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EnEV - Dachdämmungspflicht bei altem Fachwerkhaus


| 24.11.2017 16:48 |
Preis: 80,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich besitze ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1884, dessen Dach nicht gedämmt ist.

Dieses Haus steht nun zum Verkauf. Meine Frage lautet, ob Bieter einen Preisnachlass beim Kaufpreis fördern können, weil die EnEV eine Dachdämmung zwingend vorschreibt? Wir hatten das Haus 2013 erworben.

Oder gibt es Ausnahmen von der Nachrüstpflicht, für die das Haus sich evtl. qualifiziert?

Ich bedanke mich für die Antwort!

24.11.2017 | 18:06

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst einmal besteht generell keine unbedingte Pflicht zur Dämmung des Daches. Gemäß § 10 Abs. 3 EnEV kann eine Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke bestehen, die ersatzweise durch Dämmung des Daches erfüllt werden kann. Die Verpflichtung zur Dämmung der obersten Geschossdecke besteht aber nur dann, wenn
- das Gebäude ein Wohngebäude ist oder mindestens vier Monate im Jahr auf minestens 19 Grad Celsius beheizt wird,
- die oberste Geschossdecke zum unbeheizten Dachraum zugänglich ist und
- die Geschossdecke nicht schon einen Mindestwärmeschutz nach DIN 4108 Teil 2 bietet.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, müssten Sie etwas tun und könnte dazu entweder die oberste Geschossdecke dämmen oder eben ersatzweise das Dach. Wenn Sie also - wie bei Fachwerkhäusern oft der Fall, einen ungenutzten und ungeheizten Dachboden haben, können Sie diesen von oben dämmen und müssen nicht das Dach dämmen. Sollten Sie einen bewohnten Dachraum haben, bliebe allerdings nur die Dachdämmung.

Sofern nach diesen Kriterien grundsätzlich eine Dämmung des Daches erforderlich wäre, ist diese dennoch nicht verpflichtend, wenn
- entweder nach § 10 Abs. 5 EnEV der Aufwand nicht rentierlich wäre, weil die Kosten durch die erzielbare Einsparung nicht in angemessener Zeit wieder hereingeholt werden könnte,
- oder wenn es sich bei dem Gebäude um ein Denkmal oder sonst besonders erhaltenswerte Bausubstanz (im Geltungsbereich einer Erhaltungssatzung nach § 172 BauGB) handelt und das Erscheinungsbild beeinträchtigt würde. Das wird angenommen, wenn die Maßnahme nach Denkmalrecht (bzw. nach der Erhaltungssatzung) nicht genehmigungsfähig wäre. Das kann der Fall sein, wenn die Dachdämmung äußerlich wahrnehmbar wäre (wahrscheinlich nicht) oder wenn die Dämmung zu einer Schädigung der schutzwürdigen Bausubstanz (etwa mangels Belüftung) führen könnte.

Wenn die Pflicht zur Dachdämmung besteht, die Maßnahme rentierlich wäre und kein Denkmalschutz entgegen steht, bliebe nur noch eine Befreiung nach § 25 EnEV, für die allerdings dann kaum noch hinreichende Gründe denkbar sind.

Die genannten Voraussetzungen müssten Sie mit Hilfe eines Energieberaters und gegebenenfalls der Denkmalschutzbehörde klären. Eine günstige Aussage in Richtung des Nichtbestehens einer Dachdämmpflicht lässt sich ohne weitere Aufklärung leider nicht treffen. Allein die Fachwerkbauweise und das Alter des Gebäudes reichen dafür nicht.

Ich bedaure, Ihnen keine günstigere Auskunft erteilen zu können, und hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Hinweisen gleichwohl behilflich sein konnte.

Mit besten Grüßen


Rechtsanwalt Martin Schröder

Bewertung des Fragestellers 24.11.2017 | 18:26


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