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Erbe, Pflichtteil

| 23.10.2012 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine mutter ist vor gut zwei Jahren gestorben. Meine Schwester wurde aus nachvollziehbaren Gründen enterbt (Pflichtteil). Ich bin Alleinerbin. In das Haus vermietete Haus, welches ich geerbt habe, habe ich in den letzten Jahren gut 20 000 Euro investiert, mehr als ich netto durch die Miete eingenommen habe. Nun habe ich das Haus verkauft und gehe davon aus, dass die Investitionen sich positiv auf den erzielten Preis ausgewirkt haben. Da meine Schwester nun letzte Woche ihren Pflichtteil schriftlich eingefordert hat (wie gesagt, erst gut 2 Jahe nach dem Tod unserer Mutter), frage ich mich, ob sie nun tatsächlich auf 1/4 des für das Haus erzielten Betrages Anspruch hat, trotz meiner erheblichen Ausgaben für die Immobilie.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung gern nachfolgend beantworte.

Sie teilen mit, dass Ihre Schwester den Pflichtteil jetzt nach "gut" 2 Jahren geltend macht.

Der Pflichtteilsanspruch entsteht mit dem Erbfall, § 2317 I BGB. Er verjährt grundsätzlich in drei Jahren von dem Zeitpunkt an, in welchem der Pflichtteilsberechtigte von dem Eintritt des Erbfalls und der ihn beeinträchtigenden Verfügung Kenntnis erlangt, § 2332 I BGB.

Insofern ist der Pflichtteilsanspruch Ihrer Schwester noch nicht verjährt.

Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils, § 2303 I 2 BGB.

Waren Sie und Ihre Schwester die einzigen Abkömmlinge Ihrer Mutter und bestand zum Zeitpunkt deren Ablebens keine Ehe (mehr), so besteht der gesetzliche Erbteil für Sie beide jeweils in 1/2, die Hälfte hiervon ist ein 1/4.

Der Pflichtteil Ihrer Schwester besteht unter diesen Annahmen also in 1/4.

Der Berechnung des Pflichtteils wird der Bestand und der Wert des Nachlasses zur Zeit des Erbfalls zugrunde gelegt, § 2311 I 1 BGB.

Dies bedeutet, dass alle Aktiva und Passiva im Zeitpunkt des Erbfalls den Bestand bilden. Insbesondere werden die Verbindlichkeiten, die von der Erblasserin herrühren gem. § 1967 II BGB (Erblasserschulden) und solche, die anlässlich des Todes entstanden wie Beerdigungskosten etc. (Erbfallschulden), in Ansatz gebracht.

Der Wert des Hauses ist als Aktivbestand zum Zeitpunkt des Todes Ihrer Mutter in Ansatz zu bringen (Stichtagsprinzip). Wertsteigerungen des Hauses (bzw. des Grundstücks) nach dem Tod Ihrer Mutter kommen Ihrer Schwester als Pflichtteilsberechtigter nicht(!) zugute.

Jener Betrag der 20.000,- €, der wertsteigernd hinsichtlich des Hauses (bzw. des Grundstücks) wirkte, kommt Ihrer Schwester also nicht zugute.

Zunächst liegt es ohnehin an Ihrer Schwester, darzulegen und gegebenenfalls zu beweisen, welchen Wert das Haus (bzw. das Grundstück) damals hatte. Keinesfalls sollten Sie 1/4 des jetzigen Verkaufserlöses akzeptieren, wenn Sie davon ausgehen, dass im Vergleich zum Stichtag eine Werterhöhung eintrat - aus welchen Gründen auch immer. Zudem können Sie vermutlich - wie aufgezeigt - gewisse Verbindlichkeiten gegenrechnen.

Schließlich bestehen weitere Möglichkeiten, Anrechnungen auf den Pflichtteil vorzunehmen, z.B. wenn Sie unter Verzicht auf berufliches Einkommen Ihre Mutter längere Zeit gepflegt haben.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Bitte beachten Sie, dass meine Antwort nur eine erste Einschätzung darstellt. Dies kann eine persönliche Beratung regelmäßig nicht ersetzen.

Gern dürfen Sie sich zur weiteren Bearbeitung dieser Angelegenheit an unsere Kanzlei unter den angegebenen Kontaktdaten wenden.

Mit freundlichen Grüßen

- Ivo Glemser -
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 25.10.2012 | 13:28

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 25.10.2012 4,4/5,0
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