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Erbabwicklung

21.09.2014 01:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung:

Genäß § 1968 BGB tragen die Kosten der Beerdigung des Erblassers die Erben. Bei Miterben hat jeder gemäß seiner Erbquote für die Kosten aufzukommen. Der Wert üblichen Hausrats wird bei der Erstellung von Vermögensverzeichnissen üblicherweise mit 0 EUR angesetzt.

Hallo,
meine Frau ist vor 3 Monaten tödlich verunglückt.
Ich habe notarielle Generalvollmacht.
Immobilienbesitz ist unstreitig bei mir in Form einer
lastenfreien ETW vor der Ehe. Allein ich im Grundbuch.
Wir waren verheiratet, ohne Testament.
Erbengemeinschaft sind ich und 2 Stiefsöhne.
Das Bar- und Depotvermögen wurde aufgeteilt und
abgewickelt mit 50%, 25%, 25%.
Eheschliessung war 2005.
Das Vermögen konnte von meiner Frau gespart werden,
weil keine Belastungen durch Mietausgaben bestanden.
Die kleinen Versicherungen wurden an mich als
Bezugsberechtigter geleistet.
Nun wird aus der restlichen Erbengemeinschaft verlangt,
das ich hiervon die Beteiligung an den Beerdigungskosten
zu übernehmen habe und Wertgegenstände wie z.B. das
Fahrrad der Mutter, Fernseher und andere im Besitz befindliche
Haushaltsgegenstände herauszugeben bzw. zu verrechnen
habe, die während der Ehe angeschafft wurden. Schmuck gibt
es keinen. Der wurde bei einem Einbruchdiebstahl vor 3 Jahren
komplett entwendet.
Man bezichtigt mich der Erbunterschlagung, obwohl ich alles
mehr als korrekt gehandhabt habe.
Ich habe nicht nur meine geliebte Frau verloren sondern gerate
ohne Absicht in's Schussfeld der Söhne.
Damit kann ich schwer umgehen.
Was habe ich falsch gemacht oder ist noch zu tun?
Wie wehre ich mich gegen die vor anderen Familienmitgliedern
lautstarke Beschuldigung der Unterschlagung?
Vielen Dank für Ihre Einschätzung der Situation.

Sehr geehrter Fragensteller!

Erstens. Leistungen als Begünstigter einer Lebensversicherung zählen nicht zur Erbmasse. Zwar unterliegen solche Erwerbe regelmäßig der Erbschaftssteuer, doch aufgrund eines ganz anderen Tatbestands. Die Versicherung erfüllt einen eigenständigen Anspruch des Begünstigten (Vertrag zugunsten Dritter). In der Folge wächst Ihnen als Begünstigter das Vermögen sofort an, es geht nicht über die Erbmasse. Irgendwelche Verrechnungen oder Anrechnungen der Erbengemeinschaft mit ihren Versicherungsleistungen verbieten sich daher. Das hat nichts miteinander zu tun.

Zweitens. Die Beerdigungskosten sind von allen Erben (mit Erbengemeinschaft) zu tragen. Bei einer späteren Auseinandersetzung hat dann jeder Erbe gemäß seinem Erbteil die Kosten zu tragen. Wenn bei Ihnen schon eine Vorabverteilung erfolgt ist und nunmehr kein weiteres Vermögen besteht, sind die Erben verpflichtet gemäß ihrer Erbquote die Kosten einzuzahlen. Streng genommen könnten Sie also von den beiden Stiefsöhnen jeweils ein Viertel der Beerdigungskosten verlangen. Hierbei ist jedoch zu beachten das die erstattungsfähigen Beerdigungskosten sich nur auf ein einfaches Grab (Kiefernsarg, Holzkreuz statt Marmorstein) beziehen. Wurde ein größeres Begräbnis abgehalten, so sind nur die Kosten für ein fiktives einfaches Begräbnis erstattungsfähig. Trauerkleidung für den Witwer oder die Stiefsöhne sowie der Leichenschmaus gehören auch nicht zu den Kosten.

Drittens. Es tut mir leid, dass es zwischen ihren Stiefsöhnen und ihnen solche Streitigkeiten gibt. Idealerweise wird zu Beginn der Erbfolge zunächst zusammen ein Vermögensverzeichnis erstellt. Zwar ist der Vorhalt ihrer Stiefsöhne grundsätzlich richtig, dass der Hausrat, welcher von ihrer Mutter angeschafft worden ist, auch zur Erbmasse gehört. Doch ist bei einem üblichen Hausrat der Wert mit null Euro anzusetzen. Der objektive Wert getragener Kleidung, abgewohnter Möbel, gebrauchter Elektrogeräte tendiert gegen null. Im Gegenteil: Man müsste für die Entsorgung sogar bezahlen. Natürlich gilt dieses nicht für Wertgegenstände wie Schmuck und Gemälde oder sehr wertvolle antike Möbel. Von daher ist hier zwar ein Hausrat anzusetzen, dessen Wert beträgt jedoch null Euro. Sofern Sie sich doch noch vergleichen möchten, wäre es auch vertretbar einen zwischen ihnen zu vereinbaren Betrag anzusetzen. Denkbar wäre auch, verschiedene Entrümpelungsunternehmer oder wohnungslose um ein Angebot zu bitten, was die Entsorgung kosten bzw. welchen Preis man bieten würde.

Viertens. Was den gestohlenen Schmuck betrifft, so wäre es natürlich am besten, in sie eine Bestätigung von Polizei oder Versicherung vorlegen könnten, dass sie bzw. ihre Frau den Schmuck als gestohlen gemeldet hatte. Was ihre Stiefsöhne betreiben, könnte den strafrechtlichen Tatbestand einer Verleumdung erfüllen. Diese würden sich strafbar machen, wenn diese nicht beweisen könnten dass sie Teile der Erbmasse unterschlagen. Solch ein Beweis würde den Stiefsöhnen wahrscheinlich nicht gelingen. So stehen strafrechtliche Sanktionen gegen diese im Raum. Ich würde ihnen dennoch raten es nicht eskalieren zu lassen. Eine Strafanzeige bewirkt in den seltensten Fällen eine Befriedung. Daneben wären auch zivilrechtliche Unterlassungsansprüche möglich, da durch die Äußerungen ihnen gegenüber bzw. vor Fremden gegenüber ihr Persönlichkeitsrecht verletzt wird.

Persönlich würde ich Ihnen vorschlagen, dass sie sich noch mal mit den beiden Stiefsöhnen zusammensetzen. Vielleicht ist es möglich eine Lösung der Art zu finden, dass ein neutraler Dritter (beispielsweise Steuerberater oder Rechtsanwalt) noch einmal die Auseinandersetzung prüft. Denkbar wäre auch einen Sachverständigen mit der Begutachtung und Bewertung einzelner Objekte zu beauftragen, von denen die Söhne meinen, diese wären besonders wertvoll. Sind die Gegenstände wirklich wertvoll, so sind sie als Ehemann jedoch nicht gezwungen die Sache abzunehmen und dadurch ihren Erbteil zu mindern. Die Erbengemeinschaft muss, wenn sich kein naher der Erben freiwillig zur Abnahme findet, die Sachen freihändig verkaufen. Danach wird der Erlös entsprechend den Erb Quoten verteilt. Die Kosten sollten von allen drei beteiligten entweder entsprechend der Erbquote oder pro Persona getragen werden. Vielleicht ließe sich auf diese Art ein dauerhafter Frieden herstellen.

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