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Entsendung nach Norwegen Rechnung oder Kurzfristige Beschäftigung

13.02.2017 22:10 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


In einer Nebentätigkeit werde ich für 14 Tage nach Norwegen entsenden.
Meine Haupttätigkeit bleibt weiter bestehen.
Der Arbeitgeber möchte nicht die kurzfristge Beschäftigung nutzen sondern mich als reguläre Arbeitskraft mit Steuerklasse 6 anstellen.

Was ist aus steuerlicher Sicht für mich günstiger bzw. wie kann man den Formalismus gering halten?

Danke
14.02.2017 | 10:05

Antwort

von


(79)
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04318 Leipzig
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst möchte ich Ihnen zum Verständnis kurz etwas zur Steuerklasse 6 mitteilen:
Die Steuerklasse 6 ist die Steuerklasse für Nebentätigkeiten, sie hat von allen Steuerklassen hat sie die höchsten Abzüge, denn hier gibt es keinen Grundfreibetrag oder Kinderfreibetrag, lediglich ein Altersentlastungsfreibetrag besteht. Einen Minijob(bis 400 EUR) jedoch braucht nicht in der Steuerklasse 6 angemeldet werden.

Vom Grundsatz her, gilt LK 6 für Arbeitnehmer, die neben ihrem Hauptjob noch einen weiteren Nebenjob anmelden, so wie das bei Ihnen der Fall scheint.

Für Sie nur zum Vergleich:
Im Gegensatz zur Klasse 1, wo die Freibeträge insgesamt bei 8620 Euro liegen und zu Lohnsteuerklasse 3, wo 16.320 Euro als Freibetrag berücksichtigt werden können, steht in der Lohnsteuerklasse 6 überhaupt kein Freibetrag zur Verfügung.
Das liegt daran, dass davon ausgegangen wird, dass die Freibeträge durch den Job in der jeweils anderen Lohnsteuerklasse bereits ausgeschöpft sind. Ist dies nicht der Fall, kann man den Freibetrag, der auf der ersten Steuerkarte nicht verbraucht wurde auf der Lohnsteuerkarte mit der Klasse 6 berücksichtigen lassen. Das wäre im Einzelnen bei Ihnen zu prüfen, wird aber sicher nicht der Fall sein.
Sollten Sie die Variante mit der LK6 nutzen, stellen Sie sich also darauf ein, dass Sie enorme Abzüge erwarten. Natürlich ist es so, dass die Lohnsteuern bei der Steuerfestsetzung auf die endgültige Einkommensteuer angerechnet und der Überschuss erstattet wird.

Nun zu der Alternative mit den Rechnungen:

Grundsatz ist, wer Rechnungen schreibt ist selbstständig und muss ein Gewerbe anmelden. Sollte man diese Variante verfolgen, so entsteht bei gleichem zu versteuerndem Einkommen die gleiche Steuer, somit müsste dann nachgezahlt werden, da keine Steuern einbehalten wurden.

In der Jahressteuererklärung werden die selbstständige und die angestellte Tätigkeit dann getrennt veranlagt. Das bedeutet, Sie müssten daran denken, zusätzlich zur Anlage N noch die Anlage GSE für Selbstständige ausfüllen.

Ganz wichtig ist, dass Sie Ihren Hauptarbeitgeber bei einem Gang in die Selbstständigkeit um Erlaubnis bitten müssen, dies ist zumeist im Arbeitsvertrag selbig für alle Nebentätigkeiten geregelt.

Ebenso wichtig ist und das möchte ich ganz deutlich sagen: Sollten Sie die Selbstständigkeit wählen und haben nur den einen Auftraggeber, so stellt sich dies regelmäßig als abhängiges Beschäftigungsverhältnis dar. Sollte dann eine Abrechnung auf Gewerbeschein erfolgen, ist das Scheinselbstständigkeit und diese ist wiederum eine Form der Schwarzarbeit.

Als Beispiel: bei Tätigkeiten im Bereich Promotion, Verkaufsberatung oder Hostess handelt es sich um abhängige Beschäftigungsverhältnisse, bei denen man als Arbeitnehmer angestellt und auf Lohnsteuerkarte abgerechnet werden muss, so eine Entscheidung des Hessischen Landessozialgerichts.
Vom Grundsatz her sogenannte freie Berufe sind hingegen Dolmetscher, Fotograf und Künstler, eine Abrechnung über selbstständige Tätigkeit ist in der Regel kein Problem.

Hier ein kurzer Überblick über Merkmale einer selbstständigen Tätigkeit, bei welcher die Abrechnung über den Gewerbeschein erlaubt ist:

freie Arbeitszeiten
keine Anwesenheitskontrolle
Mitbestimmung beim Arbeitsort
keine Arbeitsvorgaben
Bezahlung auf Provision
und ganz wichtig: mehrere Auftraggeber!

Gegenteilig nun Merkmale für Abhängige Beschäftigung, welche auf
Lohnsteuerkarte abgerechnet werden muss:
feste Arbeitszeiten
Anwesenheitspflicht
vorgegebener Arbeitsort
Bezahlung pro Stunde
ein Auftraggeber

Ich hoffe ich habe die wichtigsten Punkte für Sie erfasst. Wenn Sie nach meiner persönlichen Meinung fragen, dann ist die sichere Variante die LK6, trotz der erheblichen Abzüge, diese Variieren natürlich je nach Ihrem Verdienst. Jedoch denke ich, dass- je nach der Nebentätigkeit welche Sie ausüben- die Frage nicht ist, wie Sie abrechnen möchten, sondern wie Sie abrechnen dürfen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

ANTWORT VON

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