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Entschädigungshöhe bei einem Tag Flugverspätung

30.09.2009 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 07.09.2009 sollte unser Flug (2 Personen) von Düsseldorf nach Hurghada (Ägypten) um 6:40 Uhr mit der Fluggesellschaft Air Berlin starten. Aufgrund einer Arbeitsniederlegung der Kabinenbesatzung der Fluggesellschaft LTU wurde der Flug um 21 Stunden verschoben und startete erst am 08.09.2009 um 3:40 Uhr vom Flughafen Köln.
Aufgrund des Nachtflugverbots in Düsseldorf wurden die Reisenden mit Bussen zum Flughafen Köln gebracht.

Unsere Pauschalreise mit Hotel war gebucht vom 07.09.2009 bis 14.09.2009 (7 Tage) für insgesamt 1.518,- €.

Die Air Berlin hat die Verpsätung in Anlehnung an die Frankfurter Tabelle reguliert mit der Begründung, dass bei einer Verspätung von mehr als 4 Stunden Passagiere 5 % vom anteiligen Reisepreis pro Tag für jede weitere Stunde erhalten. Bei einem Reispreis pro Tag von 216,86 € für 2 Personen wurde uns für eine über 4 Stunden hinausgehende Verspätung von 17 Stunden 184,32 € erstattet.

Wir haben die Air Berlin angeschrieben mit folgendem Hinweis:
Da es sich um eine Flugverzögerung von einem Tag handele, müsse bei einer Ankunft erst am zweiten Tag dem Reisenden eine Minderung von 100 % des Tagespreises pro ausgefallenen Urlaubstag zugesprochen werden.

Da die Ankunft am Zielflughafen nach 21 stündiger Verspätung morgens um 8:00 Uhr und die Ankunft im Hotel um 9:30 Uhr war,
waren wir durch die auferzwungene Schlaflosigkeit derart müde,
dass wir uns erst einmal bis am späten Nachmittag ins Bett zur
Ruhe begeben haben. Somit war auch am zweiten Tag kein
Urlaubsgenuss gegeben sondern erst ab dem dritten Tag, weshalb wir von der Air Berlin sowohl für den ersten und auch den zweiten Reisetag eine Entschädigung in Höhe von 2 Tagessätzen, insgesamt 433,72 €, gefordert haben.

Die Air Berlin lehnt dies ab und ist nicht bereit, über die bereits gezahlte Entschädigung von 184,32 € hinausgehende Schadenersatzansprüche zu regulieren.

Wie stellt sich die rechtliche Situation dar?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

In Ihrem Fall sollte zunächst einmal geprüft werden, ob mit dem Wechsel des Flughafens beim Abflug eine Nichtbeförderung iSd. Art. 4 VO (EG) Nr. 261/2004 verbunden war. Dies setzt die Verlegung auf einen anderen Flug voraus. Die Verlegung auf einen anderen Flug gilt nach der genannten Verordnung als Nichtbeförderung. In diesem Fall könnten Sie abhängig von der Entfernung zum Flugziel eine pauschale Ausgleichszahlung geltend machen, die die bisherige Minderung in jedem Fall übersteigt.

Hinsichtlich der von Ihnen begehrten Höhe der Minderung ist die Rechtslage unübersichtlich. Die Minderung von 5 % des Reisepreises nach vierstündiger Verspätung stellt eine Faustformel dar, nach der häufig abgerechnet wird. Bei einer Ankunft erst am nächsten Reisetag sehen einige Urteile aber auch die von Ihnen begehrte volle Kürzung des Tagesreispreises vor, z.B. OLG Frankfurt am Main, 18.12.1997 (16 U 118/97). Erforderlich sind m.E. aber besondere Umstände, die von Ihnen dargelegt werden müssten.

Im Hinblick auf den zweiten Urlaubstage erachte ich eine volle Reisepreisminderung für überzogen. Sie geben selber an, ab dem späten Nachmittag die Urlaubsmöglichkeiten nutzen zu können, so dass hier nur eine anteilige Minderung möglich sein wird. Die Strapazen der Anreise hätten Sie auch bei ordnungsgemäßem Hinflug gehabt und damit den Anreisetag nicht voll nutzen können.

Da die Gegenseite keine weitere Zahlung leisten will, müssen Sie klagen, um Ihre Minderungsvorstellungen durchzusetzen. Nachdem die Gegenseite in üblichem Umfang gemindert hat, besteht sicherlich ein erhebliches Prozessrisiko, ob Sie Ihre weitere Forderung durchsetzen können. Sollte keine Nichtbeförderung iSd. genannten VO vorliegen, werden Sie m.E. nur dann Erfolg haben, wenn Sie besondere belastende Umstände darlegen können. Der Verzicht auf die Nachtruhe ist insoweit bereits in der üblichen 5 %-Minderung mitumfasst.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

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