericht erfolgen. Ein gesetzliches Erbrecht nach Ihrem Vater hätten Sie ansonsten gemäß Artikel 573 des italienischen Code Civile nicht.


Zur Frage nach Auskunft über die Adresse Ihres Vaters:

Einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch gegen irgendwen auf Herausgabe der Adresse Ihres Vaters werden Sie nicht haben. der beste Ansatzpunkt scheint mir hier die Übernahme der Wohnung zu sein. Deren Adresse haben Sie hoffentlich. Danach wird sich beim zuständigen Katasteramt der Name und die aktuelle Anschrift des Wohnungseigentümers ermitteln lassen.


Insofern würde ich Ihnen hier folgenden pragmatischen Ratschlag geben:

Wenn Sie aus der Verwandtschaft doch noch jemanden bewegen könnten, die Adresse Ihres leiblichen Vaters herauszugeben, dann wäre das natürlich das Beste. Anschließend müssten Sie sich an ihn persönlich wenden und die Zahlung der 20.000 € verlangen.

Wenn entweder die Adresse nicht herausgegeben wird oder aber nicht gezahlt wird, dann bleibt nichts anderes als der Gang zum Rechtsanwalt. angesichts der auch für Sie weiten Wege und des Aufwandes dürfte sich das ohnehin in jeder Hinsicht „rechnen". In Ihrer Situation würde ich daher am möglichst einen Südtiroler Kollegen mit Erfahrung im Erbrecht aufsuchen. Der würde sich zum einen das Testament anschauen, zum anderen muss die (für mich etwas undurchsichtige) Eigentumslage an der Wohnung vor dem Tod des Großvaters zunächst geprüft werden.

Wenn der Rechtsanwalt der Meinung ist, dass hier ein durchsetzbarer Anspruch besteht, dann wird er zunächst versuchen die Anschrift des Anspruchsgegners zu ermitteln. Wie oben dargestellt, müsste sich dieses unter Verweis auf testamentarischen Anspruch beim zuständigen Katasteramt machen lassen. Schlussendlich würde der Kollege die 20.000 € beim Anspruchsgegner persönlich einfordern. Wenn nicht freiwillig gezahlt wird, dann müsste der Betrag eingeklagt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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