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Entschädigung aufgrund Flugverspätung


| 17.11.2009 21:24 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Am 17.08. sind eine Freundin und ich mit Turkish Airlines von München über Istanbul nach Johannesburg und von dort mit South African Airways nach Mauritius geflogen. Planmäßig sollte der Flug von Istanbul nach Johannesburg um 23.20 Uhr starten. Tatsächlicher Start war gegen 1 Uhr. Ca. 30 Minuten nach dem Start kam eine Durchsage, dass wir wegen technischer Probleme wieder nach Istanbul zurück fliegen würden. Wir kreisten dann noch ca. 1 Stunde, bis wir wieder in Istanbul landeten. Zunächst mussten wir im Flugzeug sitzen bleiben und Techniker hantierten ca. 1,5 Stunden an einem Triebwerk herum. Dann hieß es, dass eine Reparatur nicht möglich ist und wir alle aussteigen müssen. Im Flughafengebäude wurden wir erst einmal ohne weitere Informationen stehen gelassen, bis nach ca. 20 Minuten ein Mitarbeiter erschienen ist. Dieser hat uns dann erst einmal in eine Lounge geschickt, wo wir etwas essen und trinken konnten. Gegen 5.30 Uhr erhielten wir die Information, dass wir in ca. 2 Stunden mit einer Maschine, die da gerade aus Bangkok ankam, nach Johannesburg fliegen könnten. Mit dieser Information gingen meine Freundin und ich zum Transferschalter, um unseren Weiterflug von Johannesburg nach Mauritius zu klären. Dort wurden wir umgebucht, statt am 18.08. um 9.25 Uhr auf den 19.08 um 9.25 Uhr. Mit fast 10 Stunden Verspätung sind wir schließlich gegen 9.30 Uhr von Istanbul nach Johannesburg gestartet. Dort landeten wir gegen 18.30 Uhr. In Istanbul sagte man uns, dass wir uns um das Hotel vor Ort in Johannesburg kümmern müssen, deshalb sind wir direkt zum Transfer Desk und sprachen mit einem Mitarbeiter von Turkish Airlines, der uns dann mitteilte, dass das Transferhotel leider ausgebucht sei. Auch auf drängende Nachfrage erhielten wir keinen Voucher für das Hotel. Wir haben dann noch ein Zimmer bekommen, da ein Gast kurzfristig abgesagt hat. Das Zimmer haben wir dann selbst bezahlt, da ja keine Garantie der Airline vorlag, dass diese die Kosten übernimmt. Am nächsten Morgen sind wir dann mit 24 Stunden Verspätung nach Mauritius gestartet. Meine Frage ist nun, ob wir für den entstandenen Ärger aufgrund der Verspätung und eines verlorenen Urlaubstages Anspruch auf finanziellen Ausgleich/Schadenersatz haben oder ob wir lediglich Anspruch auf Erstattung der angefallenen Kosten haben. Bei Turkish Airlines haben wir bereits Anfang September reklamiert und unsere Kosten aufgelistet, aber bis heute habe ich keine Antwort auf mein Schreiben erhalten und auch meine E-Mail vom 02.11. blieb unbeantwortet.

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Ihre Online-Anfrage möchte ich auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen summarisch wie folgt beantworten:

Hinsichtlich des ersten Fluges ist zu prüfen, ob Ihr ursprünglicher Flug annulliert wurde. Davon würde ich momentan nach Ihrer Schilderung ausgehen, ohne Detail-Prüfung der Boardkarten etc. ist eine definitive Aussage aber nicht möglich.

Dann stünde Ihnen Geldersatz nach der Richtlinie 261/2004 über Fluggastrechte zu.

Fraglich ist, ob die Airline nachweisen kann, dass ein unvorhersehbarer Schaden vorlag, damit könnte diese sich exkulpieren.

Für den Anschlussflug nach Mauritius dürfte die Richtlinie dann weiterhin nicht anwendbar sein, so dass hier keine Rechte hergeleitet werden können.

Ungeachtet dessen könnten Sie konkrete Schäden, die als solche beziffert werden müssen, nach dem Montrealer Abkommen als Schadenersatz geltend gemacht werden. Dieser ist aber verschuldensabhängig, so dass ein evtl. Nachweis schwierig sein könnte.

Ggf. sollten Sie eine genaue Prüfung durch einen Kollegen vornehmen lassen.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

www.anwalt-for-you.de

Nachfrage vom Fragesteller 19.11.2009 | 21:43

Sehr geehrter Herr Steininger,

hilft uns das heutige Urteil des EuGH?

Die EU-Flugpassagierrechte gelten für jeden, der seine Reise auf einem Flughafen in der EU antritt. Auch Passagiere aus Drittstaaten sind erfasst, sofern sie mit einer europäischen Fluggesellschaft in die EU fliegen. Bei Verspätungen von drei Stunden und mehr besteht nach dem EuGH-Urteil Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, die nach Entfernung gestaffelt ist: Bei einer Flugstrecke bis 1500 Kilometer beträgt die Entschädigungspauschale 250 Euro. Bei allen anderen innereuropäischen Flügen sowie Interkontinentalflügen bis 3000 Kilometer muss die Fluggesellschaft 400 Euro zahlen. Bei Verspätung eines Langstreckenflugs werden 600 Euro fällig.

Aktenzeichen: C-402/07 und C-432/07

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2009 | 21:54

Die veröffentlichte Entscheidung kann natürlich hier noch nicht vollständig in der Umsetzung bewertet werden.

Aber ich gehe davon aus, dass sich hier tatsächlich die Rechtslage ändert, da die 4.Kammer ausführt:

"Demzufolge ist festzustellen, dass die Fluggäste, deren Flug annulliert wurde, und diejenigen, die von der Verspätung eines Fluges betroffen sind, einen ähnlichen Schaden in Form eines Zeitverlusts erleiden und sich somit im Hinblick auf die Anwendung des in Art. 7 der Verordnung Nr. 261/2004 vorgesehenen Ausgleichsanspruchs in einer vergleichbaren Lage befinden....Daher ist festzustellen, dass die Fluggäste verspäteter Flüge den in Art. 7 der Verordnung Nr. 261/2004 vorgesehenen Anspruch auf Ausgleich geltend machen können, wenn sie wegen solcher Flüge einen Zeitverlust von drei Stunden oder mehr erleiden, d. h., wenn sie ihr Endziel nicht früher als drei Stunden nach der von dem Luftfahrtunternehmen ursprünglich geplanten Ankunftszeit erreichen."

Bewertung des Fragestellers 19.11.2009 | 21:34


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