Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Entbindet mich ein Vorkaufsrecht von einer Maklerprovision?


| 23.06.2005 10:39 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe hinter meinem Grundstück seit 10 Jahren ein weiteres Grundstück gepachtet, was ich als Garten nutze. Dieses Grundstück gehört dem Nachbar. Ich habe ein Vorkaufsrecht.
Jetzt soll dieses Grundstück verkauft werden. Der Nachbar hat einen Makler beauftragt. Dieser verlangt von mir 4 % Provision.
Da ich ja das Vorkaufsrecht habe, ist die Provisionsforderung gerechtfertigt?
Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ob Sie zur Zahlung der Maklerprovision verpflichtet sind, hängt von den genauen Umständen Ihres Falles ab. Wenn Sie wie ein normaler Kaufinteressent mit dem Makler in Verbindung getreten sind und mit ihm einen Maklervertrag abgeschlossen haben, dann ist für den Makler, sobald er seine vertragliche Verpflichtung (Nachweis oder Vermittlung des Grundstückskaufs) erfüllt hat, der Provisionsanspruch entstanden. Ob Sie zugleich ein Vorkaufsrecht bezüglich dieses Grundstücks hatten, spielt dann leider keine Rolle.

Anders sieht die Sachlage aus, wenn der Makler einen anderen Kaufinteressenten gefunden hatte, der Grundstückseigentümer mit diesem einen Kaufvertrag abgeschlossen hat und Sie daraufhin jetzt Ihr Vorkaufsrecht ausüben wollen. In diesem Fall haben Sie mit dem Makler ja nichts zu tun und müssen daher grundsätzlich auch keine Provision entrichten. Etwas anderes gilt aber wiederum dann, wenn im Kaufvertrag, den der Grundstückseigentümer mit dem Interessenten abgeschlossen hat, eine Regelung über die Zahlung von Maklerprovisionen enthalten ist (vgl. BGH NJW 1996, 655f.): Da Sie, wenn Sie Ihr Vorkaufsrecht ausüben, an die Stelle des Interessenten treten, sind Sie dann ebenfalls an diese Regelung gebunden und müssen daher auch die im Kaufvertrag festgehaltene Maklerprovision zahlen.

Ich bedauere, Ihnen keine günstigere Auskunft geben zu können. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 23.06.2005 | 12:16

Sehr geehrte Frau Laurentius,
vielen Dank für die schnelle Antwort
Mein Fall liegt wohl genau irgendwo dazwischen.
Der Grundstücksbesitzer hat den Makler beauftragt einen Käufer zu suchen. Ich habe von der Verkaufsabsicht erst durch den Makler erfahren. Es ist noch kein Vertrag mit einem anderen Käufer gemacht worden. Angeblich hat ein Käufer nur sein Interesse bekundet. Weiter nichts.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.06.2005 | 12:57

In diesem Fall sind Sie wie gesagt dann zur Zahlung der Maklerprovision verpflichtet, wenn Sie wie ein normaler Kaufinteressent an den Makler herangetreten sind und mit ihm einen Maklervertrag geschlossen haben, auf dessen Grundlage Ihnen der Makler dann mitgeteilt hat, dass Ihr Nachbargrundstück zum Verkauf steht. Ihr Vorkaufsrecht hilft Ihnen dabei nicht. Wenn aber der Makler Sie unaufgefordert und ohne vorherigen Abschluss eines Maklervertrags darauf aufmerksam gemacht hat, dass das Nachbargrundstück zum Verkauf steht, dann haben Sie keinen Maklervertrag mit dem Makler geschlossen; der Makler hat dann keinen Provisionsanspruch. Zu bedenken ist aber, dass ein Maklervertrag auch mündlich geschlossen werden kann, etwa dadurch, dass der Makler Ihnen gesagt hat, dass er die folgenden Informationen nur gegen Provision herausgeben wird, und Sie einverstanden waren.
Es kommt also wirklich auf die genauen Umstände Ihres Kontakts mit dem Makler an. Ihr Vorkaufsrecht ist in der von Ihnen geschilderten Fallkonstellation jedenfalls ohne Bedeutung, leider; es kommt allein darauf an, ob Sie mit dem Makler einen Maklervertrag abgeschlossen haben, aufgrund dessen der Makler Ihnen die Mitteilung über Ihr Nachbargrundstück gemacht hat, oder nicht. Wenn Sie aufgrund meiner Ausführungen meinen, keinen solchen Vertrag mit dem Makler abgeschlossen zu haben, dann sollten Sie die Provision nicht einfach zahlen, sondern einen Rechtsanwalt vor Ort einschalten, der eine genaue juristische Prüfung vornehmen kann

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Hat wirklich gut geklappt, hat mir sehr geholfen. Kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER