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Erbaufteilung Kosten

| 15.07.2011 20:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe, Sie können mir helfen.

Vor einigen Jahren verstarb mein Vater und hinterließ eine Immobilie im Wert von knapp 170.000 für meine beiden Geschwister und mich.

Einer der Erben ist Privatinsolvent und hat einen Vermögensverwalter im folgenden RA A genannt und der andere hat durch eine Behinderung einen Vormund. Im folgenden RA B genannt.

Da durch komplizierte Verträge noch Belastungen im Wert von 130.000 auf dem Haus standen, haben wir entschlossen die Immobilie zu verkaufen.

Nach dem Verkauf blieb eine Summe von knapp 30.000 Eur sowie mit dem Verkauf verbundene Kosten in Höhe von 6000 Eur übrig.

Die Kosten wurden geteilt und gingen zu gleichen Teilen an meine Geschwister ( bzw. deren Rechtsanwälte ).

Jedoch hat ausser mir keine der Parteien nach der Entgegennahme des Erlöses seinen Teil der Kosten getilgt.

Durch Mahnungen, die daraufhin zu mir kamen wurde ich auf diese Situation aufmerksam gemacht. Ferner wurde mein Konto gesperrt, da ich nun auf einmal als Gesamtschuldner genannt wurde.

Um die Situation zu entschärfen, bin ich für alle Kosten aufgekommen und habe die 2000 Eur, welche RA A hätte zahlen müssen und die 2000 Eur, die RA B hätte zahlen müssen bezahlt. Somit blieben mir 4000 Eur und den beiden Anwälten jeweils 10.000 Eur übrig.

Nun steht heute erneut der Gerichtsvollzieher vor meiner Türe, da er noch eine Forderung von RA B zu begleichen hat. Es handelt sich hierbei um 1500 Eur aus einer Streitigkeit zwischen meinem Vater und RA B im Jahre 2004. Diese Forderung wird erneut an mich - dem Gesamtschuldner - gerichtet.

Nun meine Fragen:

+ Ist es rechtens, dass die beiden RA die kompletten Gewinne einstreichen ohne für die Kosten aufzukommen, die diesen erst ermöglicht haben?

+ Da RA B auch gleichzeitig Vormund von einem Erbteil ist, ist mir natürlich Verständlich, dass er die Forderung nicht an sich selber stellt. Aber ist es rechtens, dass ich für für die Kosten von 2004 aufkommen muss?

+ Kann ich irgendetwas dagegen unternehmen?

Ich danke Ihnen für eine hilfreiche Antwort.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Zur Erbschaft gehört grundsätzlich das gesamte Vermögen des Erblassers. Hiervon umfasst sind auch Verbindlichkeiten des Erblassers, die hier offensichtlich von Rechtsanwalt B geltend gemacht werden.

1. Für Nachlassverbindlichkeiten haften tatsächlich alle Erben gem. §§ 2058 , 421f f BGB als sogenannte Gesamtschuldner. Das bedeutet, dass der Gläubiger seine Forderung gegen jeden Miterben geltend machen und die gesamte Summe fordern kann. Intern besteht dann allerdings ein Anspruch desjenigen Gesamtschuldners, der die Forderung beglichen hat, gegen die anderen Gesamtschuldner. Dies ergibt sich so auch eindeutig aus § 426 BGB .

In diesem Fall hätten Sie also zumindest theoretisch gegen Ihre Geschwister aus dem Hausverkauf bisher einen Ausgleichsanspruch in Höhe von jeweils 2.000,00 €.


2. Nach Ihren Angaben richtet sich der Anspruch des Rechtsanwalts B ebenfalls gegen die Erbengemeinschaft als Gesamtrechtsnachfolger nach Ihrem Vater. Auch hier gilt wiederum die gesamtschuldnerische Haftung, so dass Rechtsanwalt B jeden Erben für sich in Anspruch nehmen kann. Offensichtlich sind Sie die solventeste Partei in der Erbengemeinschaft, so dass die größte Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Durchsetzung Ihre Inanspruchnahme darstellt.


