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Entnahme von Bargeld aus der Kasse ohne Rücksprache mit dem Betriebsinhaber

| 02.03.2016 08:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


10:28

Eine Mitarbeiterin von mir hat am vergangenen Samstag gegen 15:30 Uhr Bargeld aus meiner Kasse ohne Rücksprache mit mir entnommen. Sie legte stattdessen vermutlich einen Tankbeleg ohne Kennzeichnung (Name) auf meinen Schreibtisch (Beleg ist vorhanden). Der Tankbeleg kann bis heute nicht zugeordnet werden. Die Rücksprache mit meinen anderen Mitarbeiter, welche ebenfalls am Samstag arbeiteten ergab, dass besagte Mitarbeiterin auch nicht mit ihnen gesprochen hatte. Sie entnahm das Geld aus der Registrierkasse zum Schichtende beim Verlassen des Arbeitsplatzes auf dem Weg nach Hause.

Es war nicht schriftlich vereinbart, dass sie monatlich einen Tankgutschein in Höhe von max. 44,00 € erhält, lediglich mündlich.

Die Mitarbeiterin hat bereits eine Abmahnung in einem anderem Sachverhalt erhalten.

Nun möchte ich die Mitarbeiterin fristlos kündigen. Ist dies möglich? Sind Urlaubsansprüche noch abzugelten? Ist ein Arbeitszeugnis auszustellen?

02.03.2016 | 08:58

Antwort

von


(2285)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
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Sehr geehrte Damen und Herren,


sicherlich ist die fristlose Kündigung möglich und würde auch wirksam werden, wenn die Arbeitnehmerin nicht binnen drei Wochen dagegen angeht (sofern das Kündigungsschutzgesetz eingreift, also mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt werden und die Mitarbeiterin länger als sechs Monate schon bei Ihnen beschäftigt ist).


Ein solcher Griff in die Kasse ist ein wichtiger Grund (LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Urt. v.16.09.2010, Az.: 25 Sa 1080/10 ); gleichwohl sollten Sie vorsorglich zusätzlich auch hilfsweise ordentlich kündigen.


Allerdings sehe ich ein Problem darin, dass Sie darauf abstellen, dass es nicht SCHRIFTLICH vereinbart gewesen sein, dass die Mitarbeiterin monatlich einen Tankgutschein in Höhe von max. 44,00 € erhält.

Auf die SCHRIFTFORM kommt es aber nicht an - auch mündliche Nebenabsprachen sind wirksam.


Sollte es also mündlich vereinbart gewesen sein oder schon über Monate so betrieben worden sein, dass gegen Vorlage der Quittung o.ä. ein bestimmter Betrag (und die von Ihnen genannten 44 € sind ein recht ungewöhnlich "krummer" Betrag) gezahlt worden ist, liegt kein Kündigungsgrund vor und die Kündigung wäre - wenn sie denn rechtzeitig angegriffen wird - unwirksam.


Entscheidend ist also, was (auch ggfs. mündlich) vereinbart worden ist oder ggfs. über längere Zeit praktiziert worden ist.

Dann wäre allenfalls vielleicht noch eine Abmahnung wegen der Art und Weise möglich - aber auch hier wird es auf Absprachen und ständige Handhabung ankommen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


Rückfrage vom Fragesteller 02.03.2016 | 10:03

Sehr geehrter Herr Bohle,

der Betrag von 44 € kommt durch die Steuerrechtsprechung. "Das ist halt so!" :-)

Die Mitarbeiterin ist seit 01.04.2015 bei mir beschäftigt und hatte seit diesem Zeitpunkt die Möglichkeit den Tankgutschein zu nutzen. Allerdings hat sie dies bisher nur einmal getan. Sie erhielt damals das Geld von mir nach Vorlage des Beleges. Darüber hinaus war sie seit Anfang Oktober 2015 bis Mitte Januar 2016 erkrankt.

Ich beschäftigte genau 10 Mitarbeiter.

1. Kann ich aufgrund der o. g. ergänzenden Angaben von einer rechtlich wirksamen fristlosen Kündigung ausgehen?
2. Sind Urlaubsansprüche dann noch abzugelten?
3. Erhält sie ein Arbeitszeugnis?
4. Greif das Kündigungsschutzgesetz? Meiner Meinung nach "NEIN"!

Andere Mitarbeiter erhalten den Tankgutschein ebenfalls. Sie legen jedoch den Beleg bei mir persönlich vor und erhalten dann das Geld in bar.

Vielen Dank für Ihre Mühen!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.03.2016 | 10:28

Sehr geehrte Damen und Herren,


hinsichtlich des Betrages hatte ich mir schon so etwas gedacht.


Wenn Sie davon ausgehen und die Möglichkeit der Gutscheinnutzung vereinbart haben, besteht kein wichtiger Grund und eine fristlose Kündigung wäre unwirksam.

Diese Vereinbarung ("Möglichkeit den Tankgutschein zu nutzen") ist rechtswirksam Vertragsbestandteil geworden, auch wenn es nicht ausdrücklich schriftlich vereinbart worden ist.

Daran ändert weder die Tatsache etwas, dass die Mitarbeiterin krank gewesen ist bzw. es bisher nur einmal genutzt hat. Denn bei einer Vereinbarung ist dann nicht mehr auf ständige Übung abzustellen; die Vereinbarung ist vorrangig und die liegt nun einmal vor.


Daher kann man "nur noch" das Wie monieren und da reicht das Verhalten nicht für eine fristlose oder fristgemäße Kündigung aus.

Allerdings werden Sie eine Abmahnung erteilen können, in der Sie das Fehlverhalten (selbständigen Austaiusch Geld-Quittung ohne Rücksprache) deutlich klarstellen und die Folgen (Kündigung im Wiederholungsfall) darlegen müssen. Nur im Wiederholungsfall werden Sie dann wirksam kündigen können.


Für eine Kündigung reicht also das bisherige Verhalten der Mitarbeiterin nach Ihrer ergänzenden Sachverhaltsdarstellung nicht; für eine fristlose Kündigung erst recht nicht - wohal aber wird eine Abmahnung möglich sein.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 02.03.2016 | 11:19

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 02.03.2016
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