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Erbansprüche nach Tod eines Elternteils

25.03.2008 14:22 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Aus der ersten Ehe meines Vaters sind zwei Söhne hervorgegangen. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er erneut, aus dieser Ehe sind zwei Töchter hervorgegangen.
Kürzlich ist unser Vater verstorben, er hat ein ganz allgemein gehaltenes Testament hinterlassen. Das jetzt vorhandene „Vermögen“ stammt indirekt zum großen Teil aus einer früheren Erbschaft meiner Stiefmutter. Diese Erbschaft war vor vielen Jahren der Grundstock für den Bau eines kleinen Häuschens auf dem Dorfe. Mein Vater hat seinen Bausparvertrag eingebracht und die Hypothek getilgt (meine Stiefmutter war während der Ehezeit nie berufstätig). Vor einigen Jahren haben die Eltern das Häuschen verkauft und sind in ein Seniorenheim gezogen. Der Verkaufserlös wurde auf Konten eingezahlt, die auf den Namen meiner Stiefmutter lauten.
Frage 1: Besteht zum jetzigen Zeitpunkt ein Erbanspruch und muss dann das frühere Erbe der Stiefmutter aus dem „Vermögen“ herausgerechnet werden (was sehr schwierig sein dürfte)?
Frage 2: Können mein Bruder und ich nach dem Tod unserer Stiefmutter Erbansprüche geltend machen (wir sind nicht adoptiert)?

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage kann nicht ohne Kenntnis des Testaments beantwortet werden. Bitte nutzen Sie die Nachfrage-Funktion, um mir den Inhalt (anonymisiert!) mitzuteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Steinfelder
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.03.2008 | 15:19

Testamentinhalt:
Von seinem Tod sollen nur die nächsten Verwandten verständigt werden.
Ältester Sohn und älteste Tochter sollen Formalitäten erledigen.
Er möchte verbrannt werden, Urnenbeisetzung auf Friedhof in xy.
Urne seiner Witwe soll später in sein Urnengrab.
Trauerfeier in kleinstem Kreise.
Wörtliches Zitat des Schlußsatzes: "Meinen bescheidenen Nachlaß teilt so auf, dass jeder etwas als Erinnerung von mir hat."

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.03.2008 | 21:08

Vielen Dank für Ihre Nachricht.

Ich möchte nunmehr Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten.

1. Das Testament bestimmt nicht konkret, wer Erbe sein soll, so daß in Ihrem Fall die gesetzlich bestimmte Erbfolge eintritt.

Diese bestimmt sich in Ihrem Fall wie folgt, wobei ich davon ausgehe, daß keine der benannten Personen die Erbschaft ausschlägt und Ihr Vater mit seiner zweiten Ehefrau keine Gütertrennung vereinbart hat.

Grundsätzlich sind zunächst alle Abkömmlinge (Kinder) des Erblassers als Erben berufen. Das sind in Ihrem Fall Sie, Ihr Bruder und Ihre beiden (Halb-)Schwestern.

Der Witwe Ihres Vaters steht neben den Abkömmlingen insgesamt die Hälfte des Nachlasses zu, so daß sich folgende Erbteile ergeben:

Sie, Ihr Bruder, und Ihre beiden Schwestern je ein 1/8, Ihre Stiefmutter 1/2.

Sie bilden mit allen anderen Erben eine Erbengemeinschaft, d.h. sie treten bis zur Auseinandersetzung der Gemeinschaft in alle Rechte und Pflichten Ihres Vaters gemeinschaftlich ein.

Sie haben also gemeinschaftlich auch das gesamte Vermögen Ihres Vater geerbt. Dabei kommt es nur auf die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse im Zeitpunkt des Todes an, so daß das frühere Erbe Ihrer Stiefmutter nicht "herauszurechnen" ist. Da der Verkaufserlös aus dem Haus sich zum Todeszeitpunkt jedoch auf den Konten der Stiefmutter befand, steht der Erlös in deren "Eigentum", also nicht im Nachlass Ihres Vaters!

Es wäre jedoch noch genau zu prüfen, ob der Erbengemeinschaft nicht ein Anspruch auf Auszahlung eines Teils des Erlöses zusteht (zum Verständnis: dann stünde nicht der Erlös selbst im Nachlass, sondern der Auszahlungsanspruch).

Hier kommt es auf die Rechtsbeziehung zwischen den Ehepartnern an. Wenn z.B. vereinbart war, daß der Erlös beiden zu gleichen Teilen zusteht, dann könnte ein Auszahlungsanspruch der Hälfte bestehen.

Hinweise können in dem notariellen Kaufvertrag zu finden sein (Waren die Eheleute Miteigentümer zu gleichen Teilen, bzw. gibt es im Vertrag eine Regelung, wer den Erlös erhalten soll?), aber auch in der Kontenregelung bei der Bank (Konnte Ihr Vater auf die Konten Ihrer Stiefmutter zugreifen?).

Dies sollten Sie unbedingt von einem Anwalt vor Ort anhand aller vorliegenden Unterlagen klären lassen!

2. Da Sie und Ihr Bruder keine Abkömmlinge der Stiefmutter sind, haben Sie im Todesfall auch keine Erbansprüche, es sei denn, daß Sie in einem Testament als Erben berufen sind.

Sollten Sie noch eine Nachfrage haben, so wenden Sie sich bitte per E-Mail an mich: info@steinfelder.org

Mit freundlichen Grüßen,

Lars Steinfelder
Rechtsanwalt

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