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Erbauseinandersetzung mittels Zwangsversteigerung

05.10.2010 10:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel


Sehr geehrte Damen und Herren,
es geht hier um eine Erbauseinandersetzung bei der wir im Moment nach einer Antwort zu dem weiteren Vorgehen suchen.

Situation:
Mein Vater hat mit seiner Ehefrau zu Lebzeiten eine Gewerbeimmobilie und eine Einfamilienhaus gekauft. Beide Objekte
sind Schuldenfrei und die Eheleute waren jeweils zu 50% Eigentümer im Grundbuch.
Allerdings hat die Ehefrau (Stiefmutter) sich im Grundbuch für das Einfamilienhaus eine lebenslanges kostenloses Wohnrecht
im Grundbuch eintragen lassen.
Die Gewerbeimmobilie wird auch allein durch unsere Stiefmutter genutzt. Allerdings ohne jegliche Eintragungen im Grundbuch.
Einfach aus Gewohnheit da sie das Gewerbe allein betreibt und mein Vater in einen großen Unternehmen als Angestellter gearbeitet hat.
Vor 2,5 Jahren ist mein Vater verstorben. Er hat ein Testament hinterlassen und meine Schwester sowie mich als Erben
eingesetzt. Wir Geschwister sind jetzt im Besitz eines Erscheins für beide Immobilienanteile und suchen zusammen nach einer Lösung.
Es wurde bisher noch kein Pflichtteil von uns gezahlt da er noch nicht ausdrücklich verlangt wurde.

Wir haben nun 2,5 Jahre versucht mit unserer Stiefmutter eine gütliche Erbauseinandersetzung zu finden. Leider ohne Erfolg.
Unsere Stiefmutter besteht darauf, alles weiter kostenlos nutzen zu können ohne auf die Erbsituation einzugehen.

Unser Anwalt hat uns nun geraten, die Zwangsversteigerung zu beantragen um die Erbauseiandersetzung in absehbarer Zeit zu beenden
oder damit unsere Stiefmutter zu einer gütlichen Einigung zu bewegen.

Hier jetzt meine Fragen:

1. Verliert unsere Stiefmutter durch eine Zwangsversteigerung ebenfalls die beiden Immobilien? Oder können wir Geschwister nur unseren 50% Anteil versteigern lassen?

2. Was passiert mit dem kostenlosen Wohnrecht unserer Stiefmutter? Hat sie diesen Anspruch auch nach erfolgreicher Versteigerung?

3. Mit welchen Kosten müssen wir Rechnen für Gericht, Gutachter, Anwalt….? Beide Immobilien haben einen Gesamtwert von ca. 180.000€.
Haus 140.000€ (ohne Berücksichtung des kostenlosen Wohnrecht), Gewerbeimmobilie 40.000€.

4. Wie lange dauert in der Regel so ein Verfahren?

Die Alternative für uns wäre so lange zu warten bis unsere Stiefmutter nicht mehr lebt und wir uns dann mit ihrem Erben (unser Stiefbruder) einigen können.
Das könnte aber noch sehr lange dauern da unsere Stiefmutter jetzt 61 Jahre alt ist und noch einige Jahrzehnte leben kann.

Über eine für uns verständliche Antwort würde ich mich sehr freuen.


Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

1.
Die Teilungsversteigerung wird entsprechend eines Zwangsversteigerungsverfahrens behandelt. Der Antragsteller wird als Gläubiger bezeichnet, der Antragsgegner als Schuldner. Spezielle Regelungen für die Teilungsversteigerung werden lediglich in den §§ 180 bis 185 ZVG geregelt.
Bei der Teilungsversteigerung wird nicht lediglich der Eigentumsanteil des Antragstellers versteigert, vielmehr wird das vollständige Grundstück verwertet. Es geht schließlich um die Aufhebung der Gemeinschaft und hälftige Anteile etc. sind nicht verwertbar. Das Gesetz zielt darauf ab, diese Werte in Geld umzusetzen und somit eine Auseinandersetzung zu ermöglichen.

2.
Der Antragsteller der Teilungsversteigerung betreibt die Versteigerung stets aus dem letzten Rang, denn sämtliche im Grundbuch eingetragenen Rechte belasten sein Eigentumsrecht und gehen also im Range vor, vgl. § 44 ZVG. Also sind sämtliche im Grundbuch eingetragenen Rechte als bestehen bleibende Rechte in das geringste Gebot aufzunehmen. Das im Grundbuch eingetragene Wohnrecht bleibt daher bestehen und wäre von einem Erwerber zu übernehmen. Dies macht die Verwertung letztlich sehr schwer, da wohl niemand ein Interesse an der Übernahme dieses Rechts hat.

3.
Einen Anwalt benötigen Sie nicht zwingend für das Verfahren. Gerichts- und Gutachterkosten belaufen sich bei dem von Ihnen genannten Gegenstandswert etwa auf rund 4.000,- EUR. Die Kosten setzen sich aus verschiedenen Gerichtskosten sowie Kosten für Auslagen und Zustellungen zusammen.

4. Die Laufzeiten für ein Versteigerungsverfahren sind sehr unterschiedlich und hängen vom jeweiligen Gericht. Sie müssen je nach Gericht mit Wartezeiten von einem halben bis zu 1,5 Jahren rechnen. Wenn im Laufe des Verfahrens Rechtsmittel durch Beteiligte eingelegt werden, erhöht sich die Verfahrensdauer natürlich.

Insgesamt ist aufgrund des Wohnrechtes der Frau zu raten eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen. Denn mit dem Wohnrecht wird eine Verwertung voraussichtlich nur schwerlich realisierbar sein.

Nachfrage vom Fragesteller 05.10.2010 | 17:13

Sehr geehrter Herr Anwalt, vielen Dank für die schnelle Antwort. Zufällig ist mein Vornahme auch Dennis :-)

Hier noch meine Nachfrage: Können wir auch als ersten Schritt nur eine Zwangsversteigerung für die Gewerbeimmobilie anstreben? Hier gibt es keine eingetragenen Rechte unserer Stiefmutter und vielleicht bringen wir sie damit zum einlenken.

Leider haben wir 2,5 Jahre versucht eine Lösung zu finden. Unsere Stiefmutter will nicht akzeptieren das es das Testament gibt und wir nun inzwischen Erbe sind. Sie beansprucht seit dem Tod unserer Vaters alles für sich und wir gehen davon aus, das wir sonst bis an das Lebensende unserer Stiefmutter auf eine Lösung warten müssen. Wir sehen nur den einen Weg im Moment. Es tut sicher nichts zur Sache aber unser Vater hat damals wegen dieser Frau einen Siuzid begangen. Vielleicht können Sie sich denken was da in uns vorgeht so das wir nicht eventuell 10 oder 20 Jahre warten wollen bis die Erbauseinandersetzung gelöst ist.

Vielen Dank schon mal für die Antwort.



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.10.2010 | 00:27

Sehr geehrter Fragesteller,

bei der Gewerbeimmobilie kann eine Versteigerung durchaus Sinn machen, da hier Interessenten nicht durch zu übernehmende Rechte in Abtlg. 2 abgeschreckt werden und zudem die Stiefmutter dann sieht, dass Sie es "Ernst" meinen mit der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft.

Möglicherweise hilft es weiter, wenn Sie Ihrer Stiefmutter ebenfalls anwaltliche Beratung nahelegen und dann auf einer anderen Ebene ohne Emotionen miteinander verhandelt werden können. Gerade für solche Fälle gibt es Kollegen die sich mit Mediation befassen, einer Konfliktlösung ohne Begehung des Rechtsweges.

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