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Entlohnung so ok?


05.07.2005 15:32 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Bin seit heute über eine Zeitarbeitsfirma bei einem Fleischgroßvertrieb angestellt. Stundenlohn 6,15€ bie Früh- und Spätschicht.
Arbeitszeiten nach Vorgabe, was so aussieht, dass ich nach Anweisung zu kommen habe und zumindest offiziell um 14.00 Uhr gehen "darf".
Heute war arbeitsbeginn um 4, morgen wird es um 3 in der Nacht sein.
Nun meine Frage: Mir wurde gesagt, Nachtzuschläge gäbe es jeweils erst ab der dritten "Nachtstunde".
Bedeutet das wirklich, dass ich, wenn ich in der Frühschicht täglich um 4 anfange, also nach meiner rechnung 10 Nachtstunden die Woche ableiste, KEINE Zuschläge erhalte, da ich nicht über die ominösen 2 Stunden komme???
Bei Steuerklasse 5 ohne Kinder ist die Auszahlung eh net soo dolle... (überschlägig werde ich um die 600€ netto haben) aber ganz ohne die zuschläge... da behalte ich lieber meinen 400€-Job, der mich nur 3 Vormittage in der Woche "belastet" mit je 3 Stunden!

Also: Ist die Auskunft der Zeitarbeitsfirma so korrekt?
Meine Tätigkeit ist in der Verpackung der Wurstwaren und ohnehin befristet bis 25.09.2005.
05.07.2005 | 15:54

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der mir mitgeteilten Informationen beantworten möchte.

Die Auskunft ist teilweise korrekt und dann doch wieder nicht. Generell ist es zutreffend, gemäß § 2 Abs. 4 ArbZG, dass Nachtarbeit jede Arbeit ist, die mehr als zwei Stunden Nachtzeit erfasst, wobei § 2 Abs. 3 ArbZG als Nachtzeit die Zeit von 23:00 bis 6:00 Uhr definiert.

Allerdings ist nach Nachtarbeitnehmer auch, wer außerhalb von Wechselschichtsystem (wo direkt Nachtschicht eingeteilt ist) an mindestens 48 Tagen pro Kalenderjahr Nachtarbeit leistet, § 2 Abs. 5 Nr. 2 ArbZG. Abzustellen ist dabei auf die arbeitsvertragliche Verpflichtung, nicht auf die tatsächlich geleisteten Nachtarbeiten.

Dies dürfte bei Ihnen der Fall sein. Von daher sollten Sie die Zeitarbeitsfirma mit diesen Fakten konfrontieren und gegebenenfalls gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen.


Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-
www.anwaltskanzlei-hellmann.de


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 05.07.2005 | 18:58

Die Zeitarbeitsfirma stellt sich auf den Standpunkt, dass ich als "befristete" Kraft diese 48 Tage nicht erreichen werde.

Aus meiner Sicht: Der Einsatz ist befristet bis 25.09.2005. Ein Folgeauftrag ist ohne weiteres denkbar, da nach der "Sommersaison" die Vorbereitungen auf das Weihnachtsgeschäft laufen.

Kann ich dann erst nach 48 Tagen mit Nachtarbeitszeit "meckern" oder schon vorher?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2005 | 19:09

Sehr geehrter Fragender,

generell gilt die vertragliche Abrede. Wenn Sie im Rahmen der vereinbarten Zeit die Stundezahl nicht erreichen, sieht es vor der Vertragsverlängerung schlecht aus.

Sollte aber eine Befristung nur zu diesem Zweck ausgesprochen worden sein, um die Nachtzahlung zu vermeiden, sollten Sie dagegen gerichtlich vorgehen. Darin liegt eine rechtswidrige Umgehung der Regelungen des ArbeitszeitG.

Hochachtungsvoll

Hellmann
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