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Elternzeit - 2 Jahre beantragt, 3. Jahr ohne Bezüge zu Hause möglich ?

01.03.2015 20:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Jana Mühlsteff


Sehr geehrte Juristen/Juristinnen,

nach der Geburt der Tochter (Juni 2013) beantragte ich 2 Jahre Elternzeit. Das 1. Jahr blieb ich komplett zu Hause und ab dem 2. Jahr Elternzeit wurde Teilzeit genehmigt. Die Teilzeit von 20 Stunden pro Woche wurde für das 2. Jahr genehmigt. Der Betrieb ist ein Bürobetrieb, in dem ich Tätigkeiten im Bereich Office Management ausführe.

Nachdem ich nun 8 Monate wieder im Job bin, stelle ich fest, dass ich eine Fehlentscheidung getroffen habe. Ich hätte besser direkt 2 oder 3 Jahre zu Hause bleiben sollen. Finanziell bin ich über meinen Partner gut versorgt.

Hier meine Fragen:
1. Kann ich diese Fehlentscheidung sofort korrigieren, um zu Hause zu bleiben. Optimal wäre es, wenn ich ab jetzt bis zum Ende des 3. Jahres zu Hause bleiben könnte und dann erneut neu entscheiden könnte.

2. Mir ist bewußt, dass ich das 3. Jahr Elternzeit beantragen muss. Kann ich das 3. Jahr so beantragen, dass ich zumindest im 3. Jahr dann wieder zu Hause bin (natürlich ohne Bezüge)?

3. Falls beides zu 1.) und zu 2.) so einfach nicht geht (oder nur mit freiwilliger Zustimmung des AG): Kann ich jetzt oder ab dem 3. Jahr meine 20 Stunden reduzieren? Wenn ja, auf wieviele Stunden minimal? Gehen 10 oder 15 Stunden?

4. Für jeden weiteren Tip bin ich dankbar. Wie gesagt: Ziel sollte sein, bis Ende des 3. Jahres so wenig wie möglich (oder am besten gar nicht mehr) dort arbeiten gehen zu müssen und trotz allem die Möglichkeit zu behalten, nach den 3 Jahren wieder in Teilzeit (15 oder 20 Stunden) einsteigen zu können.

Bedenken Sie bei der Beantwortung dieser Frage, dass ich niemals wieder Vollzeit arbeiten möchte, auf diesen Anspruch verzichte ich sehr gern.

Ganz nebenbei: Ich bin nicht arbeitsfaul, die Kinderbetreuung erfordert allerdings in diesem Fall fast meine gesamte Kraft und der Betrieb hat leider unterm Strich wenig Verständnis dafür. Es würde also allen das Leben erleichtern, wenn ich dort - zumindest vorläufig - nicht mehr "auf der Payroll" stehen würde.

Vielen Dank.

Einsatz editiert am 02.03.2015 20:31:15

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Kann ich diese Fehlentscheidung sofort korrigieren, um zu Hause zu bleiben. Optimal wäre es, wenn ich ab jetzt bis zum Ende des 3. Jahres zu Hause bleiben könnte und dann erneut neu entscheiden könnte.

Juristisch gesehen können Sie diese Entscheidung leider nicht sofort korrigieren, sondern Sie sind verpflichtet, entsprechend der von Ihrem Arbeitgeber bewilligten Teilzeit bis zum Ablauf des zweiten Jahres der Elternzeit 20 Stunden pro Woche zu arbeiten.
Der Grund hierfür ist, dass mit der von Ihnen angesprochenen Genehmigung der Teilzeit durch Ihren Arbeitgeber eine Vereinbarung über die abzuleistende Stundenzahl im zweiten Jahr der Elternzeit getroffen wurde. Diese auf § 15 Absatz 5 BEEG beruhende Vereinbarung ist für für Ihren Arbeitgeber und auch für Sie bindend. Im BEEG ist leider nicht vorgesehen, dass der Arbeitnehmer, also Sie, eine solche Vereinbarung während ihrer Laufzeit einseitig ändern könnte.
Sie sollten daher evtl. versuchen, mit Ihrem Arbeitgeber eine einvernehmliche Freistellung für den Rest des zweiten Jahres der Elternzeit auszuhandeln.

2. Mir ist bewußt, dass ich das 3. Jahr Elternzeit beantragen muss. Kann ich das 3. Jahr so beantragen, dass ich zumindest im 3. Jahr dann wieder zu Hause bin (natürlich ohne Bezüge)?

Diese Möglichkeit besteht. Sie können für das dritte Lebensjahr Ihres Kindes erneut Elternzeit verlangen. Hierbei ist zu beachten, dass dies wie bei dem Erstantrag (§ 16 Absatz 1 Satz 1 BEEG) spätestens sieben Wochen vor Beginn erfolgen muss. Zu einer Teilzeittätigkeit sind Sie dann nicht mehr verpflichtet, da die angesprochene Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber nur das zweite Jahr der Elternzeit betrifft und nicht automatisch verlängert wird.

3. Falls beides zu 1.) und zu 2.) so einfach nicht geht (oder nur mit freiwilliger Zustimmung des AG): Kann ich jetzt oder ab dem 3. Jahr meine 20 Stunden reduzieren? Wenn ja, auf wieviele Stunden minimal? Gehen 10 oder 15 Stunden?

Sie können Ihre Stundenzahl derzeit leider nicht gegen den Willen Ihres Arbeitgebers reduzieren, da, wie unter Frage 1. beschrieben, eine bindende Abrede mit Ihrem Arbeitgeber über den Umfang der Teilzeittätigkeit besteht, welche noch bis zum Ablauf des zweiten Jahres gültig ist.

4. Für jeden weiteren Tip bin ich dankbar. Wie gesagt: Ziel sollte sein, bis Ende des 3. Jahres so wenig wie möglich (oder am besten gar nicht mehr) dort arbeiten gehen zu müssen und trotz allem die Möglichkeit zu behalten, nach den 3 Jahren wieder in Teilzeit (15 oder 20 Stunden) einsteigen zu können.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 03.03.2015 | 14:25

Ergänzung zu Frage 4 (Ich habe versehentlich zu früh auf "Abschicken" gedrückt):

4. Für jeden weiteren Tip bin ich dankbar. Wie gesagt: Ziel sollte sein, bis Ende des 3. Jahres so wenig wie möglich (oder am besten gar nicht mehr) dort arbeiten gehen zu müssen und trotz allem die Möglichkeit zu behalten, nach den 3 Jahren wieder in Teilzeit (15 oder 20 Stunden) einsteigen zu können.

Nach Ablauf der 3jährigen Elternzeit kommt für Sie ein Anspruch auf Beschäftigung in Teilzeit nach § 8 TzBfG in Betracht. Sie sollten darauf achten, dass Sie den gewünschten Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vorher geltend machen müssen, § 8 Absatz 2 TzBfG. Ihre Gründe für die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit sind dabei unerheblich. Die Arbeitszeit würde dann dauerhaft verringert, wenn der Arbeitgeber nicht wirksam entgegenstehende betriebliche Belange geltend macht.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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