Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbansprüche


31.07.2007 21:34 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Mutter ist am 07.04.2007 verstorben. Sie hatte 3 Kinder.
Das 1. Kind vor der Ehe mit meinem Vater, der leibliche Vater des Kindes ist hier in der Geburtsurkunde nicht genannt. Das 2. und 3. Kind während der Ehe mit meinem Vater.
Nach der Eheschließung meiner Eltern hat eine Änderung des Familiennamens beim 1. Kind durch Umbenennung auf den gemeinsamen Familiennamen der Eheleute stattgefunden. Diese Umbenennung ist im Familienstammbuch dokumentiert, auch hier ist der Name des Kindsvaters gestrichen. Ansonsten gibt es im Familienstammbuch nur die Geburtsurkunden vom 2. und 3. Kind die aus der Ehe stammen. Es gibt keinerlei Dokumente die belegen, dass mein Vater das 1. Kind adoptiert oder an Kindesstatt angenommen hat. Es hat lediglich besagte Umbenennung stattgefunden.
Es gibt kein gemeinsames Testament, meine Eltern haben in Gütergemeinschaft gelebt. Bei der Erbmasse handelt es sich nur um Konten und Sparbücher.
Nun meine Fragen:
1. Welche Erbansprüche hat das 1. Kind nach dem Tode unserer Mutter?
2. Welche Erbansprüche hat das 1. Kind wenn mein Vater mal stirbt?
3. Wie lange bestehen diese Erbansprüche?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

nach der gesetzlichen Erbfolge erbt Ihr Vater (ggf. neben dem sog. Voraus nach § 1932 BGB) nach dem Tode Ihrer Mutter 1/4 des Nachlasses. Sie und Ihre beiden Geschwister erben den Rest zu gleichen Teilen, also ebenfalls jeder 1/4 (§§ 1924 Abs. 1 und 4, 1931 Abs. 1 BGB).

Da das 1. Kind nicht von Ihrem Vater abstammt bzw. dessen Vaterschaft weder gerichtlich festgestellt noch rechtlich anerkannt wurde und auch nicht von ihm adoptiert wurde, hat es im Falle seines Todes keine gesetzlichen Erb- oder Pflichtteilsansprüche.

Für erbrechtliche Ansprüche gilt eine dreißigjährige Verjährungsfrist (außer wenn Sondervorschriften eingreifen wie z.B. bei Pflichtteilsansprüchen) ( § 197 Abs. 1 Nr. 2 BGB).

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 01.08.2007 | 13:11

Sehr geehrte Frau Haeske,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage,da ich mir noch ein wenig unklar bin noch einmal nachfolgende Frage.
Es war ein Irrtum von mir, dass meine Eltern in Gütergemeinschaft gelebt haben, es handelte sich hier um eine Zugewinngemeinschaft.
Wenn Sie davon sprechen, dass meinem Vater aus dem Nachlass meiner Mutter ¼ zusteht sehe ich das so, dass der Nachlass das ganze ist von dem je ½ Mutter und Vater gehören. Ist das Richtig?
Von dem ½ der Mutter steht meinem Vater ¼ zu und das andere ¼ zu gleichen Teilen den Kindern – ist das Richtig?

Vielen Dank für Ihre Antwort
Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.08.2007 | 16:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

bei der Zugewinngemeinschaft behält jeder Ehegatte sein eigenes Vermögen. Das Vermögen, dass die Ehegatten in die Ehe mitbringen, wird mit der Heirat nicht gemeinschaftliches Vermögen. Auch kann jeder Ehegatte eigenes Vermögen während der Ehe erwerben. Ihre Annahme, dass "der Nachlass das Ganze ist von dem je 1/2 Mutter und Vater gehören" ist so daher nicht richtig. Man müsste ganz konkret prüfen, ob der jeweilige Gegenstand zum Nachlass gehört. Unter Umständen gehören zum Nachlass auch Schulden. Soweit es jedoch um Konten und Sparbüchern geht, die auf den Namen beider Ehegatten lauten, sind beide daran zu gleichen Teilen berechtigt gewesen, soweit es keine anderweitige Vereinbarung gab. Insoweit fiele die Hälfte davon in den Nachlass. Die Erben bilden zunächst auch erstmal eine sog. Gesamthandsgemeinschaft, eine Aufteilung nach Quoten findet erst im Rahmen der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft (z.B. durch einen Auseinandersetzungsvertrag) statt.

Da Ihre Eltern nicht in Gütergemeinschaft, sondern im Güterstand der Zugewinngemeinschaft lebten, stimmen allerdings die o.g. Erbquoten damit auch nicht mehr.
Der Erbteil Ihres Vaters erhöht sich wegen der Zugewinngemeinschaft ( § 1371 Abs. 1 BGB) um 1/4. Sein Erbteil vom Nachlass beträgt also insgesamt 1/2. Sie und Ihre Geschwister erben den Rest (1/2 = 3/6) zu gleichen Teilen, d.h. jedes Kind erhält 1/6 vom Nachlass.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER