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Erbaufteilung mit Kontenauflösung und ggf. Erbauseinandersetzung

08.02.2020 11:24 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren!

Bereits für den kommenden Montag, den 10.2.2020, habe ich einen Termin für die Kontenauflösung unserer am 9.7.2019 verstorbenen Mutter bei der örtlichen Sparkasse vereinbart.

Lt. mir vorliegenden Erbschein gilt 50/50 mit meinem Bruder. Ein Testament liegt nicht vor.
Das Erbe besteht nur aus den Bankkonten.
Mein Bruder hat 2006 die Vollmacht von der Mutter für alle Konten bei der Sparkasse erhalten,
hauptsächlich relevant für das Giro-Konto (seit 2015).

Auf der Grundlage von Kenntnisse über Unregelmäßigkeiten mit dem Giro-Konto durch den Bruder seit 2015 und seiner Inaktivität bei der Regulierung aller Dinge nach dem Tod der Mutter erfolgte am 10.10.2019 auf Wunsch von mir unter der Maßgabe des Einholens des Erbscheines seitens der örtlichen Sparkasse eine (Art) Sperrung des Giro-Kontos für Barauszahlungen, Kartenauszahlungen etc.
Mit dem Erbschein (Erhalt Anfang 2020) erhielt ich von der Sparkasse einen Überblick über das Giro-Konto nach dem Tod und mit der Beräumung der Wohnung mit dem Auffinden von Kontoauszügen (u.a. ca. 37% zwischen 2015 und Juni 2019) vor dem Tod.
Der Zugriff meines Bruders, sicherlich mit EC-Karte, fällt, nach meiner Auffassung für den den Zeitraum von 2015 bis Oktober 2019 in die Rubrik ,Nicht Dürfen' (u.a. für Tanken und Geldabhebungen hochgerechnet ca. 28.000 € ). Das Verhalten änderte sich auch nach dem Tod der Mutter nicht.
Bis zu seinem Tod 2001 kümmerte sich unser Vater um die finanziellen Angelegenheiten und bei der Mutter gab es da kein großes Interesse, erst Recht nach einer größeren OP im November 2014 hatte sie keinen Überblick mehr. Der Bruder lebte bis 1993 im selben Haushalt der Eltern und dann im selben Mietshaus in eigener Wohnung; ohne Partner_in.

Meine bisher geplante Herangehensweise ist folgende: Die Berücksichtigung der Mehrbelastung meinerseits bei den Zahlungen der Rechnungen (ca. 700 €; jeweils aus eigener Tasche beglichen *) und die Berücksichtigung des Zugriffs meines Bruders zu persönlichen Zwecken nach dem Tod in Höhe von 4000 € **) ). Ohne Berücksichtigung der analogen Belastung des Giro-Kontos zu Lebzeiten der Mutter! Ich habe versucht … mein Bruder darüber zu informieren.
*) Eines der Konten der Mutter hatte sie extra für diese Situation angelegt ...
**) Bei einem finanziellen Status von ca. 25.000 € (Stand 7.1.2020).

Es stellen sich für mich z.Zt. hauptsächlich folgende Fragen:

1. Kann man eine sofortige Auszahlung aller Konten nach derzeitigem Kontostand bei der Sparkasse veranlassen, ohne auf die Durchsetzung der Berücksichtigung der Unregel-mäßigkeiten insb. nach dem Tod der Mutter zu verzichten (Abtrennung)?
2. Wie sieht es mit den Chancen für die Durchsetzung der Begleichung der Unregelmäßigkeiten vor bzw. nach dem Tod der Mutter aus? (außergerichtliche Klärung bevorzugt)

Mit besten Dank für Ihre Bemühungen im voraus und mit freundlichen Grüßen

08.02.2020 | 12:17

Antwort

von


(292)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Auszahlung des Kontoguthabens an die Erbengemeinschaft und die Auseinandersetzung zwischen den Erben sind voneinander unabhängig. Wenn die Sparkasse Ihnen am Montag das Geld auszahlt, dann sagt dies nichts darüber aus, welche Ansprüche zwischen Ihnen und Ihrem Bruder bestehen, und ist kein Verzicht auf solche Ansprüche.

Bei den Unregelmäßigkeiten vor dem Tod Ihrer Mutter sehe ich keine Möglichkeit Ansprüche durchzusetzen. Denn das Dürfen hängt davon ab, welche Absprachen es zwischen Ihrer Mutter und Ihrem Bruder gab. Hier müssten Sie beweisen, dass die Kontobewegungen ohne Wissen Ihrer Mutter bzw. gegen deren Willen erfolgten. Da die verstorbene Mutter nicht mehr befragt werden kann, was zwischen ihr und Ihrem Bruder abgesprochen wurde, wird dieser Nachweis eher nicht gelingen.

Anders sieht es mit den Ausgaben nach dem Tod Ihrer Mutter aus. Zu diesem Zeitpunkt durfte Ihr Bruder nur noch die Nachlassverbindlichkeiten berichtigen. Er muss also genau nachweisen, was er wofür ausgegeben hat, und wieso Ihre Mutter verpflichtet gewesen wäre, das Geld dafür auszugeben, wenn sie noch leben würde. Kann er dies nicht, muss er die Beträge ersetzen.

Wenn die Sparkasse Ihnen die 25.000 am Montag auszahlen sollte, ist die Rechnung ganz einfach. 25.000 + 4.000, die Ihr Bruder schon bekommen hat, sind 29.000, die am Todestag auf dem Konto waren.
Hiervon nehmen Sie sich zunächst die 700, die Sie für die Berichtigung der Nachlassverbindlichkeiten ausgelegt haben. Es verbleiben 28.300.
Hiervon bekommen Sie und Ihr Bruder jeweils 14.150.
Werden davon die 4.000 abgezogen, die Ihr Bruder sich nach dem Tod der Mutter bereits selbst ausgezahlt hat, bleiben 10.150 Euro, die Sie Ihrem Bruder noch gegen Quittung auszahlen oder mit dem Verwendungszweck Erbauseinandersetzung auf sein Konto überweisen müssen.

Sollte die Sparkasse auf die Idee kommen, Ihnen am Montag nur 12.500 auszuzahlen und die anderen 12.500 auf das Konto Ihres Bruders zu überweisen, müssten Sie Ihren Bruder auffordern, 1650 Euro zum Zweck der Erbauseinandersetzung an Sie zu zahlen.
Ob Ihr Bruder das ohne Gerichtsurteil macht oder abwartet, ob Sie dieses Geld tatsächlich einklagen, kann ich nicht beurteilen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Ergänzung vom Anwalt 08.02.2020 | 12:37

Es sind natürlich nicht 1650 sondern 2350 Euro, die Ihr Bruder Ihnen in der 2. Variante zahlen müsste.

ANTWORT VON

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