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Erbausschlagung /Sterbegeldversicherung

02.12.2019 17:15 |
Preis: 53,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


09:31
Hallo,

Meine Mutter lebt noch, ist aber bereits im Altersheim und im Endstadium eines Krebsleidens.

Es gibt eine Sterbegeldversicherung über 4000€, die zu meinen Gunsten ausgestellt ist!

Sie ist Mittellos mit einer Hohen Kreditschuld (ca.17.000€) und einem Minus von 3500€ Auf ihrem Konto, nach Ihrem Tod, wird es aber auf ihr Konto zu einer Auszahlung von ca. 9000€ kommen (Kreditausfallversicherung), womit dann dort ein Guthaben von ca 6000€ sein wird! Die Bank hat mir mitgeteilt, dass ich auch nach Ihrem Tod hiervon die Bestattungskosten zahlen darf! Was ist dann aber mit der Sterbegeldversicherung, darf ich die dann Trotz Erbausschlagung behalten?

Des Weiteren muss ich derzeit Ihre Wohnung auflösen und werde hier ein paar Dinge verkaufen können!
Was ist mit diesem Geld, muss ich nach ihrem Tod nachweisen was ich mit dem Geld gemacht habe, wird überhaupt jemand nach der Wohnungsauflösung oder dem Autoverkauf (1000€) fragen (Max. 1500€" aus Möbel)? Teils wird es auch ihr noch zu Gute kommen!
Es wird ein paar kleine Gläubiger geben und einen großen (ca 17.000€), der aber von der Kreditausfallversicherung nichts weiß, weil damit eigentlich nur die Kontoüberziehung abgesichert ist und somit die Bank und nicht der Kreditgeber.

Könnte mir unter Umständen meine Mutter per Schreiben diese Wohnungseinrichtung als Aufwandsentschädigung für meinen wirklich sehr erheblichen Zeitaufwand für die Vorsorgevollmacht übergeben, ohne dass es als Erbe gilt?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen


02.12.2019 | 18:12

Antwort

von


(672)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Sterbegeldversicherung fällt nicht in den Nachlass und ist deshalb von einer Erbausschlagung nicht betroffen. Nach Eintritt des Erbfalles müssten Sie die Versicherung umgehend informieren. Die Sterbegeldsumme soll nach dem Vertragszweck die Bestattungskosten decken. Für diese Bestattungskosten sind Sie als nächste Angehörige nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften verantwortlich. Auf die Stellung als Erbe kommt es dabei nicht an.

Was ein Bankguthaben durch die Kreditausfallversicherung angeht, so müssen Sie zunächst davon ausgehen, dass dieses zum Nachlass gehört und daher im Falle einer beabsichtigten Erbausschlagung nicht angetastet werden darf. Ob sich ggf. aus den Versicherungsbedingungen ergibt, dass auch diese Versicherungssumme nicht in den Nachlass fällt, lässt sich hier im Rahmen der Beratung nicht leider nicht abschließend beurteilen. Es müsste sich aber - ähnlich wie bei der Sterbegeldversicherung um einen Vertrag zugunsten Dritter handeln- was unwahrscheinlich ist.
Sie sollten dies bei Bedarf unter Vorlage der Vertragsunterlagen gesondert prüfen lassen.

Alles was Ihnen zu Lebzeiten zugewandt wird, fällt nicht in den Nachlass und berührt daher das Recht zur Ausschlagung der Erbschaft nicht. Die Haushaltsauflösung kann also betrieben werden. Ein Schriftstück, dass Ihre Mutter einverstanden ist und Sie den Erlös für Ihren Aufwand erhalten sollen, ist ratsam. Sollte ein Nachlasspfleger eingesetzt werden, können hier Rückfragen kommen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2019 | 18:29

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Die Frage ob ich das Geld von IHREM Konto für IHRE Beerdigung nehmen kann, also direkt von Ihrem Konto, das Geld dem Bestatter überweisen darf, ist für mich leider nicht beantwortet!
Die Verwendung für die Beerdigung hätte ja nichts mit einem Erbe (Beerdigungskosten zählen meiner Information nach, wie Kosten die zu Lebzeiten verursacht worden sind) zu tun, denn es kommt ja ihr zu Gute(so auch die Aussage der Bank) ich möchte kein Geld davon, oder wenn was übrig bleibt, für mich verwenden! Meine Frage zielt darauf ab, ob ich dann dennoch die Sterbegeldversicherung behalten darf, die ja nicht Zweckgebunden, aber zu meinen Gundten ist, aber nicht ins Erbe fällt!

Ist das Geld aus der Wohnungsauflösung also keine Schenkung, die zurückgefordert werden kann? Reicht hier tatsächlich ein Schriftstück mit der Bemerkung "Aufwandsentschädigung für die Erfüllung der Vorsorgevollmacht, oder wie könnte es lauten? Es weiß ja auch niemand was irgendwie irgendwas noch wert gewesen sein könnte!
Unter welchen Umständen wird ein Nachlassverwalter eingesetzt? Meine Mutter hat keinerlei Besitz!

Vielen Dank nochmals

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2019 | 09:31

Gern beantworte ich Ihre Frage hinsichtlich des Bankguthabens noch einmal.

Dieses Bankguthaben gehört zum Nachlass und darf nicht zur Deckung der Beerdigungskosten verwendet werden! Die Beerdigungskosten sind grundsätzlich von den Angehörigen aus eigenen Mitteln zu tragen, wenn kein Erbe ( nach Ausschlagung ) vorhanden ist. Sonst trägt der Erbe nach § 1968 BGB die Kosten.

Sie dürfen das Geld der Sterbeversicherung für die Bestattungskosten verwenden, denn dies ist ja gerade der Zweck einer solchen Versicherung und soll den Begünstigten vor der Verwendung eigener Mittel schützen.

Ein Schriftstück zur Wohnungsauflösung ,wie vorgeschlagen, reicht aus.

Schlagen alle in Frage kommenden Erben die Erbschaft aus, so erbt der Staat,§ 1936 BGB . Dieser regelt dann, ob und in welcher Form eine Nachlassverwaltung eingerichtet wird. Stellt sich heraus, dass der Nachlass überschuldet ist, wird eine Nachlassverwaltung oder Nachlassinsolvenz eingerichtet.

Ich hoffe, mich nunmehr verständlicher ausgedrückt und Ihre Fragen abschließend beantwortet zu haben.

ANTWORT VON

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