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Elterngeld als bilanzierender Gesellschafter

| 15.04.2013 11:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag,

Ich bin bilanzierender Unternehmer in einer GmbH und Co KG. Ich beziehe aus dem Gesamtgewinn eine Sonderbetriebsausgabe von 3500 EUR als monatliche Rechnungsstellung bevor der Rest der Gewinne beim Jahresabschluss unter den 3 Gesellschaftern aufgeteilt wird. Diese Aufteilung sieht folgendermassen aus: 50% an mich und jeweils 25% an die beiden anderen Gesellschafter.

Ich würde jetzt gerne jemanden für 1 Jahr einstellen, der meine Aufgaben weitestgehend übernimmt damit ich so viel wie möglich Zeit für die Kleine habe. Diesem würde ich ein Gehalt von 3250 EUR zahlen. Jetzt die Frage nach dem Elterngeld:

Mein Unternehmen mit 3 Mitarbeitern plus dem einen neuen Mitarbeiter wird mir voraussichtlich trotz der erhöhten Ausgaben durch den neuen Mitarbeiter einen Gewinn erzeugen auch wenn ich nicht mehr arbeite. Ich würde dann also in meinen 12 Monaten Elternzeit keine "Sonderbetriebsausgabe über 3500 EUR" in Rechnung stellen und nur von den Gewinnen des Unternehmens und dem Elterngeld leben.

Kann ich somit eine negative Differenz von 100% der 3500 EUR monatlichen Sonderbetriebsausgaben-Rechnung an mich als "Durch Elternzeit bedingten Einnahmeverlust" geltend machen?

Und zusätzlich noch die Ausgaben für den neuen Mitarbeiter als weitere verlorene Einnahmen definieren, um aus beiden Posten zusammen die 65% Elterngeld zu berechnen?

Oder muss die am Ende des Jahres berechnete Gewinnverteilung von 50% der Gewinne an mich als mein Einkommen definiert werden, bzw. werden die monatlichen privatentnahmen als Einkommen definiert? Irgendwo habe ich gelesen, dass eine Gewinnausschüttung als Kaptitalgewinne deklariert sind und sich nicht auf das Elterngeld auswirken. Stimmt das?

Und wie würde es sich auswirken wenn ich nur einen Teil der Sonderbetriebsausgaben in Rechnung stelle? Nehmen wir an 50% der 3500 EUR, also 1750 EUR. Bekäme ich unter dem Strich trotzdem 1800 EUR Elterngeld, da ich ja weiterhin den Extra-Mitarbeiter mit einem Gehalt von 3250 EUR einstellen würde?

Idealerweise würde ich gerne die volle Elterngeldsumme von 1800 EUR beziehen und mich ansonsten mit den zusätzlichen monatlichen Privatentnahmen aus dem GmbH & Co KG Konto über Wasser halten und dafür eine rechtliche Basis beim Gespräch mit der Elterngeld-Stelle haben.

Besten Dank für die Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einkommens möchte ich Ihre Fragen nunmehr wie folgt beantworten:

"Kann ich somit eine negative Differenz von 100% der 3500 EUR monatlichen Sonderbetriebsausgaben-Rechnung an mich als "Durch Elternzeit bedingten Einnahmeverlust" geltend machen? Und zusätzlich noch die Ausgaben für den neuen Mitarbeiter als weitere verlorene Einnahmen definieren, um aus beiden Posten zusammen die 65% Elterngeld zu berechnen?"

Elterngeld wird nach § 2 Abs. 1 S.1 BEEG in Höhe von 67 Prozent des Einkommens aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt des Kindes gewährt, höchtens jedoch 1.800,- €. Das Einkommen aus Erwerbstätigkeit errechnet sich nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 BEEG aus der um die Abzüge für Steuern und Sozialabgaben verminderten Summe der positiven Einkünfte aus selbständiger Arbeit nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 3 des Einkommensteuergesetzes. Das Einkommen vor der Geburt waren die 3.500,- € mtl. Dies ist der Einnahmeverlust, den Sie durch die Inanspruchnahme der Elternzeit haben. Sie haben insoweit aber bereits richtig erkannt, dass Sie maximal 1.800,- € Elterngeld erhalten.


Oder muss die am Ende des Jahres berechnete Gewinnverteilung von 50% der Gewinne an mich als mein Einkommen definiert werden, bzw. werden die monatlichen privatentnahmen als Einkommen definiert? Irgendwo habe ich gelesen, dass eine Gewinnausschüttung als Kaptitalgewinne deklariert sind und sich nicht auf das Elterngeld auswirken. Stimmt das?

Die monatlichen Privatentnahmen werden als Ihr Einkommen aus Ihrer selbständigen Tätigkeit angesehen. Die Gewinnausschüttung sind für den Gesellschafter in der Tat Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG , die bei dem Elterngeld nicht zu berücksichtigen sind.


Und wie würde es sich auswirken wenn ich nur einen Teil der Sonderbetriebsausgaben in Rechnung stelle? Nehmen wir an 50% der 3500 EUR, also 1750 EUR. Bekäme ich unter dem Strich trotzdem 1800 EUR Elterngeld, da ich ja weiterhin den Extra-Mitarbeiter mit einem Gehalt von 3250 EUR einstellen würde?

Wenn Sie selbst lediglich 1.750,- € erhalten würden, demgegenüber aber Ausgaben von 3.250,- € hätten, verbliebe ein Minus von 1.500,- €. Sie könnten sich daher sogar 3.250,- € auszahlen lassen und dieses für Ihren Angestellten ausgeben, ohne dass Sie den Anspruch auf das Elterngeld verlieren würden. Dies wären ja Ausgaben, die im Zusammenhang mit Ihren Einnahmen stünden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann, Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 17.04.2013 | 10:33

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