Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Elternunabhängiges BAföG ???

| 22.06.2016 19:38 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Zusammenfassung: Berechnung der Dauer der Erwerbstätigkeit bei elternunabhängigem BAföG

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beabsichtige in diesem Jahr nach langer Wartezeit mein Medizinstudium zu beginnen.

Hier ist eine kurze Information bezüglich meines beruflichen Werdeganges und meiner persönlichen Daten:

weiblich, 26 Jahre

2006 Realschlussabschluss
2009 Abitur
10/2010-10/2013 Ausbildung als MTAR ( 3 Jahre )
10/2013 - 09/2014 Berufstätigkeit als MTAR
10/2014 Arbeitslosigkeit
01.10.14 -14.10.14 Sperrzeit ( kein Arbeitslosengeld )
+
15.10.14 - 31.10.2014 ( Arbeitslosengeld 563,38 € )
11/2014 - 01/2015 Berufstätigkeit als MTAR
02/2015 Arbeitslosigkeit 01.02.15 - 28.02.15 ( Arbeitslosengeld 994,20 € )
03/2015 - bis voraussichtsichtlich 30.09.2016 Berufstätigkeit als MTAR
ab 01.10.2016 Studium der Humanmedizin

Für meinen weiteren beruflichen Werdegang ist es wichtig zu erfahren, ob eine Elternunabhängige BAföG Förderung möglich ist.
Ich habe bereits versucht mich über das Internet, Studentenwerk etc. zu informieren. Leider konnte mir dort niemand eine konkrete Aussage bezüglich meiner Situation geben.

Normalerweise müssen 36 Monate Erwerbstätigkeit vorliegen, bei mir sind es "nur" 35 Monate und 2 Wochen.
Wird aufgerundet auf 36 Monate oder scheitert es nun an den fehlenden zwei Wochen ?

Vielen Dank im Voraus.
J.E.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gemäß § 11 Absatz 3 Nr. 4 BAföG müssten Sie 3 Jahre eine berufsqualifizierende Ausbildung absolviert haben und 3 Jahre erwerbstätig gewesen sein.

Gemäß Ziffer 11.3.8 Nummer d. der "Allgemeine Verwaltungsvorschriften zum BAföG" (BAföG VwV) zählen zu den Zeiten der Erwerbstätigkeit auch Zeiten der Arbeitslosigkeit, soweit während dieser Zeit nicht eine nach diesem Gesetz (BAföG) förderungsfähige Ausbildung stattgefunden hat und die auszubildende Person der Arbeitsvermittlung daher nicht zur Verfügung stand.

Da Sie sich während Ihrer Arbeitslosigkeit in keiner Ausbildung befunden haben und während der Sperrzeit faktisch arbeitslos waren, zählen auch die zwei Wochen Sperrzeit zur Zeit der Erwerbstätigkeit. Sie dürften somit auf 36 Monate kommen.

Ich rate Ihnen, die Förderung zu beantragen und den Bescheid des BAföG-Amtes abzuwarten. Sollte das BAföG-Amt einen negativen Bescheid erlassen, rate ich Ihnen, einen Anwalt aufzusuchen und dagegen vorzugehen. Sollte es soweit kommen, können Sie mich gerne mit der Angelegenheit beauftragen. Die Beratungsgebühr würde dann angerechnet werden. Sie erreichen mich am besten unter rahoffmann@posteo.de oder 0176 982 710 02.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ruben Hoffmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.06.2016 | 08:23

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

erstmal bedanke ich mich für Ihre zügige Antwort auf meine Frage.
Ich habe diesbezüglich jedoch noch eine Verständnisfrage, da Sie leider nicht mein Einkommen während der Arbeitslosigkeit berücksichtigt haben. In wie weit ist dies wichtig?

Zitat:


Von einer den Lebensunterhalt sichernden Erwerbstätigkeit im Sinne des § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 und 4 in Verbindung mit Satz 2 BAföG kann grundsätzlich nur dann gesprochen werden, wenn aus dem Ertrag der Erwerbstätigkeit auch finanzielle Vorsorge gegen die Folgen von Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit getroffen werden konnte (Bundesverwaltungsgericht [BVerwG], Familienrechtszeitschrift [FamRZ] 1992, S. 1481 [1482]).

Für das BAföG ist eine den Lebensunterhalt sichernde Erwerbstätigkeit gegeben, wenn der monatliche Bruttolohn mindestens 716,40 Euro erreicht (Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 BAföG zuzüglich 20 %), vgl. Tz 11.3.5 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum BAföG (BAföGVwV). Unerheblich ist, ob das Einkommen aufgrund einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung erzielt wurde.

Mit freundlichem Gruß
J.E

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.06.2016 | 13:20

Sehr geehrte Fragestellerin, gerne beantworte ich Ihre Nachfrage verbindlich wie folgt:

Gemäß Ziffer 11.3.8 (am Ende) und 11.3.5 BAföG VwV ist eine den Lebensunterhalt sichernde Erwerbstätigkeit dann gegeben, wenn der durchschnittliche Bruttomonatslohn der anrechenbaren Zeiträume eines Kalenderjahres den Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 BAföG erreicht. Dieser Betrag wäre bei Ihnen gemäß § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 BAföG, 597 € monatlich. Mit 563,38 € wären Sie erstmal unter diesem Betrag.

Maßgeblich ist aber nicht der tatsächliche Bruttomonatslohn des betreffenden Monats, sondern der durchschnittliche Bruttoarbeitslohn der anrechenbaren Zeiträume eines Kalenderjahres. Das bedeutet, dass der Bruttolohn Ihrer Tätigkeit als MTAR im Jahr 2014 für die Berechnung des Durchschnitts mit herangezogen wird. Ich gehe davon aus, dass dann ein durchschnittlicher Bruttomonatslohn vorliegt, der den Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 BAföG übersteigt. Um sicher zu gehen, könnten Sie ihren durchschnittlichen Bruttomonatslohn für das Jahr 2014 ausrechnen und schauen, ob er über dem Bedarf nach § 13 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 BAföG liegt.

Bezüglich dem Erfordernis der finanziellen Vorsorge gegen die Folgen von Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit sehe ich kein Problem, da Ihr durchschnittlicher Bruttomonatslohn einen genügenden Betrag ergeben müsste.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ruben Hoffmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 24.06.2016 | 13:30

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich habe eine ausführliche Antwort auf meine Frage erhalten und bin sehr zufrieden darüber. "
FRAGESTELLER 24.06.2016 4,8/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72033 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort, vielen Dank! Ich komme gerne auf Herrn RA Lembcke zurück ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Ich bin immer noch der Meinung, dass es damals die passende Rechtsgrundlage gab, aber diese Detektivarbeit sprengt vielleicht diese Fragestellung. Das Drumrum war sehr hilfreich. Danke ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Sehr schnelle Antwort auch auf Nachfragen ...
FRAGESTELLER