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Erbe ausschlagen? Wie erfahre ich die Vermögenswerte?

| 29.08.2008 16:52 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Hallo,leider ist mein Vater vor 2 Monaten verstorben befinde mich in der Ausschlagungsfrist. Mir wurde sein Tod erst einen Monat später mitgeteilt. Seine Lebensgefährtin hat für meine Halbschwester(mein Vater sagte meiner Mutter sie wär nicht von ihm )ausgeschlagen, obwohl sie mir sagte sie weiß nicht genau ob das Erbe überschuldet ist oder nicht sie ist noch nicht fertig es wird wohl so sein. Mein Vater sagte mal meiner Mutter er hätte für mich ne Eigentumswohnung. Der Steuerberater sagte mir das beim Finanzamt von 02-06, 375 000 offen wären, jetzt hat er was nachgereicht u. dann würde es sich auf 100 -200 000 belaufen. Also muss er ja in dieser Zeit auch entsprechend verdient haben. Angeblich wäre kein Vermögen, Bargeld, Einkommen usw. vorhanden und er wäre erst seit 2 Monaten für ihn tätig gewesen wegen der Steuersache (habe nichts schriftlich). Als ich zu seiner Lebensgefährtin sagte die Whg hätte ich aber schon gerne antwortete sie nicht. Vom Gericht habe ich nur einen Brief mit der Ausschlagung von ihr u. keine Angaben über Nachlass. Mein Vater war Immobilienmakler könnte mir vorstellen das er noch mehr Vermögen in Immobilien hat die mir verheimlicht werden sollen. Meine Frage nun lautet: Wenn ich nicht ausschlage erfahre ich endlich die Vermögenswerte u. wenn nicht u. es sind wirklich nur Schulden und ich fechte wegen Irrtum an was kostet mich das ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:
Die Erbschaft gilt als angenommen, wenn sie nicht innerhalb der Ausschlagungsfrist des § 1944 BGB von 6 Wochen ab Kenntnis des Erben von dem Anfall und dem Grund ausgeschlagen wird.
Die Willenserklärung des Erben, dass er die Erbschaft annimmt oder ausschlägt ist grds. unwiderruflich und nur nach den allg. Bestimmungen anfechtbar.
Die Anfechtung wegen eines sog. Eigenschaftsirrtums (§ 119 BGB) kann auch bei Überschuldung des Nachlasses in Betracht kommen.
Allerdings ist zu beachten, dass auch dies nur in engen Grenzen möglich ist:
Kein die Anfechtung begründender Irrtum liegt z. B. vor, wenn die von Anfang an bekannten Vermögensstücke und Verbindlichkeiten nachträglich nur anders bewertet werden oder bei der Wertermittlung selbst ein Irrtum unterlaufen ist oder man sich über die Bewertung einzelner Nachlaßgegenstände geirrt hat.
Es besteht daher ein erhebliches Risiko, die Ausschlagungsfrist verstreichen zu lassen und sich sodann auf die Möglichkeit einer Anfechtung zu verlassen.
In Ihrem Einzelfall wäre daher eine genaue Überprüfung der Sach- und Rechtslage durch einen Kollegen vor Ort angezeigt.
Auf die Möglichkeit die Haftung des Erben bzgl der Nachlaßverbindlichkeiten zu beschränken wird auf § 1975 BGB verwiesen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2008 | 18:10

Danke super Antwort ! Hab blos nicht ganz kapiert ! Also auf klar deutsch der Anwalt kann laut einem Paragraphen machen das ich falls ich annehme nur beschränkt haftbar bin für die Schulden ? Im übrigen hab ich ja null u. nichts also nichts zu verlieren. Noch ne gaaaanz kleine Frage : Darf das Finanzamt mir mitteilen ob eine eidesstattliche Versicherung abgegeben wurde u. bezieht sich eine solche auch auf Immobilien ???? Danke danke danke im Vorraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.08.2008 | 07:51

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Mit dem Tod des Erblassers geht sowohl das gesamte Vermögen als auch die bestehenden Schulden im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den Erben über. Gem. § 1967 BGB haftet der Erbe für die Nachlassverbindlichkeiten und zwar sowohl mit dem Nachlass als auch mit seinem eigenen Vermögen.


Wenn Sie wissen, dass der Nachlass überschuldet ist, so sollten Sie die Erbschaft ausschlagen , da Sie andernfalls auch mit Ihrem privaten Vermögen haften.


Sollten Sie die Erbschaft nicht ausschlagen, so besteht die Möglichkeit, die Haftung zu beschränken. Sie können die Begleichung von Nachlassschulden bis zum Ablauf der ersten drei Monate nach Annahme der Erbschaft verweigern.

Sie haben außerdem die Möglichkeit, eine dauerhafte Haftungsbeschränkung auf den Nachlass herbeizuführen und damit Ihr eigenes Vermögens zu schützen, wenn Sie eine Nachlassverwaltung oder bei Überschuldung des Nachlasses ein Nachlassinsolvenzverfahren beantragen (§ 1975 BGB). Reicht der Nachlass nicht aus, um die Kosten der der Nachlassverwaltung oder des Nachlassinsolvenzverfahren zu tragen, so können Sie die sog. Dürftigkeitseinrede erheben, so dass sich dann die Haftung ebenfalls auf den Nachlass beschränkt.

Ob Ihr Vater die eidesstattliche Versicherung abgegeben hat, ist über das Amtsgericht zu erfragen (Schuldnerverzeichnis).

Viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin

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