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Enkel Alleinerbe


| 12.05.2007 02:50 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Anwälte,

meine Mutter ist kürzlich verstorben.
Bei der Auffindung wurde durch die Polizei ein handschriftliches Testament sichergestellt, in welchem meine Schwester und ich enterbt wurden. Andere Erben sind nicht vorhanden.
Mein minderjähriger Sohn (5 Jahre) wurde als Alleinerbe eingesetzt.
Das Haus ist seitdem versiegelt, und kann nicht betreten werden.
Bei der Erbschaft geht es um ein Einfamilienhaus (Elternhaus) im Wert von etwa 180.000€.

Laut dem Testament soll mein Sohn das Haus zu seinem 25. Geburtstag bekommen, solange sei ein vom Gericht bestimmter Treuhänder einzuschalten.

Meine Frage ist nun, ob wir das Haus beziehen dürfen, oder ob es jetzt von dem Treuhänder verwaltet/verkauft wird.
Bin ich als Vater meines Sohnes von einer etwaigen Träuhandschaft ausgeschlossen ?
Wer haftet für Schäden, die durch die Versiegelung entstehen können (Wasserschäden, Sturm-/Brandschäden, ect).

Danke für Ihre Antwort






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Sehr geehrter Ratsuchender,


um eine verbindliche Aussage zur Rechtslage treffen zu können, müsste man den Wortlaut des Testaments kennen und gegebenenfalls auch die Hintergründe der Entscheidung Ihrer verstorbenen Mutter, soweit das Testament auslegungsbedürftig ist.

Soviel kann ich Ihnen aber zu Ihren Fragen mitteilen:

Anscheinend hat Ihre Mutter eine Testamentsvollstreckung (§§ 2197 ff. BGB) in Form einer Dauervollstreckung (§ 2209 BGB) bis zum 25. Geburtstag Ihres Sohnes angeordnet.

Der Testamentsvollstrecker ist treuhänderisch zur Verwaltung des Nachlasses berechtigt und verpflichtet. Der Umfang seiner weiteren Befugnisse richtet sich nach dem Inhalt der Anordnung der Erblasserin.
In der Regel wird ein Verkauf ihm aber nicht erlaubt sein, da Sinn und Zweck der Testamentsvollsteckung unter anderem die Erhaltung der Nachlassgegenstände ist. Dagegen wird er die Immobilie vermieten dürfen und auch müssen, um den Nachlass einer wirtschaftlich vernünftigen Verwaltung zuzuführen. Ferner ist er auch in gewissen Zeitabständen rechenschaftspflichtig über Einnahmen und Ausgaben.

Wenn – wie das hier wohl der Fall ist – bereits eine bestimmte Person im Testament als Treuhänder und Testamentsvollstrecker vorgesehen ist, können Sie (als gesetzlicher Vertreter des Erben) überhaupt keine Verfügungen über das Grundstück treffen, siehe § 2211 Abs. 1 BGB. Anders wäre es, wenn die Bestimmung der Person des Testamentsvollstreckers dem Gericht überlassen wäre – dann kämen auch Sie als solcher grundsätzlich in Betracht.

Wenn Sie selber in das Haus einziehen oder nur an bestimmte Personen vermieten wollen, müssen Sie sich diesbezüglich immer mit dem Testamentsvollstrecker einigen. Dieser ist jedoch keinen Weisungen unterworfen. Er muss allerdings die Grundsätze ordnungsgemäßer Bewirtschaftung beachten und haftet auch für schuldhaft verursachte Schäden an dem Haus.


Ich hoffe, Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben. Bei Unklarheiten können Sie hier gerne nachfragen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.05.2007 | 16:43

Danke für Ihre Auskunft.

Im Wortlaut heisst es:
"Meine beiden Kinder enterbe ich hiermit ausdrücklich, und setze sie auf den Pflichtteil."
"Bis zu seinem 25. Geburtstag soll ein vom Nachlaßgericht bestimmter Treuhänder eingesetzt werden."

Dieser wurde vom Nachlaßgericht in Form eines Rechtsanwaltes als Testamentsvollstrecker bestimmt.
Da dieser ja in Form einer Dauervollstreckung nun für 20 Jahre Verwalter des gesamten Erbes.
Die Vergütung des Nachlassverwalters richtet sich ja nach der Höhe des Erbes. Sie beträgt in der Regel zwischen einem und sieben Prozent der Vermögenssumme.
Wie soll diese Vergütung aufgebracht werden, wenn nicht ausreichend Barmittel zur Verfügung stehen ?

Desweiteren würde es mich interessieren, wie man am besten mit dem TV wegen eines Selbstbezuges des Hauses verhandelt, bzw. welche Argumente man anbringen kann, da es ja auch im Interesse des Kindes ist, ein Haus mit Garten zu bewohnen (wir leben in einer ETW im 3. Stock).
Diese Etw würden wir verkaufen, um mit dem Erlös meine Schwester auszubezahlen, und ggf. den TV zu vergüten.

Dem (kur vorher verstorbenen Lebensgefährten) wird im Testament ein Wohnrecht im 1. Stock des Hauses eingeräumt - Kann man dadurch einen Rückschluß ziehen, daß das Erdgeschoß für Den Enkel bzw. uns zugedacht war ?

Gibt es evtl. Erfahrungen in ähnlich gelagerten Fällen ?

Nochmals Danke für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.05.2007 | 18:23

Sehr geehrter Ratsuchender,

wie bereits angedeutet, muss der Testamentsvollstrecker versuchen, die Barmittel zu erwirtschaften, vornehmlich durch Vermietung.

Ihre Argumentation ist durchaus nachvollziehbar, vernünftig und vielleicht auch zielführend. Sie haben allerdings keinen Rechtsanspruch darauf, dass der Testamentsvollstrecker mit Ihnen ein Miet- oder Nutzungsverhältnis eingeht. Es besteht lediglich in vermögensrechtlicher Hinsicht ein Anspruch des Enkels auf Erhaltung der Immobilie, es sei denn es wäre im Testament noch besonders etwas hierzu angeordnet. Das Wohnrecht der Lebensgefährtin als Indiz ist nicht ausreichend, dass auch der Enkel ein solches erhalten solle.

In Ihrem Fall empfiehlt sich eine weitere juristische bzw. anwaltliche Begleitung, um alle bedeutsamen Fragen weitgehend klären zu können und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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