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Erbe, nach dem Tod richtig handeln.

18.11.2020 22:56 |
Preis: 75,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Hallo, mein Vater ist verstorben und hat ein Testament gemacht, darin wurde ich, als einziger leiblicher Sohn, mit 6/10 bedacht und der Sohn seiner verstorbenen Lebensgefährtin (diese waren nicht verheiratet) mit 4/10. Um das Erbe zu sichern würde ich jetzt gerne neue Schlösser in die Mietwohnung einbauen, ich würde ihm keinen Schlüssel geben, und anfangen die Wohnung auszuräumen, zu renovieren bzw. die Wohnungsgegenstände zu verkaufen. Natürlich werde ich ihm seinen Erbanteil ordentlich auszahlen bzw. abrechnen. Kann ich das so machen oder muss ich ihm einen Schlüssel geben und vor allem kann ich die Gegenstände aus der Wohnung verkaufen oder muss ich das alles mit ihm gemeinschaftlich machen? Es gab noch keine Testamentseröffnung.

19.11.2020 | 01:09

Antwort

von


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01326 Dresden & Köln
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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Verärgerung über die gleichzeitige Erbeinsetzung Ihres "Stiefbruders" habe ich latent Ihrer Schilderung erst einmal entnommen. Aber Ihre angedachte Vorgehensweise stößt auf erhebliche Bedenken, da sich Ihre Erbeneinsetzung nicht von der des Stiefbruders unterscheidet.

Sie beide sind testamentarische Erben, so daß ein Verwandtschaftsverhältnis mit der normalen Erbfolge nicht greift. Ihr Stiefbruder ist insoweit vollwertiger Eigentümer zur Gesamthand nach § 1922 BGB: Gesamtrechtsnachfolge geworden, genau so wie Sie, nur eben zu einer leicht geringeren Quote.

Veräußerungen, also schuldrechtliche Verpflichtungen und die dann folgenden eigentumsrechtlichen Übertragungsakte darf insoweit nur die Erbengemeinschaft vornehmen und nicht ein einzelner Erbe für sich allein.

Gleichzeitig sind Sie wohl wegen des Zugangs zur Wohnung oder zur vormaligen Nähe zur Wohnung der Erbschaftsbesitzer. Damit haben Sie aber auch Verantwortung für eine ordentliche Besitzausübung. Im Übrigen ist der Erbschaftsbesitzer auch den weiteren Erben zur Auskunftserteilung verpflichtet. Diese Auskunft ist auf Verlangen sogar an Eides Statt bezüglich der Richtigkeit und Vollständigkeit zu versichern.

Sie laufen insoweit Gefahr, daß Ihnen hier Vorwürfe einer ungerechtfertigten Veräußerung und auch einer Bereicherung gemacht werden würden.

Sie sollten sich erst einmal beide beim zuständigen Nachlassgericht einen Erbschein ausstellen lassen, der Sie und Ihren Stiefbruder zu den jeweiligen Quoten als Miterben ausweist.

Alle Veräußerungsakte sollten dann unter Hinweis auf die Erbengemeinschaft in Abstimmung mit dem weiteren Erben geplant und durchgeführt werden.

Ich bedauere, Ihnen keine andere Mitteilung machen zu können, aber Ihre angedachte Vorgehensweise würde in jeder Hinsicht gegen geltendes Recht verstoßen. Zivilrechtliche Vorgaben sind zwingend von Ihnen einzuhalten, wie auch die Nichteinhaltung derselben strafrechtliche Folgen haben kann.

Die nicht erfolgte Testamentseröffnung kann daran nichts ändern. Denn, die Testamentinhalte habe dazu geführt, daß Sie beide bereits rückwirkend mit dem Tode Ihres Vaters Eigentümer geworden sind, namentlich Gesamthandseigentümer, also Eigentümer der gesamten Erbmasse beschränkt durch das Miteigentum des Miterben.

Mit besten Grüssen

Fricke
RA


ANTWORT VON

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