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Erbe GmbH

| 05.09.2019 08:57 |
Preis: 25,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Hallo,
mein Chef (>80J.) ist alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer seiner GmbH. Er hat ein Testament verfasst, wonach im Todesfall 4 Mitarbeiter (1 davon bin ich) als gleichberechtigte Erben (je 25%) benannt sind. Mein Chef hat KEINE Angehörigen (keine Ehefrau, keine Kinder, keine Geschwister, keine anderen Familienmitglieder)!
Aus persönlichen Gründen befürworte ich die gewählte Konstellation der 4 neuen Gesellschafter nicht und habe vor, dies auch umgehend meinem Chef ganz ehrlich mitzuteilen.
Sollte das Testament jedoch im Todesfall unverändert sein, erwäge ich gar die Ausschlagung meines Erbanteils.

Nun meine Frage:
Was würde dann die Ausschlagung meines Anteils für die anderen Erben bedeuten? Erben diese dann automatisch 33,33% (und nicht 25%) oder was geschieht mit meinem "freien" Anteil?

Sehr geehrter Ratsuchender,

anhand Ihrer Angaben - vorbehaltlich der Kenntnis der testamentarischen Regelung im Wortlaut - kann ich Ihre Frage allgemein wie folgt beantworten:

Mit Ihrer Ausschlagung sind Sie nicht Erbe (§ 1953 Abs. 1 BGB).

§ 2094 Abs. 1 BGB (Anwachsung) regelt:

"Sind mehrere Erben in der Weise eingesetzt, dass sie die gesetzliche Erbfolge ausschließen, und
fällt einer der Erben [...] weg, so wächst dessen Erbteil den übrigen Erben nach dem Verhältnis ihrer Erbteile an."

> Ihr Anteil wird auf die anderen Erben verteilt, sodass jeder der anderen letztlich einen Anteil von 1/3 erhält.

(Ob eine Ausschlagung sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Möglicherweise könnten Sie Ihren Anteil auch an einen oder alle anderen veräußern.)

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.09.2019 | 09:46

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