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Erbanteile aufschlüsseln

22.08.2018 16:01 |
Preis: 47,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Hilfestellung in folgendem Sachverhalt:

Frau A bring ein Haus mit in die Ehe mit Herrn B, das die Familie bewohnt.

A und B haben 2 Kinder: Sohn C und Tochter D.

Frau A verstirbt 1961.


Herr B heiratet erneut (Frau E.). Herr B und Frau E haben eine Tochter F.

Herr B verstirbt 2004. Frau E lebt weiterhin im o.g. Haus.



Welchen Erbteil besitzt Tochter D. am o.g. Haus aktuell und welche Erbteile entfallen auf alle Erben im Fall des Todes von Frau E?

Anmerkung: es gibt kein Testament von Frau A oder Herrn B.

Tochter D. hat zu keinem Zeitpunkt einen Erbschein angefordert. Sind ihre Ansprüche mittlerweile verjährt? Ob jemand der anderen Parteien nach dem Tod von Herrn B einen Erbschein angefordert hat, ist nicht bekannt.

Vielen Dank
22.08.2018 | 18:17

Antwort

von


(375)
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Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,




Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Wenn die Ehepartner keinen Ehevertrag hatten, mit dem ein anderer Güterstand vereinbart worden ist, sieht die Erbfolge wie folgt aus:

Nach dem Tod von A erben B zur Hälfte und C und D je ein Viertel.

Nach dem Tod von B erben E zur Hälfte und C, D und F je ein Sechstel.

Damit hat D aktuell ein Viertel des Hauses von A und ein Sechstel der Haushälfte, also bezogen auf die gesamte Immobilie ein Zwölftel von B geerbt. Ihr steht damit insgesamt ein Drittel der Immobilie zu.

Dasselbe gilt für C.

E hat ein Viertel der Immobilie (die Hälfte der Hälfte, die B geerbt hat).

F hat ein Zwölftel.

Wenn E ohne Testament verstirbt, zum Todeszeitpunkt nicht verheiratet ist und nur ein Kind (F) hat, erbt diese den Anteil von E. Auch sie hätte dann ein Drittel.

Die Erbenstellung ist die Rechtsnachfolge, die an sich nicht verjährt. Allerdings regelt § 197 BGB die Verjährung des Herausgabeanspruchs und legt hier eine Frist von 30 Jahren fest. Ob die Verjährung unterbrochen worden ist, muss ggf. geklärt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-


Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2018 | 08:38

Sehr geehrte Frau Holzapfel,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Eine Verständnisfrage hätte ich noch:

Ich habe gelesen, dass die Verjährung erbrechtlicher Ansprüche ab dem 01.01.2012 auf 3 Jahre gekürzt wurde. Verstehe ich Sie richtig, dass D. im geschilderten Fall nicht von dieser 3- Jahres-Frist betroffen ist und somit ihre Erbansprüche am genannten Haus in der Zwischenzeit auch nicht „verloren" hat?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2018 | 10:23

Sehr geehrte Fragestellerin,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Richtig ist, dass für bestimmte erbrechtliche Ansprüche die Verjährungsfrist 2010 verkürzt worden ist. Das Erbrecht als solches ist aber eine Gesamtrechtsnachfolge und kein Anspruch. Ihre Erbenstellung besteht deshalb weiterhin.

Die Herausgabeansprüche gegenüber dem Erbschaftsbesitzer verjähren allerdings weiterhin erst nach 30 Jahren (§197 I Nr. 2 i. V. m. § 2018 BGB). Allein die Tatsache, dass der überlebende Ehepartner das Haus weiterhin nutzt, macht ihn jedoch nicht zum alleinigen Erbschaftbesitzer, solange er die Mitberechtigung der anderen Erben nicht in Abrede stellt.

Ich sehe aus diesem Grund keine Verjährung in dem vom Ihnen geschilderten Fall. Es besteht daher die Möglichkeit, Erbscheine zu beantragen und das Grundbuch entsprechend den Erbteilen berichtigen zu lassen.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel


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