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Erbauseinandersetzung verweigern

19.07.2008 10:24 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Mein Neffe weigert sich das Erbe zu teilen, weil er mit dem Testament nicht einverstanden ist. Wir sind die einzigen Erben.

Es gibt ein
Berliner Testament von 1980:
Die Eheleute setzen sich gegenseitig zu Alleinerben ein.
Der Längstlebende setzt die Töchter A+B für den Fall seines Todes zu gleichen Teilen ein.
Im Falle des Todes eines Ehepartners hat der Längstlebende das Recht dieses Testament nach seinem Gutdünken abzuändern.

Nach dem Tod des Ehemanns 2005 wurde ein Erbschein beantragt, Alleinerbin ist die Ehefrau und ein neues Testament beim Notar gemacht und bei Gericht hinterlegt.
Erbe sind A+B zu gleichen Teilen.

Nach dem Tod von Tochter B (2006) wurde wiederum ein neues notarielles Testament gemacht und hinterlegt. Erbe sind nun Tochter A zu 3/4 und Enkel C zu 1/4.

Nach dem Tod der Erblasserin(2007) will der Enkel C dieses neue notarielle und inzwischen gerichtlich eröffnete Testament nicht akzeptieren und verweigert die Erbauseinandersetzung.

Welche rechtliche Handhabe habe ich ( A )?
Hat mein Neffe ( C ) irgendeine Chance das Testament anzufechten?

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für das Einstellen Ihrer Frage, welche ich Ihnen aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung des von Ihnen gebotenen Einsatzes gerne wie folgt beantworten möchte:

Durch das Testament der Erblasserin sind Sie und Ihr Neffe nunmehr Miterben. Die Rechte der Erben untereinander sind in § 2032 BGB: Erbengemeinschaft gesetzlich geregelt. Unter anderem ist in § 2042 BGB: Auseinandersetzung bestimmt, dass jeder Miterbe jederzeit die Auseinandersetzung des Nachlasses verlangen kann. Die im Gesetz hierzu genannten Ausnahmen greifen nach Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht durch. Daraus folgt, dass Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft besitzen, welchen Sie notfalls auch gerichtlich geltend machen können (Klage auf Zustimmung Ihres Neffen zur Erbauseinandersetzung).

Die Möglichkeiten, eine letztwillige Verfügung anzufechten, sind in § 2078 BGB: Anfechtung wegen Irrtums oder Drohung geregelt. Die relevanten Anfechtungsgründe sowie die einschlägigen Normen zur Anfechtungsberechtigung und zur Anfechtungserklärung habe ich Ihnen im Anhang beigefügt. Nach § 2082 BGB: Anfechtungsfrist kann die Anfechtung nur binnen Jahresfrist erfolgen. Da Sie in Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht darauf eingehen, mit welcher Begründung Ihr Neffe das Testament anfechten möchte, kann ich die Chancen für eine erfolgreiche Anfechtung so leider nicht beurteilen. Diesbezüglich können Sie zur Klarstellung gerne die kostenlose Nachfragefunktion nutzen.

Ich darf Sie darauf hinweisen, dass dieses Portal nur dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung der Rechtslage zu bieten, und eine Beratung durch eine Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt vor Ort nicht ersetzt.

Dennoch hoffe ich, dass meine Ausführungen für Sie hilfreich waren.

Sollten Sie ein weiteres Tätigwerden meiner Kanzlei in dieser Angelegenheit wünschen, setzen Sie sich bitte unverbindlich mit mir in Verbindung. Die örtliche Entfernung steht einer Mandatsführung sicher nicht im Wege, die Kommunikation kann per Telefon/Email/Fax erfolgen.


Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 21.07.2008 | 19:45

Dankeschön für Ihre Antwort.
Eine Klage auf Erbauseinandersetzung habe ich schon in Auftrag gegeben.
Mein Neffe ist mit seinem Anteil nicht einverstanden, einen Grund für eine Anfechtung hat er nicht.
Also nochmals Danke.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.07.2008 | 20:11

Sehr geehrte Ratsuchende,

für die von Ihnen angestrengte Klage wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 19.07.2008 | 17:20

§ 2078 Anfechtung wegen Irrtums oder Drohung
(1) Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, soweit der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde.
(2) Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.
(3) Die Vorschrift des § 122 findet keine Anwendung.
§ 2079 Anfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten
1Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, wenn der Erblasser einen zur Zeit des Erbfalls vorhandenen Pflichtteilsberechtigten übergangen hat, dessen Vorhandensein ihm bei der Errichtung der Verfügung nicht bekannt war oder der erst nach der Errichtung geboren oder pflichtteilsberechtigt geworden ist. 2Die Anfechtung ist ausgeschlossen, soweit anzunehmen ist, dass der Erblasser auch bei Kenntnis der Sachlage die Verfügung getroffen haben würde.

§ 2080 Anfechtungsberechtigte
(1) Zur Anfechtung ist derjenige berechtigt, welchem die Aufhebung der letztwilligen Verfügung unmittelbar zustatten kommen würde.
(2) Bezieht sich in den Fällen des § 2078 der Irrtum nur auf eine bestimmte Person und ist diese anfechtungsberechtigt oder würde sie anfechtungsberechtigt sein, wenn sie zur Zeit des Erbfalls gelebt hätte, so ist ein anderer zur Anfechtung nicht berechtigt.
(3) Im Falle des § 2079 steht das Anfechtungsrecht nur dem Pflichtteilsberechtigten zu.

§ 2081 Anfechtungserklärung
(1) Die Anfechtung einer letztwilligen Verfügung, durch die ein Erbe eingesetzt, ein gesetzlicher Erbe von der Erbfolge ausgeschlossen, ein Testamentsvollstrecker ernannt oder eine Verfügung solcher Art aufgehoben wird, erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht.
(2) 1Das Nachlassgericht soll die Anfechtungserklärung demjenigen mitteilen, welchem die angefochtene Verfügung unmittelbar zustatten kommt. 2Es hat die Einsicht der Erklärung jedem zu gestatten, der ein rechtliches Interesse glaubhaft macht.
(3) Die Vorschrift des Absatzes 1 gilt auch für die Anfechtung einer letztwilligen Verfügung, durch die ein Recht für einen anderen nicht begründet wird, insbesondere für die Anfechtung einer Auflage.

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