Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ende Erziehungsurlaub

08.05.2008 09:34 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgendes Problem. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich am Januar 2001 angefangen zu arbeiten und wurde nach meiner Probezeit auch in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Am 16.01.2003 habe ich geheiratet und am 31.07.2003 habe ich mein erstes Kind zur Welt gebracht und war danach dementsprechend im Erziehungsurlaub. Bevor mein Erziehungsurlaub zu Ende gegangen ist, habe ich mein zweites Kind am 16.06.2005 auf die Welt gebracht. Mein Erziehungsurlaub endet daher am 15.06.2008. Mit meinem Arbeitgeber habe ich bereits hierüber gesprochen. Leider kann mir mein Arbeitgeber kein adäquaten Arbeitsplatz anbieten. Mir wurden daher zwei Alternativen angeboten. 1) Ein job, bei dem ich in 3 verschiedenen Schichten arbeiten müsste (Tag- und auch Nachtschicht). Aufgrund der Tatsache, dass ich zwei kleine Kinder zu betreuen habe ist dies nicht möglich. 2) Aufhebungsvertrag. Wir haben beide daher eher zu Alternative 2 tendiert. Daher hat er einen Aufhebungsvertrag formuliert und diesen mir zukommen lassen. In diesem ersten Exemplar war leider keine Sozialabfindung enthalten. Daraufhin habe ich mit Ihm nochmal persönlich gesprochen er meinte folgendes: Bezüglich Abfindung hätte ich nur Anrecht auf die ersten Jahre. Die Jahre mit Erziehungsurlaub dürften nicht mit angerechnet werden. Im zweiten Exemplar „Aufhebungsvertrag“ hat er mir dann 500 € Brutto Sozialabfindung angeboten. Später habe ich im Internet recherchiert und heraus gefunden, dass er mir nicht die Wahrheit gesagt hat und die Jahre im Erziehungsurlaub doch angerechnet werden müssen. Zudem sollten lt. Internetrecherche für die Berechnung der Abfindung 0,5 Bruttogehälter pro Anrechnungsjahr kalkuliert werden. Damals habe ich noch 1900 € brutto verdient. Meine Frage an Sie: Wie soll ich mich jetzt in dieser Situation verhalten, was schlagen Sie vor und was kann ich von meinem Arbeitgeber fordern?
Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Allgemein vorab:
Nach Ablauf der Elternzeit wird der Arbeitgeber Ihnen, soweit das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet (der Betrieb muß mindestens 5 Arbeitnehmer beschäftigen) nur aus den vom Gesetz erlaubten Gründen kündigen dürfen, also personen-, verhaltens- oder betriebsbedingt. Letzteres käme in Betracht, wenn durch Umorganisation innerhalb des Betriebes Ihr Arbeitsplatz wegfallen würde und er Ihnen keinen gleichwertigen Arbeitsplatz anbieten kann. Eine Abfindung können Sie nur verlangen, wenn Sie der Arbeitgeber gem. § 1 a KSchG auf die Möglichkeit einer Abfindung bei Nichterhebung einer Kündigungsschutzklage hinweist. In diesem Fall würde sich die Abfindung nach Ihrer Betriebszugehörigkeit richten, wobei für jedes Jahr der Zugehörigkeit ein halbes Bruttomonatsgehalt als Abfindung anfallen würde.

Weist Sie der Arbeitgeber im Falle einer Kündigung nicht auf Ihr Recht auf Erhalt einer Abfindung für den Fall, daß Sie keine Kündigungsschutzklage einreichen, hin, steht Ihnen keine Abfindung zu. Sie müssten dann innerhalb der gesetzlichen 3 Wochen Frist nach Zustellung der Kündigung Kündigungsschutzklage einreichen. Sehr oft einigen sich die Parteien dann in dem zunächst erfolgenden Gütetermin auf Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung.

