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Enlagen und Darlehen eines Gesellschafter bei einer GbR


29.12.2016 21:51 |
Preis: 71,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Guten Tag,

ich hätte folgende Frage:

Zusammen mit zwei anderen Gesellschaftern, bin ich Gesellschafter einer GbR. Zweck dieser GbR ist die Ausbildung und Vermittlung von medizinischen Personal an deutsche Krankenhäuser.
Unsere Kurse gehen in der Regel 1 Jahr, d.h wir haben die Ausgaben im Jahr 2016 und die Einahmenerst im Jahr 2017.

Zur Gesellschaft:
Die GbR wurde im September 2015 gegründet.
Gesellschafter A hat 6000 Euro Einlagen in Bar bei der Gründung hinterlegt
Gesellschafter B und C jeweils 3000 Euro in Bar.

Im Jahr 2016 hat Geselschafter A der GbR ein Darlehn in Höhe von 6000 Euro geben.

Die Einlagen und das Darlehen wurden im Jahr 2016 zur Begleichung einer Anwaltsrechnung in Höhe von 9000 Euro und als Honorar für eine Lehrkraft in Höhe von 7000 Euro verwendet. Die Ausgaben betrugen somit 2016 16000 Euro.

Einnahmen hatte die GbR im Jahr 2016 nicht.

Im Folgejahr sind Ausgaben für eine Lehrkraft in Höhe von 7000 Euro + sonstige Ausgaben in Höhe von 5000 Euro vorgesehen. Geschätzte Ausgaben im Jahr 2017 somit 12000 Euro.

Im Jahr 2017 stehen den Ausgaben Einnahmen von ca. 70000 Euro die durch Vermittlungen generiert werden gegenüber.


Diese Einlagen und das Darlehen würden laut Aussage unseres Steuerberaters bei 0 Euro Einahmen im Jahr 2016, verloren gehen,- weil dem Verlust kein Umsatz gegenüber steht. Somit hätten wir 2016 hohe Ausgaben und keinen Umsatz. Im Jahr 2017 hätten wir geringe Ausgaben und einen hohen Umsatz.



Unseres Steuerberater meinte das es hier keine Möglichkeiten mehr gibt und wir dies,, als Lehrgeld" betrachten sollten!

Nur die durch die Einkommensteuer 2016 könnte der Gesellschafter A einen geringen Betrag zurückerhalten.

Als Gewinnermittlungsart wird von unserem Stb die EÜR gemacht ( Billanz wäre in unserem Fall zu aufwendig (laut unseres Steuerberaters)

Für die Einnahmen verwendet unser Stb die Istversteuerung.

Die GbR hatt am 26 Dezember 2016 schon Vermittlungen erfolgreich durchgeführt (Rechnungssumme 10000 Euro). Laut unseres Stb bringt es der GbR nichts mehr, die Rechnungen 2016 bei Kunden einzureichen, da das Geld erst im Januar 2017 auf das Konto der GbR überwiesen wird.

Gesellschafter A hat ein Bruttogehalt von 23000 Euro im Jahr (Steuerklasse 1) Lohnsteuer ca. 2300 Euro im Jahr. Er hat Anteile an der GbR von 50%.

Wie wird mit der Einlage und mit dem Darlehen des Gesellschafter A umgegangen? Und ist es sinvoll die Rechnung über 10000 Euro für 2016 noch beim Kunden einzureichen oder macht es mehr Sinn dies erst 2017 zu tun.


Vielen Dank






Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die einfachste Lösung zur Nutzung der Verluste wäre es, zu bilanzieren, dann wäre ein nutzbarer Verlustvortrag vorhanden.

Aber auch im Rahmen einer EÜR entstehen meines Erachtens keine Schwierigkeiten. Es kann zwar sein, dass die Verluste insofern nicht nutzbar sind, wenn bei keinem Gesellschafter negative Einkünfte entstehen und damit ein Verlustrücktrag und Verlustvortrag nicht möglich sind. Dies kann ich mangels Kenntnis Ihrer sonstigen persönlichen Daten nicht beurteilen.

Das Darlehen ist jedoch nicht verloren, wenn zukünftig Gewinne zu erwarten sind, dann wird das Darlehen einfach zurückbezahlt.

Auch die Einlagen sind unproblematisch. Diese wären bei der GbR auf einem sogenannten (oder diesem entsprechenden) Kapitalkonto 2 gutgeschrieben, sofern es sich nicht um die grundsätzliche und feste Einlage des Gesellschafters handelt, die ohnehin in der Gesellschaft verbleibt und erst bei Auflösung wieder an den Gesellschafter zurückfließt. Die sonstigen Einlagen können dem Grunde nach, sofern der Gesellschaftsvertrag nichts abweichendes regelt, bei entsprechender Liquidität ebenfalls zurück gezahlt werden.

Bei einer EÜR werden steuerlich betrachtet - im Gegensatz zur Bilanzierung - nicht schon Rechnungen ergebniswirksam erfasst, ergebniswirksam ist hier stets erst der Zufluss. Wenn Sie also bei der EÜR bleiben, hat es also keinen Einfluss auf das Ergebnis, ob die Rechnung 2016 oder 2017 geschrieben wird, wenn das Geld erst 2017 fließt, ist das auch erst in 2017 steuerlich von Auswirkung.

Weder das Darlehen noch die Einlage sind also wirtschaftlich verloren, die Aussage Ihres Beraters ist daher nicht nachzuvollziehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2016 | 11:32

Vielen Dank für Ihre Antwort, diese hat mir weitergeholfen.
Eine Kurze Rückfrage zu Ihrer Anwort hätte ich aber noch.

"Es kann zwar sein, dass die Verluste insofern nicht nutzbar sind, wenn bei keinem Gesellschafter negative Einkünfte entstehen und damit ein Verlustrücktrag und Verlustvortrag nicht möglich sind."

Bezieht sich dies nur auf die EÜR oder auch auf die erwähnte Bilanzierung?
Könnte man einfach zwischen diesen beiden Gewinnermittlungsarten wechseln?

Vielen Dank Mit den besten Neujahrswünschen für 2017!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.12.2016 | 13:58

Dies bezog sich auf die EÜR. Im Grunde kann man für jedes Jahr die Gewinnermittlungsmethode neu wählen, sofern nicht vorgegebene Grenzen des Umsatzes und Gewinnes überschritten sind, denn ab gewissen Schwellenwerten besteht eine Verpflichtung zur Bilanzierung.

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