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Elektriker stellt Rechnung nach Schwarzarbeit


28.11.2016 09:43 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben das folgende Problem.
Mein Mann Herr T hat seinem Cousin Herrn G Geld geliehen. Leider ohne dies schriftlich festzuhalten. Herr G ist nebenberuflich Elektriker. Nachdem wir uns ein Haus gekauft haben, hat Herr G.seine Schulden per Arbeit abgelten wollen. Während der Renovierungsphase hat er wieder Geld haben wollen im voraus, weil er wieder im Geldnot war. Nach langer Überlegung, hat mein Mann mit ihm mündlich vereinbart ,dass Herr G für diese Summe die Wohnetage komplett mit Elektrik ausbaut, bis die letzte Steckdose montiert ist.
Währenddessen hat Herr G. auch die Heizung montiert wofür er extra bezahlt worden. Insgesamt erhielt Herr G 7330 € von Herrn T.in Bar. Herr G hat nie eine Rechnung gegeben. Wir haben im July 2016 ihn unterschreiben lassen, dass er diesen Betrag bekommen hatte.

Wir haben ihn gebeten nur die Arbeitszeiten aufzuschreiben, die er im Untergeschoss und Keller arbeitet, nachdem wir eine Abmachung hatten.
Er kam letzte Woche auf uns zu uns forderte 2700 € obwohl er nur 70 Stunden aufgeschrieben hatte. Sein Stundensatz betrug bisher wie abgemacht 25€...
Er kam am 22.11.16 gegen Mittag bei uns im Haus vorbei.Nachdem wir uns verweigert haben ihm diese Summe zu zahlen, hat er durchgedreht. Er ist in den Keller gerannt, hat seine Werkzeuge gepackt und zum Schluss die provisorische angebrachte Stromkabel ( die eine Verbindung von dem alten Zählerkasten zum neuen darstellt )aus den Zählerkasten rausgerissen, und die Kabel durchgeschnitten. Es kam zu einem Kurzschluss mit der Folge das unser komplette Haus ohne Strom blieb. Weder der Fußbodenheizung noch andere Geräte funktionierten. Herr G.hat mich Frau T.gegen der Wand geschubst mit Gewalt als ich ihn aufgefordert habe,aufzuhören, so dass ich an der Hüfte eine Hämatom erlitten habe. Die Verletzung habe ich fotografiert. Mein Mann und Kleinkind lagen währenddessen mit Magen-Darm Infektion im Bett.
Er ist mit seinem Vater, der ihn abgeholt hatte, weggefahren.
Wir haben eine Firma für Elektrotechnik angerufen, die noch an dem gleichen Nachmittag die meisten Schaden behoben haben, das Haus wieder mit Strom versorgt. Der Elektriker hat grobe Fahrlässigkeit festgestellt und uns mitgeteilt das bei einem gleichzeitigen Gebrauch sämtlichen Elektrogeräten hätte es jeder Zeit zum Kurzschluss kommen können, dadurch das ganze Haus abbrennen können. Herr G hat sämtliche Leitungen nicht ordnungsgemäß installiert.
Am 27.11.16 kam ein Brief per Anschreiben von Herrn G mit einer Rechnung(datiert 22.11) ,in der er für 77 Stunden 46 € plus Mwst. verlangt.

Jetzt möchten wir wissen welche Rechte wir ihm gegenüber haben. Herr G. hat keinen Vertrag, Vereinbarung mit uns schriftlich unterschrieben. Es gab auch nie ein Angebot seinerseits.

Für die Hilfe bin ich sehr dankbar.

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Sehr geehrte Mandanten,

vielen Dank für Ihre Beratungsanfrage. Gerne möchte ich diese wie folgt beantworten:

Letztendlich ist die Angelegenheit nach Ihrer Schilderung rechtlich gesehen klar, fraglich ist eher die Beweissituation.

