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Elektronische Dienstleistung, Kunde in Drittland

23.07.2017 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


Hallo,
ich habe eine Frage die sich auf meine derzeitige Situation bezieht.
Ich habe ein in Deutschland angemeldetes Gewerbe. Ich erwirtschafte, auf Bestellung (z.B. Kunde wünscht 100 der virtuellen Währung X), automatisch mit Hilfe meiner Computer und eventueller anderer notwendiger Systeme (z.B. Spielekonsolen) virtuelle Währungen für Onlinespiele. Diese virtuelle Währung lagert auf automatisch erstellen Spieleaccounts. Meine Kunden, alle samt chinesische Unternehmen, zahlen mir nun einen Betrag und erhalten im Gegenzug Zugang zu dem Spieleaccount um über die virtuelle Währung verfügen zu können um diese an Endkunden zu verkaufen. Ich erhalte mein Geld ausschließlich China über Paypal. Meiner Meinung nach ist dies eine elektronische Dienstleistung auf die keine Mehrwertsteuer für mich anfällt. Ist das so korrekt oder liege ich daneben?
Wenn ich daneben liege, wie müsste der Sachverhalt aussehen damit ich sicher sein kann das hier eine elektronische Dienstleistung vorliegt für die ich keine Mehrwertsteuer abzuführen habe?

Liebe Grüße

25.07.2017 | 10:36

Antwort

von


(84)
Zweinaundorferstrasse 1
04318 Leipzig
Tel: 01778640758
Tel: 034197475372
Web: http://www.kanzlei-vicky-neubert.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bisher galten bei der Umsatzbesteuerung von
„ -Telekommunikationsdienstleistungen,
„ -Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sowie
„ -elektronisch erbrachten Dienstleistungen" (§ 3a UStG: Ort der sonstigen Leistung )
für im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer unterschiedliche Regelungen in Abhängigkeit davon, ob diese an einen
„ Endverbraucher (Business to Consumer, B2C) oder an einen Unternehmer (Business to Business, B2B erbracht wurden. Mit dem „Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer
steuerlicher Vorschriften" (Kroatienanpassungsgesetz) wurde dieses entsprechend einer EU-Vorgabe mit Wirkung ab 01.01.2015
geändert.

Wie aus vorherigen Ausführungen ersichtlich, handelt es sich bei dem Begriff um einen „Auffangtatbestand" für alle Leistungen, die auf elektronischem Weg erbracht werden:
Es handelt sich um „Dienstleistungen, die über das Internet oder ein ähnliches elektronisches Netz erbracht werden, deren
Erbringung aufgrund ihrer Art im Wesentlichen automatisiert und nur mit minimaler menschlicher Beteiligung erfolgt und ohne Informationstechnologie nicht möglich wäre" (Artikel 7 Abs. 1 MwStVO). „Kommunizieren Dienstleistungserbringer und Dienstleistungsempfänger über E-Mail miteinander, bedeutet dies allein noch nicht, dass die erbrachte Dienstleistung eine elektronisch erbrachte Dienstleistung wäre" (Artikel 58 MwStSystRL). Entscheidend bei der Zuordnung
ist die Form der Erbringung der Dienstleistung. So fällt die Möglichkeit des Software-Downloads unter diese Regelung, nicht
jedoch die – auch nach elektronischer Bestellung – erfolgte Auslieferung auf einer CD.

Elektronische Dienstleistung:
-Bereitstellung von Software (Apps)
und deren Aktualisierung
-Verschaffung der Möglichkeit für
Onlinespiele
-Bereitstellung von Bildern, Musik
und Texten (z. B. E-Books) etc. zur
Onlinenutzung und zum Download
-Bereitstellung von Websites, WebHosting
Fernwartung von Programmen und
Ausrüstungen
-Online Zurverfügungstellung von
Datenbanken etc.
-Fernunterricht mittels Onlinematerialien

Keine elektronische Dienstleistung:
-(Aus-) Lieferungen von Gegenständen
(CD-ROM, Druckerzeugnisse
etc.) nach elektronischer Bestellung
und Auftragsbearbeitung
-Telefon-Helpdesks, physische (offline)
Reparatur von EDV
-Fernunterricht per Post, Unterrichtsleistungen,
wobei ein Lehrer den
Unterricht über das Internet oder
Ähnliches erteilt
-Beratungsleistungen durch Steuerberater,
Rechtsanwälte usw. per
E-Mail

Ganz wichtig in Ihrem Fall ist die Frage, ob der Empfänger Ihrer Leistung ein Unternehmer oder eine Privatperson ist. Denn:

Ist der Leistungsempfänger ein Unternehmer, befindet sich der Ort der sonstigen Leistung gem. § 3a UStG: Ort der sonstigen Leistung ebenfalls im Land des Leistungsempfängers. In dieser Situation ist jedoch der Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer, sodass zwingend das Reverse-Charge-Verfahren anzuwenden ist.

So wie Sie es darstellen handelt es sich um Unternehmen, sodass Sie mit Ihrer Vermutung Recht haben. Sollten Sie jedoch einmal an einen Endverbraucher leisten, bedenken Sie bitte unbedingt, dass das steuerliche Konsequenzen für Sie mit sich bringt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.
Fachanwältin für Strafrecht

ANTWORT VON

(84)

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04318 Leipzig
Tel: 01778640758
Tel: 034197475372
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