Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Entstehung von Forderungen

| 03.03.2015 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Veranstalter einer Sportveranstaltung im April eines jeden Jahres (Rechtsform UG) und habe hierfür mit mehreren Sponsoren u. a. mehrjährige Verträge abgeschlossen, die den Vertragspartner zur Zahlung eines bestimmten Betrags verpflichten gegen Nennung auf der Homepage, Plakaten etc.

Wann gelten diese Forderungen als entstanden und sind demnach in der Bilanz zum 31.12.2014 zu aktivieren?

1. Die Forderungen, bei denen der Vertragspartner bis zur Aufstellung der Bilanz (z. B. heute) bezahlt hat

oder

2. Alle Forderungen, die ich aufgrund der Verträge im jeweiligen Folgejahr (2015) zu erwarten habe?


Die gleiche Frage stellt sich bei den Teilnehmergebühren:

1. Aktivierung der Teilnehmergebühren, die sich bis zum 31.12.2014 angemeldet hatten (Abbuchung erfolgte erst im Februar 2015)

oder

2. Alle errechneten Teilnehmergebühren aus Anmeldungen bis zur Erstellung der Bilanz (z. B. heute)

Herzlichen Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Fragen anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt.

Wann gelten diese Forderungen als entstanden und sind demnach in der Bilanz zum 31.12.2014 zu aktivieren?

Die Forderung ist latent entstanden mit der Vereinbarung des Vertrages (Verpflichtungsgeschäft), aber in diesem Stadium natürlich nicht in einer Bilanz buchbar. Für jede Buchung gilt bei der ordnungsgemäßen Buchführung - Keine Buchung ohne Beleg.
Solche Belege sind in der Regel Rechnungen, Gutschriften, Bankauszüge oder Quittungen, um nur einige zu benennen, die Sie selbst schreiben und an Ihre Kunden übermitteln oder aber solche, die Sie selbst erhalten.
Eine Forderung entsteht darüber hinaus mit der Geltendmachung der Forderung und deren Fälligkeit zu einem bestimmten Datum.

Bei sogenannten Dauerschuldverhältnissen reicht normaler Weise bereits der Vertrag, weil hierin regelmäßig eine Fälligkeit der Leistung vereinbart ist.
Um Ihre Frage also zu beantworten, die jeweiligen Eingangs- und Ausgangsrechnungen sind am Tag des Eingangs bzw. den Tag der Aufgabe zur Post entsprechend in die Kreditoren und Debitoren mit dem jeweilig zutreffenden Gegenkonto. Der spätere Geldeingang auf den Konto oder der Kasse wird dann entsprechend bebucht.

Die gleiche Frage stellt sich bei den Teilnehmergebühren?
Ebenso wie oben, erst die Rechnung in Forderung oder Verbindlichkeiten aka Debitoren/Kreditoren buchen und bei der Realisierung der Verbindlichkeit bzw. Forderung in Erlöse bzw. Bank/Kasse buchen.
Hier kann es durchaus sein, dass Forderungen oder Verbindlichkeiten über den Jahreswechsel mitgenommen werden und erst durch den Zahlungseingang im Folgejahr das Buchungskonto ausgeglichen wird.
Bitte vergleichen Sie die Bilanz/doppelt Buchführung nicht mit einer EÜR. Bei dieser wird nur der Zahlungsab- und -zufluss berücksichtigt, Forderungen/Verbindlichkeiten, die nicht realisiert werden tauchen bei der EÜR gar nicht auf.

Zu den Grundsätzen der Buchführung hier mehr… http://www.rechnungswesen-portal.de/Fachinfo/Grundlagen/Tutorium-Buchungssaetze.html


Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.03.2015 | 16:25

Sehr geehrter Herr Wehle,

vielen Dank für Ihre Rückantwort.

Hinsichtlich der Sponsoringverträge werde ich entsprechend Ihren Ausführungen so vorgehen, dass ich zum 31.12.2014 keine Forderungen diesbezüglich ausweise, weil ich die Rechnungen auf Basis der Sponsoringverträge erst im Februar an den Sponsoringpartner versandt habe.

Bei den Teilnehmergebühren wird der Betrag nicht nochmals eingefordert, sondern ich könnte aufgrund der erteilten Lastschriftermächtigung jederzeit die Abbuchung vornehmen, was ich jedoch bis einschließlich 31.12.2014 nicht gemacht habe. Ist es dennoch korrekt, diesbezüglich keine Forderung zum 31.12.2014 auszuweisen?

Ist es korrekt, dass sowohl der Bankeingang von Sponsoringbeträgen (gem. bereits bestehenden Verträgen) als auch der Bankeingang von Teilnehmergebühren (von bereits vorliegenden Anmeldungen) zwischen dem 31.12.2014 und dem Tag der Bilanzaufstellung nicht als wertaufhellende Tatsache Eingang in den Jahresabschluss 2014 finden müssen?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.03.2015 | 17:00

Sehr geehrter Ratsuchender,

das hört sich doch erst einmal gar nicht schlecht an, was die Sponsoringverträge angeht.

Hinsichtlich der Teilnehmergebühren, ist die geschlossene Vereinbarung der Beleg für die ausstehende Forderung und ist entsprechend zu buchen. Nachdem Sie das Geld mittels Lastschrifteermächtigung eingezogen haben und Ihren diesbezüglichen Bankauszug als Beleg buchen werden die bis dahin offenen Forderungen gegen die einzelnen Teilnehmer wieder ausgeglichen.
Hier würden dann bis 31.12.2014 offene Forderungen in der Bilanz auftauchen und somit eine wertaufhellende Tatsache darstellen.

Da der Zahlungseingang erst nach dem 10.01.2015 stattfindet und darüber hinaus auch nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rechnungsjahr 2014 steht wirkt sich der zu buchende Erlös aus erhaltener Teilnehmergbühr und Sponsorengeldern nicht in 2014 aus, sondern sind dem Abschlussjahr 2015 zuzuordnen.

Ichhoffe Ihre Fragen eindeutig beantortet zu haben. Gern stehe ich Ihnen hier auch außerhalb des Portals für weitere Fragen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
RA A. Wehle

Bewertung des Fragestellers 05.03.2015 | 07:06

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?