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Erbanspruch an Geschwister des enterbten Vaters


30.11.2013 15:43 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,
sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

ich bin ein uneheliches Kind und weiß, dass ich nach dem Ableben meines Erzeugers einen Erbanspruch auf den Pflichtteil habe. Mein Erzeuger hat keine weiteren Kinder, seine Frau lebt noch.
Mein Erzeuger ist der älteste Sohn und gleichzeitig aber auch das "schwarze Schaf" einer reichen Familie und wurde zu Lebzeiten seines Vaters von ihm Anfang der 70er Jahre enterbt. Nach dem Tod des Vaters meines Erzeugers wurde das mittelständische Unternehmen an die jüngeren Brüder übergeben.
Meine Frage lautet: Kann ich nach dem Ableben meines Erzeugers oder auch jetzt schon bei dessen jüngeren Brüdern bzw. deren Nachkommen nachträgliche Erbansprüche geltend machen, da ich ja als direkter Nachkomme durch die Enterbung meines Erzeugers benachteiligt bin / wurde?
Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, wurde Ihr Vater/Erzeuger damals enterbt. In diesem Fall hätte Ihr Vater/Erzeuger Pflichtteilsansprüche gegenüber dem/den Erben geltend machen können.

Sie persönlich können zu Lebzeiten Ihres Vaters/Erzeugers leider keine erbrechtlichen Ansprüche geltend machen, weder gegenüber Ihrem Vater/Erzeuger, noch gegenüber dessen jüngeren Bruder (bzw. dessen Abkömmlingen).

Auch können Sie aufgrund der Enterbung Ihres Vaters/Erzeugers keine sonstigen Ansprüche (also ausserhalb des Erbrechts) gegenüber dem jüngeren Bruder geltend machen.

Lediglich für den Fall, dass Ihr Vater/Erzeuger versterben würde, hätten Sie erbrechtliche Ansprüche. Gem. § 1924 BGB wären Sie zunächst erbe erster Ordnung. Sollte Ihr Vater/Erzeuger Sie durch ein Testament von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen, hätten Sie gem. § 2303 BGB gegenüber dem/den Erben immerhin noch einen gesetzlichen Pflichtteilsanspruch.

Sofern Ihr Vater/Erzeuger vor seinem Ableben noch große Teile seines Vermögens zu Lebzeiten verschenken würde, hätten Sie unter Umständen gegenüber dem Beschenkten noch sog. Pflichtteilsergänzungsansprüche.

Andere Ansprüche sind nach Ihrer Schilderung leider wie bereits dargestellt nicht ersichtlich.

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und wünsche Ihnen noch ein erholsames Wochenende!
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