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Entmündigung möglich ?


| 27.04.2007 21:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Guten Tag !

Ich habe ein großes Problem mit meiner 86 jährigen Tante, die in Bielefeld lebt. Ich bin ihre Nichte, einzig noch lebende Verwandte und wohne in Berlin.

Die Persönlichkeit meiner Tante hat sich vor ca. drei Jahren plötzlich total verändert (pervers-sadistisch, kommunikationsverweigernd, manipulativ), obwohl sie noch zurechnungsfähig ist und alle ihre Dinge selbst besorgen kann.

Obwohl ich ihr nichts, aber auch gar nichts getan habe, hat sie sich (wir hatten bis vor vier Jahren sogar noch einen recht herzlichen Kontakt, ich habe sie regelmäßig besucht) von einem Tag zum anderen und ohne jeden Grund(ich war fassungslos) von mir abgewandt, mich regelrecht dämonisiert und mich zugunsten der Nachbarn, die ab und zu vorbeischauen, jetzt auch noch gänzlich notariell enterbt.

Es geht um ein Haus mit Grundstück, also um ein Vermögen in der Größenordnung von ca. 200 000,- Euro. Sie will absolut nichts mehr von mir wissen (verweigert jeden direkten Kontakt und jede Aussprache mit mir), nur noch die Nachbarn sind die "Guten". Sie hatte sogar eine perverse Freude daran, mir immer wieder mitzuteilen, dass sie mich enterbt hat (seelische Quälereien am Telefon).

Selbst das in meinen Augen faire Angebot einer Pflege gegen Erbe, die ich ihr jetzt durch meinen Anwalt zukommen ließ (weil ich selbst nicht mehr an sie rankam), hat sie eiskalt abgelehnt - unter Drohung von Sanktionen, falls ich sie noch einmal kontakte. Sie ist so pervers geschickt, die Dinge so hinzustellen, als wäre ich die böse Nichte, die sie unter Druck setzt und sie die arme Alte (dabei ist sie der Aggressor und ich das Opfer, das gerade dabei ist, ohne jeden Grund ein Erbe zu verlieren). Ich habe meine Tante tatsächlich weder unter Druck gesetzt noch habe ich ihr irgend etwas Böses angetan, was ihr hasserfülltes Verhalten rechtfertigen könnte.

Ich bin daher völlig entsetzt über die plötzliche Wesenveränderung meiner Tante, diese immense Bosheit, die mir ohne jeden vernünftigen Grund und völlig zu Unrecht entgegenschlägt. Das macht mich hilflos und lässt mich wirklich verzweifeln. Ein Gespräch, das ich mehrmals versucht habe, ist völlig unmöglich. Sie verweigert sich jeder direkten Kommunikation. Sie tut so, als existiere ich gar nicht mehr. Die Nachbarn (ein Ehepaar mit Haus in der Nähe) werden zusätzlich Gerhirnwäsche zu ihren eigenen Gunsten geleistet haben.

Meine Tante ist zwar zurechnungsfähig in dem Sinne, dass sie noch logisch denken und ihre Sachen alle allein besorgen kann. Aber sie hat in meinen Augen mittlerweile eine psychische Charakterstörung entwickelt, die regelrecht pervers-sadistische Züge trägt und selbst Anwälte geschickt manipuliert. Egal, was ich sage und tue, ich stehe immer als allein Schuldige da.

Meine Frage: Kann ich eine Entmündigung meiner Tante einleiten, und falls ja, wie mache ich das ? Gibt es ggf. noch irgendeinen anderen Weg, mein Erbe zu retten ? Es ist wie gesagt, für mich völlig unmöglich, mit ihr vernünftig zu sprechen. Und es fällt mir schwer, loszulassen, weil ich es als himmelschreiende Ungerechtigkeit empfinde.

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage beantworte ich auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Leider gibt es keine Möglichkeit, Ihr Erbe zu "retten", wenn Ihre Tante dies nicht möchte, aus welchen Gründen auch immer.

Wie Sie selbst schreiben, ist Ihre Tante noch zurechnungsfähig (also wohl geschäftsfähig im Rechtssinne), so dass eine Anordnung einer Betreuung nicht in Betracht kommen dürfte. Der frührere Begriff "Entmündigung" wurde ersetzt durch den Begriff "rechtliche Betreuung". Eine solche Betreuung wird auf Antrag (den jeder stellen kann) vom Vormundschaftsgericht geprüft und gegebenfalls angeordnet, wenn die Person aufgrund einer seelischen und/oder körperlichen Beeinträchtigung nicht mehr in der Lage ist, die eigenen Angelegenheiten zu regeln.
Dazu zählen häufig Demenzerkrankungen oder seelische Erkrankungen, die dazu führen, dass der Betroffene die Tragweite seiner Entscheidungen nicht mehr erfassen kann.

