Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Elektronik Arts Kontosperre, keine Auskunft über Personenbezogene Daten.

| 16.04.2020 18:19 |
Preis: 47,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


02:10
Am 04.03. wurde der Zugriff auf das Online Konto zu Battlefield 5 von EA gesperrt, auf meinem Konto wurden angeblich Cheat-Aktivitäten festgestellt, welches mir durch eine E-Mail mit Verlinkung auf die Nutzungsbestimmungen mitgeteilt wurde. Eine genaue Angabe, was genau mir vorgeworfen wird, erhalte ich nicht. Mehre über das von EA bereitgestellte Hilfesystem erstellte Fälle werden mit gleich aufgebauten Standardtexten beantwortet, die Account Sperre sei gerechtfertigt und entsprechend bleiben die Sanktionen bestehen. In der letzten und offenbar endgültigen Antwort auf die Anfrage was einem genau vorgeworfen wird, wird diese damit beantwortet, dass man keine Auskunft aufgrund von Wahrung der Geschäftsgeheimnisse über den Fall gibt. Eine Anfrage mit der Bitte mir nach DSGVO Abs. 15 meine personenbezogenen Daten auszuhändigen, die gespeichert und vermutlich für eine Auswertung herangezogen wurden, wurde auch nach über 30 Tagen nicht nachgekommen.

Ich habe daher zwei Anliegen:
a) Klärung ob man mit solchen Aussagen das Nutzungsrecht einfach einseitig durch Sperre des Accounts entziehen kann.
b) Zudem klären, inwieweit die nicht Herausgabe von personenbezogenen Daten sogar rechtliche Konsequenzen für EA hat.
16.04.2020 | 18:57

Antwort

von


(22)
Wichertstraße 67
10439 Berlin
Tel: +493022494512
Web: http://www.rechtsanwalt-epping.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu Ihrer ersten Frage:
Grundsätzlich ist eine Sperrung bei einem Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen möglich. Ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt, dass ist im Einzelfall zu prüfen. Gerade wenn der Anbieter keinen Grund angibt, sondern nur pauschal auf die Nutzungsbedingungen verweist, so besteht meines Erachtens ein Anspruch auf Freischaltung. Das gilt umso mehr, da der Anbieter Sie nicht angehörtet. Ich habe aktuell zwei ähnliche Verfahren (andere Anbieter als bei Ihnen) bei unterschiedlichen Gerichten anhängig.

Das Problem ist, dass die Gericht bis jetzt bei (Computer-) Spielen sehr zurückhaltend sind und keine Eilbedürftigkeit der Sache sehen. Insoweit muss man im schlechtesten Fall auf eine Entscheidung in der Hauptsache warten, was auch mal 1-2 Jahre dauern kann. In meiner Praxis haben die Spielehersteller aber bereits nach einigen Tagen (bis zu einem Monat) die Freischaltung aber wieder vorgenommen.

Zusammenfassend: sie haben einen Anspruch auf Freischaltung, wenn der Anbieter Sie nicht über den konkreten Grund informiert.

Zu Ihrer zweiten Frage:
Der Anbieter hat Ihnen die Auskunft zu erteilen. In Einzelfällen kann es für Unternehmen möglich sein, ein Auskunftsersuchen wegen eines unverhältnismäßigen Aufwands zu verweigern. Dies wird aber nur in engen Grenzen und mit einer ausführlichen Begründung im Einzelfall möglich sein. Dabei wird der vertretbare Aufwand für Unternehmen (z.B. Kosten, Zeit und Arbeitskräfte) mit dem Schutzbedarf des Betroffenen (z.B. Sensibilität der Daten) ansteigen.
Darüber müsste das Unternehmen aber sie jedenfalls informieren. Gar nicht antworten kann es nicht.

In der Folge ist ein Verstoß oder ein Versäumnis der Auskunftspflicht ein Verstoß gegen die DSGVO. Geschieht dies gehäuft oder regelmäßig, kann eine Behörde ein Bußgeld verhängen. Sie können diesen Vorgang dem Datenschutzbeauftragten Ihres Landes mitteilen, der dies dann wohlmöglich verfolgen wird.

Außerdem können Betroffene Schadensersatz verlangen, wenn ihnen durch die fehlerhafte oder ausbleibende Auskunft Schäden entstanden sind. Das ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich, weil Sie nachweisen müssten, dass ein konkreter Schaden entstanden ist und gerade auf dem Datenschutzverstoß beruht.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und hoffe, dass sie alsbald wieder freigeschaltet werden.
Sollten Sie weitere Fragen haben oder Hilfe benötigen, so kommen Sie gerne erneut auf mich zu.

Herzlichste Grüße
Michael Epping


Rechtsanwalt Michael Epping

Rückfrage vom Fragesteller 16.04.2020 | 19:08

Hallo Herr Epping,

danke für die Schnelle Antwort. Der Fall gestaltet sich leider so, dass ich keinerlei Möglichkeiten habe meinen Fall erneut zu öffnen, sondern dass die Fälle einfach mit dem folgenden Text geschlossen werden:

Hallo,
vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich der verhängten Sanktion gegen Ihren Account.
Alle Untersuchungen zu diesem Thema wurden bereits durchgeführt. Die verhängten Sanktionen werden nicht von Ihrem Account entfernt.
Wir betrachten diese Angelegenheit als abgeschlossen und dies als unsere letzte Korrespondenz zu diesem Thema.

Entsprechend muss ich einen anderen Weg bestreiten, würden Sie mich ggf. in dem Fall vertreten? Mir ist bewusst, dass der Streitwert eigentlich gering ist. Allerdings ist das für mich wie eine Brandmarkung, denn ich spiele seit 22 Jahren unter dem gleichen Name und habe darüber auch viele soziale Kontakte. In 2 Jahren wird das Spiel vermutlich eh nicht mehr aktuell sein, allerdings sehe ich nicht ein, warum ich zu unrecht gesperrt wurde und ein solcher Konzern macht was es will.

Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.04.2020 | 02:10

Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Tatsächlich kenne ich dieses Problem, insbesondere, dass die Spiele irgendwann auch nicht mehr aktuell sind. Entscheidend kommt es aber auch auf die Nutzungsbedingungen von EA an. Nach meiner Erfahrung heben die Unternehmen die "dauerhafte" Sperre nach ca. 1 Monat wieder auf.

Grundsätzlich würde ich Sie in der Sache auch vertreten. Schreiben Sie mir gerne eine Email und ich schaue mir die Sache gerne im Detail an. Relevant wären insbesondere die Sperr- und weitere Mitteilung von EA. Über alles sprechen wir dann am Besten nach der Sichtung der Unterlagen.

Herzlichste Grüße
Michael Epping

Bewertung des Fragestellers 16.04.2020 | 19:04

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Michael Epping »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.04.2020
5/5,0

ANTWORT VON

(22)

Wichertstraße 67
10439 Berlin
Tel: +493022494512
Web: http://www.rechtsanwalt-epping.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gewerblicher Rechtsschutz, Markenrecht, Urheberrecht, Medienrecht, Internet und Computerrecht, Schadensersatzrecht, Wettbewerbsrecht, Vertragsrecht