Rechtlich gesehen hat Ihr Mann mit seinem Cousin einen Darlehensvertrag abgeschlossen, als dieser ihm das Geld geliehen hat. Es ist zwar zum Nachweis darüber, was (Höhe der Zahlung, wann und wie soll zurückgezahlt werden) geleistet werden muss besser, dies schriftlich festzuhalten. Gültig ist dieses Darlehen aber auch bei einer nur mündlichen Absprache.
Sobald es dann allerdings zu Auseinandersetzungen kommt - was aktuell der Fall zu sein scheint - müssen Sie und Ihr Mann dies natürlich nachweisen können.
Möglich ist ein solcher Nachweis außer mit einem schriftlichen Vertrag auch mit Zeugenaussagen. Falls also jemand, eventuell auch Sie selbst, dabei gewesen sein sollte, als Ihr Mann seinem Cousin das Geld übergeben hat, wäre dies ein zulässiger Beweis.

Sodann gilt umgekehrt auch für die Rechnung des Cousins dasselbe: Die geltend gemachte Höhe, also 46 € statt 25 € pro Stunde muss er nachweisen können.
Auch hier kann eine mündliche Absprache ausreichen. Wenn Sie allerdings dabei waren und bestätigen können, dass 25 € vereinbart waren, kann er auch nur diese abrechnen.

Gegen die dementsprechend bereits zu reduzierende Rechnung können Sie und Ihr Mann nun wiederum eine Aufrechnung geltend machen: Zum Einen können Sie den als Darlehen übergebenen Geldbetrag gegenrechnen, zum Anderen können Sie Schadensersatz in Form der Rechnung des ersatzweise beauftragten Elektrikerunternehmens geltend machen.
Ich gehe davon aus, dass von der Forderung des Cousins dann nichts mehr übrig bleiben wird und dieser vielmehr noch an Sie etwas zahlen muss.

Ich empfehle Ihnen daher, die Zahlen entsprechend schriftlich aufzustellen und ihn unter Setzung einer Frist zur Zahlung aufzufordern. Damit Sie nachweisen können, dass Sie dieser Brief auch erreicht hat, empfiehlt es sich, diesen Brief als Einwurf-Einschreiben zu versenden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit eine erste Einschätzung der Rechtslage ermöglichen konnte und stehe für eventuelle Rückfragen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2016 | 11:56

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Wir haben noch weitere Fragen.

Der Elektriker hat seine Stunden immer und auch etwas schlampig aufgeschrieben. Sind diese Aufzeichnungen überhaupt gültig wenn es nicht von uns tageweise abgenommen wurde? Wie kann er beweisen dass er 70/77 Stunden gearbeitet hat?
Nachdem er im July einen Zettel unterschrieben hat, dass er 7330 € in bar erhalten hat, also ohne Rechnung, gab also zu schwarz gearbeitet zu haben.
Kann er überhaupt weitere Arbeitsstunden auf nachträgliche Rechnung ausstellen? Er war am 22.11.im Haus und seine Rechnung wurde auf den gleichen Tag ausgestellt. Es kam aber erst am 27.11.an.
Wie kann man ihn dazu bringen die Rechnung zurückzuziehen?
Kann man den Elektriker anhand der Beweise für die Schaden, Körperverletzung und Hausfriedensbruch anklagen? Welche Folgen hat es für ihn ? Soll man ihn wegen Schwarzarbeit anzeigen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2016 | 12:17

Sehr geehrte Mandanten,

Ihre Vermutung ist schon ganz korrekt: Natürlich muss der Elektriker nachweisen, dass er die in Rechnung gestellten Stunden auch tatsächlich gearbeitet hat. Wenn Sie die Anzahl der Stunden aber bestreiten, wird er in Beweisnot geraten und kann diese vermutlich nicht nachweisen.

Eine nachträgliche Rechnung kann er zwar erstellen, es ergibt sich aber das oben genannte Problem. Da die Rechnung, wenn auch spät, erstellt worden ist, dürfte sich eine Anzeige wegen Schwarzarbeit nicht lohnen.

Wie bereits beschrieben, können Sie für die aufgewendeten Kosten für das zweite Unternehmen Schadensersatz von ihm verlangen, ja. Diesen muss er dann an Sie zahlen und kann keine Abrechnung in dieser Höhe erstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

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