Dies dürfte in Ihrem Fall nicht vorliegen. Es handelt sich offensichtlich nur um einen Konflikt zwischen Ihnen und Ihrer Tante.

Im Übrigen bedeutet die Anordnung einer Betreuung nicht, dass derjenige auch testierunfähig ist. Nach der Rechtsprechung ist bei Geschäftsunfähigkeit zusätzlich zu prüfen, ob auch eine Testierunfähigkeit vorliegt, da der Betroffenen möglicherweise durchaus ein Testament wirksam verfassen kann, wenn er sich einen Willen bilden und die Tragweite der Entscheidung verstehen kann. Deshalb würde Ihnen die Anordnung einer rechtlichen Betreuung zum jetzigen Zeitpunkt kaum etwas bringen.

Sie könnten allenfalls nach dem Ableben Ihrer Tante versuchen, das Testament anzufechten mit der Begründung, Ihre Tante sei bei Errichtung des Testments nicht testierfähig gewesen. Allerdings müßten Sie dies dann auch beweisen, was fast unmöglich sein wird.

Da Sie nicht zum Kreis der pflichtteilsberechtigten Angehörigen zählen und auch keinen sonstigen Anspruch auf das Erbe haben (z.B. durch Erbvertrag), werden Sie die Entscheidung Ihrer Tante akzeptieren müssen.

Ich würde Ihnen empfehlen, keine weiteren Schritte und Kontaktversuche einzuleiten, denn Ihre Tante spürt dadurch, das es Ihnen um das Erbe geht. Dies wird ihren Widerstand noch vergrößern. Wenn Sie den Kontakt vorläufig einstellen, haben Sie möglicherweise noch am Ehesten die Chance, dass sich alles wieder beruhigt und dass Ihre Tante sich auf familiäre Bindungen zurück besinnt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung - wenn auch nicht mit dem gewünschten Ergebnis - geben.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de











Nachfrage vom Fragesteller 30.04.2007 | 11:33

Vielen Dank für die Antwort. Es ist mir jedoch wichtig, im Sinne anderer Betroffener festzuhalten: es handelt sich hier nicht um einen Konflikt, den man zwischen zwei gesunden, gesprächsbereiten Partnern aushandeln könnte. Es gibt perverse
Charakterstörungen, sprich: Personen, mit denen man in keinster
Weise vernünftig sprechen kann und die grundsätzlich immer den anderen ins Unrecht setzen. Es liegt hier eine Enterbung ohne jeden Grund vor. Ich bin das Opfer und nicht die arme Tante, die von der bösen, geldgierigen Nichte unter Druck gesetzt wird. Ich bitte um mehr Sensibilität von Seiten der Anwälte, auch diesen Fall einzukalkulieren. Es ist jedes Mal ein neuer Schlag ins Gesicht von Betroffenen, selbst von Außenstehenden immer wieder indirekt die Schuld an einem vermeintlichen Konflikt, den es nie gab, zugewiesen zu bekommen. Ansonsten empfehle ich das Buch:
Die Masken der Niedertracht. Gegen einen perversen Aggressor gewinnt man niemals. Man kann nur noch seine Haut retten.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.04.2007 | 12:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Antwort enthält keinerlei "Unterstellung", sondern nur die rechtliche Einschätzung einer Erfolgsaussicht einer "Entmündigung". Selbst noch so ungerechtes Verhalten, gekoppelt mit Bosheit und Aggression Ihnen gegenüber genügt nicht für eine Anordnung einer Betreuung. Es würde Ihnen nichts bringen, wenn man Ihnen in einer Antwort anderweitige Hoffnung machen würde.
Für seelsorgerischen Beistand ist diese Plattform nicht vorgesehen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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"Ich denke, dass die Anwältin damit Recht hat, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als auf mein Erbe zu verzichten.

Dennoch lese ich zwischen den Zeilen die Unterstellung, es handle sich um einen einfachen Konflikt (Marke: die Nichte wird wohl irgendwas getan haben, was der Tante nicht passt), was einfach nicht der Fall ist. Es handelt sich bei meiner Tante um eine mittlerweile zutiefst charaktergestörte Person, die an Bosheit nicht zu überbieten ist - möglicherweise sogar um ein Frühstadium von Demenz. Insofern hat mir die Antwort der Anwältin eher geschadet als geholfen. "
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