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Entzug des akademischen Grades

| 28. August 2022 08:47 |
Preis: 70,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


Guten Tag!

Ich habe vor einigen Jahren meinen Masterabschluss (M.Sc.) an einer Fernhochschule gemacht und die Thesis nach bestem Gewissen geschrieben. Ich habe bewusst meine Thesis nicht veröffentlicht, auch nicht an die Hochschule deren Bibliothek und in keinem Unternehmen etc. geschrieben. Das heißt, es bestand keine Veröffentlichungspflicht. Ich machte eine Fragebogenumfrage und merkte erst nach der Datenerhebung, dass ich einen methodischen Fehler im Fragebogen machte, der auch meinem Betreuer im Exposè nicht auffiel. Nun wollte ich alles richtig machen und den methodischen Fehler korrigieren, indem ich Items nachträglich im Fragebogen umänderte bzw.hinzufügte. Allerdings schickte ich den neuen Fragebogen dann nicht nochmal an die Teilnehmer raus sondern verwendete den alten weiter, weil ich dachte, dass es egal ist, weil es nicht um die Ergebnisse geht. Jetzt Jahre später wo man soviel hört über Plagiate etc.stelle ich mir auch die Frage, ob mir der Mastergrad aufgrund Manipulation der Daten entzogen wird? Ich habe den alten Studienbrief noch worin auch steht, dass man, auch wenn es nur von einer Person angeschaut wird und kein Schaden entsteht und es nicht veröffentlicht wird, sich an richtige Daten halten sollte. Das "sollte" implizierte bei mir eine Entscheidung und ich nahm es als Empfehlung auf. Man kann es naiv nennen, aber ich habe 4 Wochen vor der Abgabe mein 2.Kind entbunden und mir kam echt nicht der Gedanke, dass ich betrogen haben könnte. Ich dachte bis jetzt immer, dass ich alle Kritierien, die für die Thesis gefordert waren, erfüllt hätte. Wird mir der Grad jetzt entzogen wenn ich es melde? Es geht darum, dass mich das schlechte Gewissen plagt, da ich den Betrug so nicht beabsichtigt hatte. Es ist auch so, dass es kaum Onlinevorlesungen gab und nur durch Studienbriefe und Bücher das Wissen vermittelt wird. Man wurde zwar auf Plagiate und Ghistwriting hingewiesen, aber nicht auf Datenmanipulation. Ich dachte nicht daran, dass dies auch einen Betrug darstellt, da dies auch nicht im Eidesstattlichen Eid steht und ging davon aus, alles richtig zu machen. Ich habe anonym auch den Prüfungssausschuss gefragt und der meinte auch, dass ich eine Selbstanzeige gegenüber den Prüfungsausschuss aufgeben soll, damit der damalige Betreuer den Schweregrad meines Verstoßes gegen die wiss. Gütekriterien prüfen kann. Es ist natürlich ein schwere Verstoß, deshalb wird mir sicher der Grad entzogen.
Meine Frage: Wenn ich das jetzt aufgrund meines schlechten Gewissens melde, darf die Fernhochschule mir den Grad entziehen? Ich finde eigentlich, dass die Verantwortung da nicht zu 100 prozent bei mir liegt, da die Fernhochule dass sehr vage formulierte und sonst nicht darauf aufmerksam macht. Andere Unis verweisen auf dieses Problem in ihren Studienbriefen explizit hin..
Ich bitte um eine Rückmeldung.
Liebe Grüße

Einsatz editiert am 28. August 2022 09:59

28. August 2022 | 11:04

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ohne Kenntnis des Prüfungsrechts der Hochschule sowie des Bundeslandes und des Jahres der Verleihung des Master-Titels ist Ihre Frage nur sehr abstrakt zu beantworten.

Auf Grund von Prüfungen, mit denen ein weiterer berufsqualifizierender Abschluss erworben wird, kann die Hochschule einen Master- oder Magistergrad verleihen (§ 19 Abs. 3 Satz 1 des Hochschulrahmengesetzes - HRG). Schwerwiegende Verletzungen der Regeln wissenschaftlichen Arbeitens machen die Verleihung eines akademischen Grades rechtswidrig; abzustellen ist auf die einschlägige Prüfungsordnung der Universität. Ob bei Ihnen ein solcher gravierender Verstoß vorliegt, wäre anhand der Details des Falles zu prüfen. Unabhängig davon würde sich dann die Folgefrage stellen, ob deswegen auch die Rücknahme der Verleihung des Master-Grades gerechtfertigt ist. Dem könnte etwa der Vertrauensschutz entgegenstehen, wenn keine bewusste Täuschung, also nur Fahrlässigkeit vorliegt.

Ich meine allerdings nicht, dass Sie sich damit entlasten könnten, dass es keinen expliziten Hinweis der Hochschule auf die Unzulässigkeit einer Datenmanipulation gab. Zum einen dürfte dies selbstverständlich sein, und zum anderen gibt es eine Obliegenheit der Prüflinge, sich bei Fragen zu Inhalt und Verlauf der Prüfung rechtzeitig zu erkundigen.

Würden Sie sich jetzt bei der Hochschule melden, würde diese mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Prüfungsverfahren einleiten. Das könnte durchaus mit der Aberkennung des Master-Grades enden. Zwingend ist dies allerdings nicht nach dem, was Sie mir an Informationen gegeben haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Gero Geißlreiter
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 28. August 2022 | 11:31

Danke für Ihre Antwort!
Sie schreiben, dass ich mich vermutlich nicht entlasten könnte, wenn die Hochschule keine expliziten Hinweise gibt. Das mit der Selbstverständlichkeit ist so eine Sache. Ich weiß nicht, ob Sie vielleicht überlesen haben, dass im Studienbrief steht, dass man sich an wiss.Standard der Zuverlässigkeit auch halten sollte, wenn es nicht Veröffentlich wird etc. Durch das SOLLTE, war meine Frage eigentlich beantwortet und die Frage der Selbstverständlichkeit wurde dann durch diesen Satz nicht mehr gestellt. In anderen Abschnitten der wiss.Gütekriterien stand nämlich stets ein MUSS. Deshalb verstehe ich im Moment Ihre Angabe der Selbststverständlichkeit nicht so ganz :)

Hochachtungsvoll

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28. August 2022 | 11:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich finde diese Formulierung auch sehr merkwürdig. Auf jeden Fall wäre dies für Sie ein argumentativer Ansatzpunkt in einem etwaigen Rücknahmeverfahren. Die Frage ist aber auch, ob sich diese Aussage auf eine offizielle Prüfungsleistung bezieht.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Beste Grüße von Gero Geißlreiter, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30. August 2022 | 07:35

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