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Email Verifizierung - Daten für Dienste - Fernabsatzrecht - Datenschutzrecht

20.07.2018 07:23 |
Preis: 40,00 € |

Datenschutzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,

Ich biete einen online Dienst an bzw. ein Webbaukasten System.

Es gibt eine kostenlose Version und eine kostenpflichtige Version (Abonnement mit jährlicher Abrechnung und dafür kann man eine eigene Domain registrieren usw.).

Der Kunde meldet sich über die Webseite an und erstellt erstmal ein Konto. Es gibt also keinen Direktverkauf- egal ob man ein Abonnement abschliessen möchtet oder nicht- man muss erstmal ein Konto anlegen.
Man klickt auf "Webseite erstellen" und landet dann bei der Anmeldung. Da gibt man seine Email Adresse ein und sucht sich ein Passwort aus um entsprechend ein Konto anzulegen und danach eine Webseite zu erstellen.

Direkt im Anschluss schicke ich eine Verifizierungs-Email an den Kunden in dem er seine Email Adresse bestätigt um das Konto zu aktivieren. Ohne die Email verifiziert zu haben kann er keine Webseite erstellen (diesen Prozess bau ich gerade um damit man auch ohne Verifizierung eine Webseite anlegen kann). Die Verifizierungs-Maßnahme dient dazu die meisten unseriösen Kunden von einer Anmeldung abzuhalten und helfen mir bei der Beantwortung von Auskunftsanfragen (i.S.v. Art. 15 DSGVO).
Eine separate Einwilligung für Werbemails hole ich mir später und mit einer separaten Double Opt in Mail ein.

Jetzt, nachdem ich bei den Konkurrenten umgeschaut habe, frage ich mich ob ich die Email Adresse überhaupt verifizieren lassen muss. Eine Zeitlang habe ich keine Emailverifizierung ausgeführt und da waren meine Konvertierungsraten deutlich besser. Leider gab es auch viele unseriösen Käufer dabei.

Bei kostenpflichtigen Kunden, die einen Vertrag mit mir abschliessen, habe ich eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung der Daten, nämlich ein Vertragsverhältnis. Meine Frage: gilt das auch bei Kunden die sich für mein kostenloses Angebot anmelden und die eigentlich mit Ihren Daten bezahlen? Muss ich die Email Adresse verifizieren lassen? Aus datenschutzrechtlicher Sicht macht es Sinn die Email verifizieren zu lassen? Wie länge kann ich die Webseite online lassen(bzw. die Daten weiterhin verarbeiten) bei Kunden mit einer kostenlosen Webseite, die diesen Verifizierungs-Aufforderungen nicht nachkommen?

Wenn ich keine Email Verifizierung mache, wie kann ich nachweislich darstellen dass der Kunde sich bei mir angemeldet hat? In dem Fall muss die Möglichkeit zum Abmelden in jeder Mail vorhanden sein, auch in Systemmails (z.B. Die Wilkommensmail, "hier ist dein Nutzername, bei Fragen kontaktiere uns hier" usw.) und wenn der Kunde sich abmeldet muss ich dann die dazugehörige Webseite löschen?

Bei Free Kunden behalte ich mir das Recht in den Nutzungsbedingungen vor: Im Bearbeitungsmodus der Seiten, zur Qualitätssicherung mit Hilfe von Google Analytics Daten zu erfassen. Diese Erfassung von Daten erfolgt seitenübergreifend. Die hieraus gewonnenen Informationen werden benutzt, um Fehler zu beheben und die Bedienungsfreundlichkeit des Angebots zu verbessern. Darüber hinaus schalte ich Werbung in Bearbeitungsmodus ein, die man bei dem kostenlosen Angebot nicht ausschalten kann.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank im Voraus,
20.07.2018 | 08:08

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Sofern über die Angabe einer E-Mail Adresse eine Bestellung bzw. der Vertrag bei Ihnen geschlossen wird, müssen Sie die E-Mail Adresse nicht verifizieren. Dies ist gesetzlich nicht vorgeschrieben und hat sich auch nicht durch die DSGVO geändert. Die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung ergibt sich dabei aus Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. b) DSGVO.

Da der Zugang einer E-Mail aber vom Absender nach ständiger Rechtsprechung bewiesen werden muss, ist das Verifizierungsverfahren durchaus zu empfehlen. Im Zweifel können jedoch auch andere Daten wie etwa die IP-Adresse zum Beweis herangezogen werden, was nur mehr Aufwand erfordert. Wenn Ihre Conversion erheblich besser ist ohne die Verifizierung, würde ich in Abwägung mich dazu entscheiden, darauf zu verzichten.

Auch mit Nutzern der kostenlosen Version kommt ein Vertrag über die Nutzung des Baukastens zustande. Allerdings haben Sie hier kein zwangsläufiges Interesse an den personenbezogenen Daten, da Sie auch keine Rechnung ausstellen und Gebühren einfordern. Dies erfordert keine Verifizierung der E-Mail Adresse, aber Sie müssen klar machen, dass der User mit seinen Daten bezahlt. Dies kann etwa wie folgt aussehen:

"Als Gegenleistung für den Zugang zum Baukastensystem teilen Sie uns Ihre personenbezogenen Daten mit. Die Einwilligung können Sie jederzeit formlos gemäß Art. 7 Abs. 3 DSGVO durch Mitteilung an uns widerrufen."

Wenn der Kunde sich abmeldet und zur Löschung auffordert, müssen Sie innerhalb eines Monats alle Daten löschen. Äußert sich der Kunde nicht zu einer Löschung, so müssen Sie grundsätzlich nur die pers. Daten löschen. Diese sind nicht zwangsläufig auf jeder Webseite ersichtlich. Wenn der Kunde jedoch ein Impressum erstellt hat, stehen zumindest dort seine pers. Daten. Die Webseite ist dann zu löschen.

Um das Ganze transparent zu gestalten, empfehle ich in Ihren Nutzungsbedingungen z.B. Folgendes zu regeln:

"Sofern der Nutzer sich vom Dienst abmeldet, werden sämtliche erstellten Webseiten nach Ablauf eines Monats gelöscht. Der Nutzer ist dafür verantwortlich ggf. Sicherheitskopien selbst anzulegen."

Wenn Google Analytics nur im Bearbeitungsmodus läuft, ist dies unproblematisch. Wenn es jedoch auch auf der fertigen Seiten läuft, müssen Sie den Nutzer darauf hinweisen, dass er dies in seine Datenschutzerklärung aufnehmen muss. Ansonsten könnten Sie sich schadensersatzpflichtig machen, wenn der Kunde eine Abmahnung oder ein Bußgeld wegen unzureichender Datenschutzerklärung erhält.
Achten Sie zudem darauf, dass die Anonymisierungsfunktion von Google Analytics aktiviert ist und Sie in den Kontoeinstellungen den AV-Vertrag mit Google geschlossen haben.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt



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