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Erbauseinandersetzungsvertrag und Steuerart

25.01.2011 21:58 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch


In dem Testament unserer verstorbenen Eltern wird die Aufteilung des elterlichen Hauses mit 3 Wohnungen geregelt. Jedes der 3 Nachkommen sollte einer der 3 Wohnungen erhalten.
Die Erbengemeinschaft, bestehend nur aus diesen 3 Nachkommen, haben nun aber durch einen Notar einen Erbauseinandersetzungsvertrag aufsetzen lassen, der im Entwurf vorliegt.

In diesem Erbauseinandersetzungsvertrag wird einer der Erben die anderen beiden mit jeweils einem Betrag von 20.000 EUR bzw. 30.000 EUR auszahlen.
Damit wird das Haus vollständig auf diesen nach Zahlung übergehen.


Der Notar schließt in diesem Vertrag jegliche steuerliche Beratung aus, was ich auch nachvollziehen kann.

Die Frage:

Unter welches Steuerrecht fällt die Zahlung an die beiden anderen Erben.

Müssen die Erben für die entgegengenommenen Zahlungen Einkommenssteuer zahlen oder fällt die Zahlung unter das Erbschaftssteuerrecht?
In diesem Falle wäre ja aufgrund des Freibetrages von 400.000 EUR keine Steuer zu zahlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Frage anhand deds dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworten:

Erbschaftssteuerlich wird der Wert zu Grunde gelegt den jedes Kind nach dem Testament zugesprochen bekommen hat. Wenn wie in Ihrem Fall eines der Kinder nicht nur eine Wohnung , wie laut Testament angeordnet, erhält, sondern für eine Zahlung von 20.000 und 30.000 je eine weitere Wohnung erhält, so stellt dieses Geschäft einen Veräußerungserwerb dar, der steuerpflichtig ist, wenn er unter §23 EStG fällt. Liegen also zwischen der Anschaffung der jeweiligen Wohnung durch den Erblasser und den Verkauf an den Miterben weniger als zehn Jahre, so ist der Verkauf als privates Veräußerungsgeschäft einkommensteuerpflichtig beim veräußernden Kind.
Anderenfalls ist der Vorgang steuerfrei.

Der ankaufende Erbe führt die Anschaffungskosten hinsichtlich der geerbten Teils weiter wie der Erblasser, hinsichtlich der hinzugekauften Teile bilden der Verkaufspreis die neuen Grundlagen für die Afa.

Einen Sonderfall könnte es darstellen, wenn die Zahlungen völlig außerhalb des Wertes der einzelnen Wohnung liegen würden. In diesem Fall, angenommen die eine Wohnung ist 100.000 wert, wird aber nur zu 20.000 verkauft, könnte das FA eine gemischte Schenkung annehmen, was wiederum auf Grund der recht geringen Freibeträge zwischen Geschwistern zu einer Erbschaftssteuerpflicht führen könnte.

Nachfrage vom Fragesteller 26.01.2011 | 07:30

Der Erbfall trat im August letzten Jahres ein.
Ich soll eine Zahlung von 20.000 EUR erhalten. Der Gesamtwert des Hauses liegt bei ca. 250.000 EUR.
Ich gehen von einem Wert der geerbten Wohnung von ca. 50.000 EUR aus.

Heisst dies nun ich muß auf die 20.000 EUR noch Einkommenssteuer entrichten ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2011 | 07:46

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Zwischen dem Ankauf der Wohnung durch den Erblasser und dem Verkau durch Sie müssten weniger als 10 Jahre liegen, damit es zu einer Steuerpflicht kommt. Die Steuer entsteht dann auch nur auf die Differenz zwischen den 20.000 und den Anschaffungskosten des Erblassers für diese Wohnung abzüglich etwaiger bisheriger Abschreibungen, insofern kann ich von hier aus nicht beurteilen ob eine Steuerpflicht besteht. Jedenfalls wenn der Erblasser die Wohnung bereits im Jahr 2000 gekauft hatte entsteht keine Einkommensteuer.

Erbschaftssteuerlich kann in der Differenz von 50.000 Wert zu 20.000 Kaufpreis eine Schenkung gesehen werden, sollten die Werte so zutreffen, wäre in Höhe von 30.000 von einer Schenkung auszugehen, bei einem Freibetrag von 20.000 € verbliebe ein Betrag von 10.000 der der Erbschafts-Schenkungssteuer zu unterwerfen wäre.

Ich hoffe die Rückfrage nun verständlich dargestellt zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

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