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Entgangener Urlaubsgenuß durch Bauarbeiten


20.12.2005 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



2 Wochen war ich in einem Hotel untergebracht und verbrachte dort meinen Urlaub. Einen Tag, nachdem ich dort angereist war, wurde der Swimming-Pool gesperrt, und es begannen dort Umbaumaßnahmen. Bis zu meiner Abreise konnte ich den Pool nicht nutzen. Ab der zweiten Urlaubswoche wurde zusätzlich ein Gebäude des Hotels abgerissen. Auch diese Baumaßnahme war bis zu meiner Abreise nicht beendet. Durch beide Baumaßnahmen entstand - abgesehen davon, daß ich gerne den Pool genutzt hätte - eine erhebliche Lärmbelästigung, der ich von morgens um ca. 8 Uhr bis abends ca. 17 Uhr ausgesetzt war (auch an den Wochenenden stoppten die Arbeiten nicht). Vorab zu dieser Reise hatte ich keinerlei Informationen über diese geplanten Arbeiten, sonst wäre ich dort nicht hingefahren. In welcher Höhe (prozentual/absolut) kann ich gegenüber dem Reiseveranstalter zum einen Schadenersatz für entgangenen Urlaubsgenuss und zum anderen Schmerzensgeld verlangen, wenn die gebuchte Pauschalreise 2300 EUR (Halbpension und inkl. Flug)gekostet hat?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Eine schematische Beantwortung Ihrer Frage in der von Ihnen gewünschten Art ist seriöserweise nicht möglich, ohne die Gesamtumstände zu kennen. Bekannt ist zwar die sog. "Frankfurter Tabelle", die anhand der Rechtsprechung der Frankfurter Gerichte bei typischen Reisemängeln erstellt wurde. Aber diese wird überwiegend nicht schematisch angewandt, da immer die Umstände des Einzelfalles konkret zu bewerten sind.

So wirkt sich der Wegfall des Swimming Pools bei einem Strandurlaub natürlich weniger gravierend aus, als bei einem nicht am Meer verbrachten Urlaub. Auch wird es darauf ankommen, welche anderen Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung standen.

Die Lärmbelästigung wird sich reisepreismindernd auswirken, aber auch hier wird es auf die Details ankommen, insbesondere die Frage der Lage Ihres Hotelzimmers und ob dieses über schalldämmende Verglasung verfügte.

Entscheidend wird auch sein, ob Sie die Mängel vor Ort angezeigt haben und Ihnen vom Reiseveranstalter ein anderes Zimmer oder gar Hotel angeboten wurde. Denn eine Minderung des Reisepreises ist nicht möglich, wenn der Mangel vor Ort schuldhaft nicht angezeigt wurde. Eine Anzeigepflicht entfällt zwar, wenn der Veranstalter den Mangel kannte und Abhilfe nicht möglich war. Aber u.U. standen die vorgenannten Möglichkeiten der Abhilfe zur Verfügung, so daß Sie grundsätzlich zur unverzüglichen Anzeige der Mängel verpflichtet waren.

Sind Sie dem nachgekommen, wird Ihnen Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit nach § 651 f BGB nur zustehen, wenn die Reise "erheblich beeinträchtigt" wurde, was dann der Fall ist, wenn ein Minderungswert von 50% vorliegt.

Auf jeden Fall werden Sie die Frist des § 651 g BGB beachten müssen. Danach müssen Ansprüche wegen Mangelhaftigkeit der Reise innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise dem Reiseveranstalter gegenüber geltend gemacht werden, andernfalls die Ansprüche ausgeschlossen sind - es sei denn, die Frist wurde unverschuldet versäumt.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie sich, sofern die Frist des § 651 g BGB noch nicht verstrichen ist, umgehend konkret anwaltlich beraten lassen, um Ihre Ansprüche erfolgreich geltend zu machen.

Gerne stehe auch ich Ihnen für die weitere Vertretung zur Verfügung.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de
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