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Erb- Auseinandersetzung

| 10. Januar 2021 15:11 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 22.09.2020 ist mit dem Tod meines Vaters der Erbfall eingetreten. Aufgrund eines Privatschriftlichen Testamentes (Berliner Testament) bin ich neben meinen zwei Geschwistern zu gleichen Teilen als Erbe eingesetzt worden.

Das Erbe besteht zum einen (ca.3/4) aus Geldvermögen auf Bankkonten/ bzw. Aktiendepots, zum anderen aus drei Eigentumswohnungen (reine Anlageimmobilien).

Vor dem Tod hatte meine Schwester (Teilerbin) die Betreuung für den dementen Vater inne.
Ein Testamentsvollstrecker wurde testamentarisch nicht festgelegt.

Zunächst war man übereingekommen, dass aus naheliegenden Gründen, die Schwester für alle drei Erben einen gemeinschaftlichen Erbschein beantragen sollte.
Die o.g. drei Immobilien sollten, auf ausdrücklichen Wunsch der beiden Geschwister, von diesen weiter als Anlageobjekte gehalten werden. Als Ausgleich wurde mir eine "Abfindung" im Rahmen einer sog. "Abschlichtung" angeboten.
Mit dieser Vorgehensweise hatte ich mich grundsätzlich einverstanden erklärt; zu einer schriftlichen Vereinbarung darüber kam es allerdings noch nicht.

Vielmehr geriet die Sache dadurch ins Stocken, dass die beiden Miterben jetzt doch die Möglichkeit eines Komplett- bzw. Teilverkaufes der genannten Anlageimmobilien in allernächster Zeit in Erwägung ziehen. Dies allerdings erst nach einer "Abschlichtung".
Diese Variante lehnte ich nachweislich ab, da eine "Abfindung" in diesem Zusammenhang mich event. schlechter stellen könnte, im Hinblick auf die am Markt zu erzielenden Erlöse.

Unabhängig von diesem strittigen Punkt, wünsche ich eine zügige Erbauseinandersetzung zumindest bei den Bankguthaben.

Zunächst dauerte es nach Mitteilung an das Nachlassgericht München mehrere Wo, bis die Formulare zur offiziellen Annahme der Erbschaft zugestellt wurden (18.11.2020).
Seitens des dortigen Rechtspflegers verwies man auf die Möglichkeit der Erbscheinerstellung im Monat Dezember 2020.

Eine Zugangsbestätigung darüber und eine Sachstandsinformation liegt mir bis zum heutigen Tage nicht vor.
Offensichtlich ist das Verfahren insgesamt ins Stocken geraten.

Wie gelange ich auf dem kürzesten Wege an meinen Anteil am ausgewiesenen Bankguthaben?

Wie kann ich ohne Klage, die ich vermeiden will, den Verkauf der 3 Immobilien zeitnah erreichen?

Besten Dank für Ihre Bemühungen
MfG

10. Januar 2021 | 18:18

Antwort

von


(536)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

durch den Erbfall werden Sie und Ihre Geschwister automatisch zu einer Erbengemeinschaft und können über die Erbschaftsgegenstände nur gemeinsam verfügen. Durch die Erbauseinandersetzung wird dann das Erbe aufgeteilt und an die einzelnen Erben zu deren Alleineigentum verteilt.

Hierzu gibt es im Grunde nur 3 Möglichkeiten:

1. Aufteilung
Der ganz klassische Weg, Gelder und andere teilbare Sachen (Aktien) werden einfach durch 3 geteilt, die Wohnungen verkauft und nach Abzug aller möglichen Verbindlichkeiten ebenfalls durch 3 geteilt.

2. Verkauf des Erbteils
Gemäß § 2033 BGB kann ein Miterbe seinen gesamten Erbteil (nicht einzelne Teile davon) an einen Dritten verkaufen.

Zitat:
§ 2033 Verfügungsrecht des Miterben
(1) Jeder Miterbe kann über seinen Anteil an dem Nachlass verfügen. Der Vertrag, durch den ein Miterbe über seinen Anteil verfügt, bedarf der notariellen Beurkundung.
(2) Über seinen Anteil an den einzelnen Nachlassgegenständen kann ein Miterbe nicht verfügen.


Es gibt hier professionelle Aufkäufer, in Ihrer Konstellation dürfte dies aber eher finanziell ungünstig sein zumal den Miterben ein Vorkaufsrecht nach § 2034 BGB zusteht, besser wäre da tatsächlich die Abschichtung:

3. Abschichtung
Ein Erbe, also Sie, verkauft sein Erbteil komplett an die anderen. Aufgrund der hohen Summe an Bargeld dürfte dies möglich sein. Allerdings scheint es ja Streit über den Wert der Immobilien zu geben.

Eine zwangsweise Auseinandersetzung ist in der Regel so aufwendig und kostenintensiv, dass eine Einigung immer der besser Weg ist, auch wenn Sie z.B. andere Preisvorstellungen haben als Ihre Miterben. Wenn Sie hier nicht nachgeben werden Sie voraussichtlich nach am Ende immer weniger bekommen als das "schlechte" Angebot der Miterben, eine Versteigerung wird immer einen sehr deutlichen Abschlag mit sich bringen.

Allerdings kann es einen Vorteil bringen wenn Sie versuchen Ihre jetzige Position zu verbessern. Taktisch sinnvollste Lösung dürfte es sein die Wohnungen jetzt erstmal nicht weiter zu thematisieren, sondern direkt nach Erhalt des Erbscheins das Barvermögen aufzuteilen. Dies dürfte in dem Moment ein Leichtes sein wenn die Banken dies aufgrund des Erbscheins ermöglichen. Es ist auch nicht ersichtlich, warum Ihre Miterben hier Einwände haben sollten. Sie können sich hier auch vertraglich darüber einigen, dass zunächst das Geld aufgeteilt werden soll, müssen dies aber nicht. Selbst bei späteren Streitigkeiten ohne Vertrag wird sich kein Grund finden die Barbeträge nicht einfach nach der Anzahl der Erben durch 3 zu teilen.

Sind das Geld und die Wertpapiere dann aber erstmal verteilt (egal ob es hier schon eine schriftliche Vereinbarung gibt oder nicht) können Sie dann ungleich größeren Druck ausüben. Im Grundbuch kann aktuell nur die Erbengemeinschaft eingetragen werden und sie könnten dann jeden Verkauf oder anderweitige Verfügung blockieren und davon abhängig machen, dass entweder ein Ihnen angemessener Kaufpreis erzielt wird oder Sie eine entsprechende Zahlung gegen Aufgabe des Mieteigentums erhalten. Einen endgültigen Erbauseinandersetzungsvertrag können Sie dann immer noch vereinbaren.

Ich hoffe Ihre Frage damit zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntagabend und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke





Bewertung des Fragestellers 10. Januar 2021 | 19:47

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