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Elterngeld und Arbeitslosigkeit


07.02.2007 13:02 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Ich bin bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt und habe einen befristeten Vertrag bis 9. November.
3 Monate bevor der Vertrag ausläuft muss ich mich beim Arbeitsamt melden, ich bin also ab 10. November arbeitslos und würde dann Arbeitslosengeld I bekommen, falls ich bis dann keinen neuen Job gefunden habe.

Jetzt bin ich schwanger und wenn alles gut läuft wird das Kind ca. am 1 Oktober geboren. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird dann mein Arbeitgeber das Mutterschutzgeld zahlen bis zum Vertragsende, danach zahlt die Krankenkasse (zumindest noch einen Teil) bis zum Ende des Mutterschutzes, also bis ca. Ende November.

Mein Arbeitslosengeld wäre ca 800 Euro.
Elterngeld wäre ca 770 Euro.
Das Arbeitslosengeld wird auf das Elterngeld angerechnet, so dass ich eigentlich kein Elterngeld bekommen würde. Aber 300 Euro Elterngeld steht jedem, auch Arbeitslosen zu, so dass ich trotzdem die 800 + 300 = 1100 Euro in meinem Teil von der Elternzeit bekommen würde. Ist das so richtig?

Jetzt habe ich eine Frage zu Elterngeld und Arbeitslosigkeit.
Es ist mir klar, dass die Elterngeldzeit natürlich auf die Laufzeit des Arbeitslosengeldanspruches voll angerechnet wird. Aber können Sie mir sagen, was für einen Status ich in dieser Zeit habe? Bin ich dann voll in Elternzeit und kann mich (wie andere Elterngeld-Bezieher) auf das Kind konzentrieren, oder wird gleichzeitig vom Arbeitsamt erwartet, dass ich ihm in dieser Zeit zur Verfügung stehe und zu verschiedenen Seminaren und Treffen beim Arbeitsamt erscheinen soll (wie andere Arbeitssuchende)?

Und wäre es auch evt. möglich, dass ich zuerst 7 Monate NUR Elterngeld beziehe (bevor mein Mann übernimmt) und danach ganz normal Arbeitssuchender bin (mit Arbeitslosengeld I) und mich auf die Jobsuche konzentrieren kann? Wie lang wäre dann noch der Anspruch auf Arbeitslosengeld I?

Im voraus vielen Dank für Ihre Antwort!
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhinweisen, dass mit Weglassen oder Hinzufügen von Sachverhaltsangaben die erste rechtliche Beurteilung anders ausfallen kann und zu einem komplett anderen Ergebnis führen kann. Deshalb stellt das Forum bei "Frag-einen-Anwalt.de" lediglich eine erste rechtliche Orientierung dar, die keineswegs den Besuch bei einer Kollegin/ bei einem Kollegen vor Ort ersetzt.

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

1.Frage:

Wie Sie bereits richtig erkannt haben, bekommen Sie in jedem Fall Ihr Arbeitslosengeld und 300€ Elterngeld, denn nach der Geburt kann gegebenenfalls zwischen Elterngeld und Arbeitslosengeld (ALG) gewählt werden.
Ist eine Person berechtigt, sowohl Elterngeld als auch ALG zu beziehen, kann sie entweder im Bezugszeitraum des Elterngeldes ALG plus 300€ Elterngeld beziehen oder zunächst nur Elterngeld.
Die Höhe des Elterngeldes beträgt 67% des bisherigen Nettoerwerbseinkommens des erziehenden Elternteils und beträgt höchstens 1800€ netto. Der Mindestbetrag beträgt wie bereits erwähnt 300€.

Frage 2:

In der Zeit, in der Sie Arbeitslosengeld und Erziehungsgeld gleichzeitig beziehen, stellen Sie sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung,d.h. Sie haben alle Pflichten eines "normalen Arbeitslosen". Sie besitzen in dieser Zeit also den Status eines Arbeitslosen.

Frage 3:

Die Intention des Elterngeldes ist es, alle Eltern, die sich die Zeit für Ihr Neugeborenes nehmen und auf Einkommen verzichten, zu unterstützen.
Eltern können grundsätzlich frei wählen, wer von beiden wann sein Elterngeld in Anspruch nimmt. Ein Elternteil kann dabei aber höchstens 12 Monate Elterngeld bekommen, 2 Monate stehen dem anderen zu. Diese werden als Bonus gewährt, wenn er seine Tätigkeit zur Kindererziehung aufgibt.
Der Vorteil bei der Entscheidung für das Elterngeld allein liegt darin, dass- sofern die Rahmenfristen von 2 Jahren nicht überschritten werden- der Anspruch auf Arbeitslosengeld nach dem Ausfallen des Elterngeldes geltend gemacht werden kann. Durch die Elternzeit verkürzt sich daher die Anspruchsdauer auf AlG nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben und Ihre Fragen beantworten.

Ihnen und Ihrem Baby wünsche ich alles Gute und natürlich viel Gesundheit!!!

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller
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