Die erste Frage ist somit , ob der Arbeitgeber die Möglichkeit hätte, Ihnen überhaupt zu kündigen.

Sofern Sie allerdings grundsätzlich mit einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses einverstanden sind, ist die Abfindung reine Verhandlungssache. Die oben angeführte 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr sind - außerhalb des zitierten 1a KSchG - nur eine Richtlinie.
Die angebotenen 500 € brutto sind allerdings unverhältnismäßig wenig und in keinem Fall akzeptabel. Im Rahmen dieser Online- Anfrage kann ohne Kenntnis der Gesamtumstände keine abschließende konkrete Zahl genannt werden. Je höher das Interesse des Arbeitgeber ist, Sie "loszuwerden" und je schwieriger es für Ihn sein wird eine Kündigung durchzusetzen, umso höher kann eine Abfindung ausfallen.
Die Abfindung sollte sich aber in dem Bereich der Faustregel von 0,5 Bruttomonatsgehältern - gerechnet ab 2001 mit Elternzeit - bewegen.
Bedenken Sie bei einer Abfindung, dass die Abfindungssumme in voller Höhe zu versteuern ist.

Weiterhin sollten Sie bei einem Aufhebungsvertrag die mögliche Verhängung einer Sperrzeit durch die Agentur für Arbeit bedenken ( 12 Wochen). Um eine Sperrzeit zu Verhindern, muss ein Aufhebungsvertrag entsprechend gestaltet sein.

Zusammenfassend empfiehlt es sich immer, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen anhand der Gesamtumstände zu beauftragen, da Ihnen durch den Abschluss eventuell Nachteile entstehen könnnen ( Sperrfrist) und die Abfindungssumme von vielen zu berücksichtigen Faktoren abhängig sein kann.

Ich hoffem Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Florian Günthner
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.05.2008 | 22:29

Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe mit meinem Arbeitgeber nochmals geredet. Er meinte nur, er werde mir keine höhere Abfindung zahlen. Ich müsste den Aufhebungsvertrag unterschreiben oder aber die akzeptieren 3 Schichten zu arbeiten. Eine Küngigung event. betriebsbedingt, werde er mir nicht aussprechen. Mit meinen 2 Kinder ist es mir nicht möglich 3 Schichten zu arbeiten. Vorher hatte ich nur eine zwei Schicht Arbeit, die aber anscheinend weg rationalisiert wurde. Nun meine Nachfrage: Muss ich diese Stelle antreten bzw. was empfehlen Sie mir, wie ich mich verhalten könnte?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.05.2008 | 09:55

Sehr geehrter Fragesteller,

wie bereits oben angesprochen, kann eine abschließende Beantwortung ohne anwaltliche Überprüfung der Gesamtumstände im Rahmen einer solchen Online- Anfrage nicht vorgenommen werden.

So besteht z.B. auch die Möglichkeit, dass Sie einen Anspruch auf Teilzeitarbeit haben, § 8 TzbfG. Der Arbeitgeber kann hier - soweit die anderen Voraussetzungen vorliegen(z.B. mehr als 15 Arbeitnehmer im Betrieb) - der Teilzeit nur widersprechen, wenn dringende betriebliche Gründe dagegen sprechen.

Eine Kündigung wird der Arbeitgeber aber dann ausprechen müssen, wenn Sie weder den Aufhebungsvertrag unterschreiben noch die 3 Schicht- Stelle antreten, da in diesem Fall das Arbeitsverhältnis beendet werden muss. Hier hätte der Arbeitgeber die Kündigungsfristen zu beachten.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Günthner
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68649 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Dr. Hoffmeyer konnte mir klar direkt und deutlich meine Frage beantworten und mir auch Tipps für weitere Schritte geben. Sehr nett und empfehlenswert ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Auch wenn mir die Antwort vom Ergebnis nicht gefällt wurde sie schnell und kompetent beantwortet. ...
FRAGESTELLER