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Erbanteil auf Zeit übertragbar?

28.10.2019 06:34 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Hallo zusammen,

Ich habe sehr unerwartet geerbt und befürchte dass unsere Familie zerbricht.

Meine Oma hat drei Kinder, jeder wurde fair zu einem Drittel im Testament beachtet doch die beiden Geschwister meiner Mutter waren schon zu Lebzeiten meiner Oma eher nur auf Geld aus.

Da meiner Oma sehr wichtig war das Kunst, Immobilien und weiteres im Familienbesitz bleiben, sie furchtbare Angst hatte, dass meine Tante und mein Onkel nach ihrem Tod direkt alles verkaufen, hat sie meinen Bruder und mich als Nacherben eingetragen. Sie war Architektin, mein großes Vorbild und hat ihr Versprechen gehalten erst dann zu sterben, wenn ich fertig mit meinem Architekturstudium bin. Ich schätzte schon immer ihr Hab und Gut und jede einzelne Emotion für die Häuser oder allem anderen fühlt sich wie meine eigene an.

Niemals hätte meine Oma damit gerechnet jedoch kam es heftiger als wir dachten.
Meine Tante und mein Onkel schlugen ihr Erbe aus, wir mussten Kredite aufnehmen um deren Pflichtanteile aisbezahlen zu können und mein Bruder und ich waren plötzlich die Erben gemeinsam mit unserer Mutter.

Es war ein ganz schön heftiger Batzen Verantwortung so urplötzlich, ich für meinen Teil hätte viel mehr Zeit zum trauern gebraucht, hätte meine Mutter als ratgebende und richtungsweisenden Mutter gebraucht..

Stattdessen kam es sehr merkwürdig.. Ich wollte zurück aus der Großstadt auf das geerbte Grundstück, wo meine Mutter und mein Bruder bereits leben ziehen, jeder suchte sich neue Plätze raus um sich zu verwirklichen, räume wurden mit ihrer Nutzung festgelegt, mauern wurden errichtet, Kameras aufgehangen, Verbote ausgesprochen Bereiche zu betreten und Schlösser ausgetauscht.

Ich würde in diesem Zuge in eine Wohnung rein "geplant" die für mich und meinen Hund sowohl ungeeignet als auch meinem einzigen Wunsch keine Dachgeschosswohnung mehr zu bewohnen widersprach.

Ich war sehr enttäuscht, suchte das Gespräch mit meiner Mutter und meinem Bruder. Zu diesem Gespräch holte meine Mutter meinen Stiefvater hinzu, woraufhin ich ihn bat uns kurz allein als Erbgemeinschaft zu sprechen und er ja gleich wieder kommen könnte.

Daraus wurde der Beginn eines fürchterlichen Krieges, mir wurde unterstellt ich wolle ihn aus der Familie ausgrenzen.
Ich verstand die Welt nicht mehr, hatte zu keiner Zeit einen bösen Gedanken doch da ich meinem Stiefvater stets ein Dorn im Auge war, war es für ihn eine Kriegserklärung.

Seit diesem Tag vor knapp zwei Jahren bin ich Alleinkämpfer, saniere alleine die dritte Wohnung um auch diese zu vermieten, bin körperlich am Ende, jegliche Handlung meinerseits wird Habgier vorgeworfen, ich habe nach wie vor keinen Wohnraum auf dem Grundstück, werde offensichtlich ausgeschlossen durch quer parkende Autos in der Hofeinfahrt und sämtlichen neuen Schlössern..

Mein Stiefvater lebt seinen Hass aus und meine Mutter und auch mein Bruder gucken tatenlos zu.

Meine Oma hätte sowas nie gewollt, selbst Freunde meiner Eltern wenden sich von ihnen ab weil sie sehen wie sie mich behandeln, ich werde über nichts informiert, komme nirgendwo rein, bin nicht mehr erwünscht, mein Stiefvater will Krieg führen.

