Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Endfällige Zinsen - Buchhaltung

| 20.07.2020 16:51 |
Preis: 30,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ein endfälliges Darlehen muss dem steuerlichen Fremdvergleich standhalten können.

Eine GmbH vergibt an ihren Gesellschafter ein endfälliges Darlehen über 10 Jahre Laufzeit.
Zinsen werden in Höhe von 5 % p.a. vereinbart, welche ebenfalls endfällig zu zahlen sind.

Das Finanzamt verlangt, dass die GmbH die Zinsen jährlich als Ertrag buchen soll und nicht erst im Jahr der Fälligkeit.

Ist das so richtig und wenn ja, auf welcher gesetzlichen Grundlage basiert das.

Oder wie kann man dem begegnen?
20.07.2020 | 18:44

Antwort

von


(292)
Frankenstraße 10
56626 Andernach
Tel: 01747154264
Web: http://www.evdorrien.de
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich nehme an, dass die GmbH das dem Gesellschafter gewährte Darlehen steuerlich geltend machen will. Dann kann die Finanzverwaltung das Darlehen aber nur anerkennen, wenn es dem sogenannten Drittvergleich standhält.

Das sog. endfällige Darlehen (Festdarlehen, Fälligkeitsdarlehen) ist ein Darlehen im Sinne des <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/488.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 488 BGB: Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag">§ 488 BGB</a> . Der Darlehensnehmer schließt dabei einen Vertrag über eine feste Laufzeit ab. Die Besonderheit ist, dass der Darlehensnehmer während der Laufzeit nur Zinsen auf das Darlehen zahlt, die Tilgung erfolgt zum Stichtag am Ende der Laufzeit des Darlehens.

Wegen der für den Kreditnehmer bei Festdarlehen vergleichsweise höheren Zinslast muss es gute Gründe geben, warum keine regelmäßige Tilgung erfolgen soll - das Finanzamt muss also ohnehin Anhaltspunkte dafür haben, dass dieses Darlehen auch tatsächlich durchgeführt wird, so wie es unter fremden Dritten durchgeführt werden würde.

Demnach ist es im allgemeinen (fremdüblichen) Geschäftsverkehr höchst unwahrscheinlich, dass ein solches Fälligkeitsdarlehen ohne regelmäßige Zinszahlungen ausgegeben würde. Da ökonomisch eine Tilgungsaussetzung typischerweise zu einer Verteuerung des Kredits führt, ist es im Wirtschaftsleben eigentlich ausgeschlossen, auch noch auf die regelmäßigen Zinsen zu verzichten. Insgesamt würde die Finanzverwaltung ein solches Tilgungsdarlehen nicht akzeptieren (ein zinsloses Darlehen aber erst recht nicht).

Gemäß dem Zuflussprinzip des <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/11.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 11 EStG">§ 11 Abs. 1 S. 1 EStG</a> geht das Finanzamt damit zurecht davon aus, dass der GmbH die regelmäßig zu zahlenden Zinsen im jeweiligen Steuerjahr zufließen und daher entsprechend zu erklären sind.

Wenn noch etwas unklar geblieben ist, fragen Sie gerne nach. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

<!--dejureok-->


Rückfrage vom Fragesteller 21.07.2020 | 09:11

Sehr geehrte Frau v. Dorrin,
vielen Dank für die Antwort.
Der Darlehensvertrag ist nicht strittig und wird so anerkannt.
Wenn es nach dem Zuflussprinzip geht, dann wäre die Verbuchung der gesamten Zinsen erst am Ende der Laufzeit vorzunehmen?
Die Benennung der Höhe der Zinsen von 5 % p.a. ist in diesem Fall doch nur eine Berechnungsgröße. Es ist doch gerade Vertragsbestandteil, dass diese erst am Ende zu zahlen und damit fällig sind. Somit entsteht die Forderung und damit Betriebseinnahme auch erst dann und nicht jährlich am 31.12.?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.07.2020 | 11:40

Sehr geehrter Fragesteller, vielen Dank für Ihre freundliche Nachfrage!

