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Elektriker ohne meister!


02.06.2007 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Guten Tag, ich besitze eine Firma und arbeite hauptsächlich im Innenausbau bereich. In der Gewerbeanmeldung habe ich aber zusätzlich auch hausmeister servie eintragen lassen um flexibel zu sein.
Gelernt habe ich Elektroinstallateur und diese Ausbildung auch korrekt abgeschlossen. Arbeitete danach ein Jahr in diesem Beruf als Baustellenleiter.
Nun meine Frage ich habe ein Angebot bekommen eine Kleine Wohnung ab Unterverteilung neu zu installieren. Also nur die normal standartinstallation. Daher ich ja keinen Meister habe bringt das sicherlich Probleme mit sich?!
Nun meine Fragen, in wie weit kann ich Elektroarbeiten ausführen ohne Meisterbrief. Und wie ist es wenn ich die ausgeführten Arbeiten von einem Meisterbetrieb abnehmen lassen würde? Mit Prüfprotokoll...
Ich meine ich hab schon hunderte wohnungen und häuser installiert und kenne die technischen Ausführunglinien.
Solche Arbeiten sollen natürlich nicht zur Regel werden, aber wenn ich das Angebot schonmal bekommen hab.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Nach § 1 Abs. 1 der Handwerksordnung (HWO) ist der selbständige Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks als stehendes Gewerbe nur den in der Handwerksrolle eingetragenen natürlichen und juristischen Personen und Personengesellschaften gestattet. Ab welchem Zeitpunkt gelegentlich ausgeführte Arbeiten die Qualität eines selbstständigen Gewerbes erhalten, ist nicht immer an der Quantität der bereits durchgeführten Aufträge zu bestimmen. Da Sie aber selbst angeben, bereits hunderte Wohnungen und Häuser installiert zu haben, dürfte an einer selbstständigen Tätigkeit kein echter Zweifel bestehen.

Anlage A der HWO bezeichnet die nach § 1 Abs. 2 HWO zulassungspflichtigen Handwerke. Die von Ihnen aufgeführten Arbeiten sind hiervon umfasst und dürfen von Ihnen daher nur ausgeführt werden, wenn Sie in der Handwerksrolle eingetragen sind. Andernfalls handeln Sie nach § 117 Abs. 1 Nr. 1 HWO ordnungswidrig. Diese Ordnungswidrigkeit kann nach § 117 Abs. 2 HWO mit einer Geldbuße bis zu EUR 10.000,00 geahndet werden.

Weiterhin riskieren Sie eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung eines in die Handwerksrolle eingetragenen Meisters, da die HWO insoweit auch zugunsten der anderen Wettbewerber wirkt.

Insoweit helfen auch „Umgehungsmodelle“ meist nichts, da Sie die Arbeiten ja auch dann ausführen, wenn die ausgeführten Arbeiten von einem Meisterbetrieb „abgenommen“ werden.

Sie können jedoch - soweit Sie eine Meisterprüfung nicht ablegen wollen oder können - eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Insoweit zitiere ich § 8 Abs. 1 HWO wie folgt:

„In Ausnahmefällen ist eine Bewilligung zur Eintragung in die Handwerksrolle (Ausnahmebewilligung) zu erteilen, wenn die zur selbständigen Ausübung des von dem Antragsteller zu betreibenden Handwerks notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten nachgewiesen sind; dabei sind auch seine bisherigen beruflichen Erfahrungen und Tätigkeiten zu berücksichtigen. Ein Ausnahmefall liegt vor, wenn die Ablegung der Meisterprüfung zum Zeitpunkt der Antragstellung oder danach für ihn eine unzumutbare Belastung bedeuten würde. Ein Ausnahmefall liegt auch dann vor, wenn der Antragsteller eine Prüfung auf Grund einer nach § 42 Abs. 2 dieses Gesetzes oder § 46 Abs. 2, § 81 Abs. 4 oder § 95 Abs. 4 des Berufsbildungsgesetzes erlassenen Rechtsverordnung bestanden hat, die in wesentlichen fachlichen Punkten mit der Meisterprüfung für ein Gewerbe der Anlage A übereinstimmt.“

Es muss also ein Ausnahmegrund vorliegen und der Nachweis meisterähnlicher Fähigkeiten sowohl in praktischer (Berufserfahrung) als auch in theoretischer Hinsicht (z.B. rechtliche und kaufmännische Kenntnisse) erbracht werden.

Inwieweit diese Voraussetzungen bei Ihnen vorliegen, kann ich anhand Ihrer Angaben aus der Ferne nicht beurteilen. Sie sollten sich hier ggf. weiter anwaltlich beraten lassen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass bei dieser Vorgehensweise weitere Kosten für die Beratung anfallen.

Gerne bin ich auch bereit, die weitere Vertretung und Beratung in der Angelegenheit für Sie zu übernehmen. Sie können mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

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Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
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