3. Eine Möglichkeit der Abwehr bestünde theoretisch in der Aufrechnung Ihrer Ausgleichsforderung mit der Forderung des Rechtsanwalts. Allerdings ist hierfür Voraussetzung, dass die Forderungen gegeneinander bestehen, das bedeutet, dass der Gläubiger der einen Forderung auch Schuldner der anderen Forderung sein muss. Rechtsanwalt B macht hier aber offensichtlich eine eigene Forderung aus einem Titel gegen Ihren Vater geltend, während sich Ihre Ausgleichsansprüche aber gegen Ihre Geschwister richten. Auch die rechtliche Betreuung Ihres Geschwisters durch Rechtsanwalt B ändert hieran leider nichts. Ihr Anspruch richtet sich nicht gegen den Rechtsanwalt B. Eine Aufrechnung ist hier somit nicht möglich.


4. Ich kann Ihnen daher zunächst nur empfehlen, zu prüfen, ob die Forderung berechtigt ist. Da der Rechtsanwalt B nach Ihren Angaben bereits einen Gerichtsvollzieher beauftragt hat, muss entsprechend ein Titel vorliegen. Gegen diesen hätte Ihr Vater allerdings bei unberechtigter Forderung bereits vorgehen müssen. Da Sie als Miterbe gesamtschuldnerisch haften, ist ein Vorgehen des Gläubigers allein gegen Sie grundsätzlich erstmal zulässig.

Allerdings schreiben Sie, dass Ihr Vater bereits vor einigen Jahren verstorben ist, so dass hier bei einer erstmaligen Geltendmachung der Forderung in diesem Jahr auch an eine Verwirkung der Forderung gedacht werden kann. Die Geltendmachung wäre somit nicht mehr zulässig. Da Ihr Geschwister bereits länger vom Rechtsanwalt betreut zu werden scheint und der Erbfall ebenfalls länger zurückliegt, hätte die Forderung bereits viel früher geltend gemacht werden können. Das Vorliegen der Voraussetzungen der Verwirkung müsste hier aber noch genauer überprüft werden.

Weiterhin sollten Sie auch die Möglichkeiten der Inanspruchnahme Ihrer Geschwister prüfen lassen, da grundsätzlich Ausgleichsansprüche bestehen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Nachfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende!

Mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 16.07.2011 | 13:00

Sehr geehrte Frau Trenner,

vielen Dank. Sie haben mir da schon einmal sehr weitergeholfen. Insbesondere der Punkt "Verwirkung der Forderung" klingt Interessant. Da ich weiss, das der RA B "sehr gefährlich" und erfahren ist und schon einige in den Ruin getrieben hat hätte ich eigentlich nur die Frage, wie ich das am besten angehe um nicht wie mein Vater wieder eine Verhandlung zu verlieren.

Bzw. was würden für Kosten auf mich zukommen, wenn ich Sie damit beauftrage. :) Wenn ich wüsste, dass danach Ruhe ist, würde ich den Betrag einfach zahlen. Ich weiss aber sicher, dass er sich immmer und immer wieder etwas neues einfallen lässt.

Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.07.2011 | 13:33

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.
1. Die Frage der Verwirkung ist eine Sache der Abwägung: eine Verwirkung kann eintreten, wenn dem Gläubiger der Forderung der Schuldner und die Forderung bekannt ist und er diese Forderung ohne triftigen Grund über einen längeren Zeitraum nicht geltend macht.
Hier müsste also zunächst geschaut werden, von welchem zeitlichen Rahmen vorliegend auszugehen ist. Je länger der Erbfall zurückliegt, desto eher kann eine Verwirkung angenommen werden.

2. Um zu verhindern, dass der Rechtsanwalt weitere Forderungen "aus dem Hut zaubert", könnte man entsprechende vertragliche Vereinbarungen mit ihm treffen, dass mit Zahlung einer bestimmten Summe sämtliche Forderungen abgegolten sind.

3. Gerne können Sie mir die genauen Daten noch per Mail mitteilen und ggf. Unterlagen zusenden. Die Prüfung der Forderung würde ich nach den gesetzlichen Gebühren abrechnen. Bei einem Gegenstandswert von 1.500,00 € beträgt die 1,3-Gebühr 136,50 € zzgl. Auslagen und MwSt. Hiervon würde die hier ausgelobte Erstberatungsgebühr noch abgezogen.

Mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 16.07.2011 | 13:11

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