Aber wäre es dann nicht tatsächlich ein zinsloses Darlehen? Ich verstehe, dass Sie die Zinsen sozusagen kompakt am Ende der Laufzeit mit der Darlehenssumme gemeinsam zurückzahlen (oder -fordern) wollen, aber das ist nach allem, was ich ihnen aus (begriffs-) rechtlicher Sicht sagen kann, kein übliches Darlehen, auch wenn die Finanzverwaltung es dem Begriff nach anerkennt.

Ich erkenne aus dem Verhalten des Finanzamtes allerdings, dass diese besondere Konstruktion eines endfälligen Darlehens gerade nicht akzeptiert wird. Es müssten schon die allfälligen Zinsen jährlich fließen und insofern auch verbucht werden. Wenn die Zinsen erst am Ende der Fälligkeit des Darlehens zu zahlen sind, so sind es eigentlich keine Zinsen eines endfälligen Darlehen, jedenfalls nicht nach allem, was im Geschäftsverkehr üblich ist. Die Zinsen würden insofern gestundet. Das ist insofern eine eigenwillige Konstruktion. Dass das Finanzamt auf der jährlichen Zahlung und Verbuchung der Zinsen besteht, zeigt mir, dass das endfällige Darlehen als solches anerkannt wird, aber eben nur in der Form, wie es üblicherweise gehandhabt wird im Geschäftsverkehr.

Sprechen Sie das Finanzamt doch einfach mal an, das heißt ganz konkret: Rufen Sie den Sachbearbeiter, der auf dem Bescheid vermerkt ist, an und schildern Sie ihm die von Ihnen geplante Konstruktion des endfälligen Darlehens, und dann fragen Sie nach, warum der Sachbearbeiter auf der jährlichen Zinszahlung bestehen will. Ich fürchte, er wird Ihnen antworten, dass er ansonsten kein endfälliges Darlehen, wie es üblich ist, erkennen kann, aber Sie können natürlich mit ihm darüber diskutieren.

Ich sage nicht, dass Sie mit Ihrer Konstruktionen nicht durchdringen können, ich sehe nur beim Finanzamt das übliche starre Festhalten an den üblichen Formen, und das Steuerrecht ist nun einmal sehr formalistisch.

Aus dem, wie Sie die Handhabung des Darlehens schildern, folgere ich, dass letztlich keinerlei Zahlungen auf das Darlehen bis zum Ende der Laufzeit von zehn Jahren geleistet werden sollen. Dann handelt es sich aber streng genommen nicht wirklich um Zinsen, diese sind vielmehr ein rechnerischer Bestandteil des Darlehens insgesamt.

Wie gesagt, versuchen Sie, Ihre Sichtweise dem Finanzamt nahezulegen. Ob der Begriff Darlehen dann überhaupt noch sinnvoll ist, ist die Frage, denn ein Darlehen - also das zur freien Verwendung ausgegebene "große" Geld an einen anderen gegen die Zahlung von "kleinem" Geld, das heißt von Zinsen als notwendiger Preis für den erhaltenen Betrag - wird normalerweise anders verstanden.

Beachten Sie insofern den im Steuerrecht immer geforderten Fremdvergleich: Würde wirklich ein normaler Kaufmann eine große Summe Geldes an jemanden ausgeben, ohne die zumindest jährliche Fruchtziehung aus diesem Geschäft, das heißt die Zahlung von Zinsen? Letztlich handelt es sich meiner Meinung nach nicht um ein endfälliges Darlehen, sondern um ein zinsloses, und die eigentlich fälligen Zinsen sind Teil des Darlehens, das in ganzer Summe am Ende der Laufzeit zurückzubezahlen ist.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe nochmals mit freundlichen Grüßen!

EvD

Bewertung des Fragestellers 23.07.2020 | 08:43

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank!
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Elisabeth v. Dorrien »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.07.2020
5/5,0

ANTWORT VON

(292)

Frankenstraße 10
56626 Andernach
Tel: 01747154264
Web: http://www.evdorrien.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Steuerrecht, Medizinrecht, Beamtenrecht, Internationales Strafrecht