Ich möchte jedoch keinen Krieg führen, ich möchte lediglich meine Familie zurück.. Ich möchte nicht weiter ausgegrenzt werden, ich möchte nicht weiter Spüren müssen dass mir bewusst weh getan wird und weggeguckt wird.

Meine Großmutter wünschte sich dass gemeinsam jedes Haus oder jeder Garten mit Leben und Liebe gefüllt wird, jeder sich an der Kunst, der Bücher, der Geschichten erfreuen darf..
Stattdessen werden mauern gezogen, Müll wird lieber geortet, leere Räumlichkeiten abgeschlossen damit ich bloß kein Fuß fassen kann dort..

Ich möchte nun im Sinne meiner Großmutter, ihrem Wunsch nach Frieden, handeln und genau wie sie es oftmals tat nachgeben.

Daher die eigentliche Frage :
Kann ich, um entgültig deutlich zu machen dass es mir um die Familie geht und nicht um den Besitz, mein Erbanteil meinem Stiefvater quasi auf Zeit übertragen?

Ich möchte irgendwann dem Versprechen noch nachkommen können , dass ich meiner Oma am Sterbebett gab, dass ich das älteste Haus, ein altes Renaissance Denkmal, auch weiteren Generationen vermache.
Sie wollte immer dass wir Freude an all dem Besitz haben werden, alle gemeinsam.

Deswegen der Punkt mit der Einschränkung auf Zeit.
Gerne können sich die drei dort noch die nächsten zwanzig Jahre verwirklichen, glücklich sein, jeder auf seine Art, bis ich eh hinziehen muss um ihnen im Alter zu helfen.

Gibt es dort eine Möglichkeit?
Kann ich niederschreiben lassen dass ich meinem Stiefvater für die nächsten zwanzig Jahre meinen gesamten Anteil übergebe?

Vielen Dank im Voraus für die Zeit und Mühe sich dem anzunehmen.

Mit bestem Gruß
Caroline Koch M.A.

28.10.2019 | 08:58

Antwort

von


(736)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Übertragung Ihres Erbanteils auf Zeit mit der Maßgabe, dass dieser "automatisch" nach Ablauf einer bestimmten Frist an Sie zurück fällt, ist rechtlich nicht möglich.

Sie können sich aber einen Anspruch auf Rückübertragung sichern, indem unter bestimmten Bedingungen ( etwa Tod einer bestimmten Person oder Verkauf der Immobilie an Dritte ) ein Anspruch auf Rückübertragung Ihres Eigentumsanteils erfolgt. Mit einer sogenannten Rückauflassungsvormerkung können Sie sicherstellen, dass das Haus, um welches es Ihnen wohl in erster Linie geht, nicht ohne Ihre Mitwirkung verkauft werden kann und es zu einem späteren Zeitpunkt, wieder in Ihr ( Mit-)Eigentum übergeht.

Meines Erachtens wäre es empfehlenswert, eine Abschichtungsvereinbarung zu treffen, mit der Sie aus der Erbengemeinschaft ausscheiden. Als Gegenleistung wird dann die Eintragung einer Rückauflassungsvormerkung und ggf. eine bestimmte Zahlung vereinbart. Auch weitere Bedingungen und Auflagen können aufgenommen werden. Dieses wäre dann noch im Einzelnen zu überlegen und zu verhandeln.

Eine Übertragung an den Stiefvater wird schenkungssteuerlich nicht empfehlenswert sein, jedoch kommt ja auch eine Übertragung an Mutter/ Bruder in Betracht.

Diese Vereinbarung mit Rückauflassungsvormerkung muss notariell beurkundet werden. Sie können sich also für nähere Vorschläge und für die konkrete Ausgestaltung der Urkunde an einen Notar Ihrer Wahl wenden. Alternativ können Sie sich auch zunächst für die Erstellung eines Entwurfs an einen Rechtsanwalt vor Ort wenden. Bei Bedarf stehe auch ich Ihnen gern zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

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