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Elterngeld - Höhe Geschwisterbonus


11.11.2006 12:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag,

meine Tochter wurde Mitte Februar 2005 geboren. Seitdem bin ich in der sog. Elternzeit.
Anfang Mei 2007 erwarte ich das zweite Kind. Eigentlich hätte ich aus finanziellen Gründen wieder arbeiten müssen, jedoch dann kam das Elterngeld...
Nun meine Frage: Wieviel Geld steht mir zu? Es wird doch das Gehalt vor der Elternzeit gerechnet oder? Schließlich wäre ich ja jetzt wieder arbeiten gegangen und hätte kein zweites Kind bekommen. Mein Jahresgehalt vor dem ersten Kind lag bei 19500 € netto. Können Sie mir hier helfen??

Beste Grüsse

Murmel777

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage bezieht sich auf ein sehr aktuelles Thema, zu welchem ich nur die gesetzlichen Voraussetzngen und keine Erfahrungen wiedergeben kann, denn das Elterngeld wurde erst am 29.09.2006 vom Bundestag beschlossen. Der Bundesrat hat dem Gesetz am 03.11.2006 zugestimmt.
Auszug aus dem Gesetzentwurf: "Elterngeld wird in Höhe von 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit gezahlt."

Der Höchstbetrag beim Elterngeld:

Es werden maximal 1.800 Euro Elterngeld pro Monat gezahlt. Also auch wenn 67 % Ihres "Netto-Einkommens" mehr als 1.800 Euro ergeben würden, bekämen Sie trotzdem nur 1.800 Euro Elterngeld.

Der Sockelbetrag beim Elterngeld:

Wer die Anspruchsvoraussetzungen des Elterngeldes erfüllt, bekommt das Elterngeld mindestens in Höhe des Sockelbetrages. Auch wer vor der Geburt des Kindes kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit bezog, hat Anspruch auf den Sockelbetrag. Der Sockelbetrag beträgt 300 Euro Elterngeld pro Monat.

Der Geschwisterbonus beim Elterngeld:

Anspruchsvoraussetzung für den Geschwisterbonus

Den Geschwisterbonus gibt es, wenn neben dem neuen Kind mindestens ein Geschwisterkind unter 3 Jahren oder zwei Geschwisterkinder unter 6 Jahren vorhanden sind.

Höhe des Geschwisterbonusses

Der Geschwisterbonus beträgt 10 % des Elterngeldes ohne Geschwisterbonus. Wenn diese 10 % weniger als 75 Euro betragen, wird der Geschwisterbonus auf 75 Euro erhöht. Es soll nun also auch beim Geschwisterbonus einen Sockelbetrag (75 Euro) geben.

Das Gesetz (BEEG) nennt in § 2 nur die Einkommen aus Erwerbstätigkeit:

§ 2 Berechnung des Elterngeldes

(1) Elterngeld wird in Höhe von 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit bis zu einem Höchstbetrag von 1 800 Euro monatlich für volle Monate gezahlt, in denen die berechtigte Person kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt. Als Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist die Summe der positiven Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und nichtselbstständiger Arbeit im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 des Einkommensteuergesetzes nach Maßgabe der Absätze 7 bis 9 zu berücksichtigen.

Allerdings wird auf der Internetseite des Familienministeriums ausgeführt:

"Mehrkindfamilien erhalten einen Geschwisterbonus. Dieser trägt in mehrfacher Hinsicht den besonderen Bedürfnissen dieser Familien Rechnung: Erstens werden bei der Einkommensermittlung vor der Geburt des Kindes neben Zeiten des Mutterschaftsgeldbezugs insbesondere auch Zeiten des Elterngeldbezugs ausgeklammert. Ein Absinken des Elterngelds durch das in diesen Zeiten geringere oder fehlende Erwerbseinkommen wird so vermieden."

Für Sie gilt deshalb meines Erachtens die 67% Regelung und der Geschwisterbonus. Berechnet wird das Elterngeld aus dem für Sie letzten Einkommen.
Maßgeblich ist der Durchschnittsbetrag aus dem individuellen Einkommen der Antragstellenden der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Kindes. Von dem Bruttoeinkommen sind bei nichtselbständiger Arbeit zunächst Lohnsteuer und Sozialabgaben abzuziehen, wie sie sich aus der jeweiligen Lohn- oder Gehaltsbescheinigung ergeben. Da sich das Elterngeld am tatsächlich verfügbaren Erwerbseinkommen orientiert, berücksichtigt es darüber hinaus den Wegfall der erwerbsbedingten Aufwendungen nach der Geburt durch einen Abzug. Dieser wird in Höhe eines Zwölftels des im Rahmen der Steuer zugunsten des berechtigten Elternteils berücksichtigten Arbeitnehmer-Pauschbetrags pauschaliert und beträgt knapp 77 Euro monatlich. Einmalzahlungen werden bei der Einkommensermittlung nicht berücksichtigt.

Zu beachten ist aber:
Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet.

Ausgehend von 1625 € ermittelt sich damit ein Elterngeld in Höhe von 1251,25 €. Bitte beachten Sie, dass diese Berechnung nach meinem rechtlichen Beurteilung der bisher veröffentlichten Normen erfolt. Wie Eingangs dargestellt gibt es noch keine Erfahrungswert oder Bezugsfälle.

Mit freundlichen Grüssen

RA Oliver Martin


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