Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Einzelwirtschaftsplan in einer WEG

| 23.10.2011 11:39 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias F. Schell


In einer Wohnanlage mit 10 Eigentumswpohnungen habe ich die Kellerräume als Verkaufslager erworben. ( Gewerbeimmobilie )

Vom Verwalter der Wohnanlage bekomme ich die Einzelwirtschaftspläne der Wohnanlage mit dem gleichen Verteilerschlüssel der Wohnungen, obwohl ich keine Wohniung sondern eine Gewerbeimmobilie im Keller des Hauses besitze.
Die Verteilung des "Hausgeldes" wird hier über die m2- Zahl umgelegt.
Da der Kellerraum viel größer ist als die Wohnungen, ( 156 m2 )soll ich die Kosten der
Versicherungen, Müllgebühren, allgemeine Stromkosten, Hausreinigung Treppenhaus,( obwohl ich einen eigenen Kellereingang habe ) Gartenpflege, Anwalts- und Gerichtskosten sowie Bankgebühren nach m2 zaglen.

Muß hier nicht zwischen Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien grundsätzlich unterschieden werden?

Mit freundlichen Grüßen
W. Peters

Sehr geehrte Fragesteller/Ratssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes als ERST-Beratung gerne wie folgt beantworte:

Eine Eigentumswohnung ist eine abgeschlossene Einheit, die aufgrund eines Aufteilungsplans zur Nutzung als Wohnung oder als Geschäftsraum bestimmt ist und innerhalb einer aus mehreren Einheiten bestehenden Wohnungseigentumsanlage besteht.

Der Kostenverteilungsschlüssel dient der Verteilung der laufenden oder im besonderen Fall aufzubringenden Kosten. Der Kostenverteilungsschlüssel ist in der Regel Bestandteil der Teilungserklärung; ist dies nicht der Fall, so wird die Verteilung nach Miteigentumsanteilen vorgenommen (§ 16 Abs. 2 WEG ). Der Verteilungsschlüssel ist grundsätzlich verbindlich, auch wenn er von einem Wohnungseigentümer oder von dem Verwalter generell oder im Einzelfall als unbillig angesehen wird.

Da gemäß § 16 Abs. 2 WEG die Lasten grundsätzlich nach dem Verhältnis der Miteigentumsanteile zu verteilen sind, sofern nicht in der Gemeinschaftsordnung etwas anderes wirksam vereinbart ist, ist in Ihrem Fall die Verteilung des "Hausgeldes" über die qm-Zahl somit nicht zu beanstanden. Eine Differenzierung zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilie ist gemäß der Eingangs geschilderte Definition der Eigentumswohnung ("Wohnung oder Geschäftsraum")nicht erforderlich, so lange keine Änderung des Umlageschlüssel durch Mehrheitsbeschluss nach § 16 Abs. 3 WEG erfolgt.

Ausblick:

Da der Kostenverteilungsschlüssel regelmäßig Bestandteil der Teilungserklärung ist, ist dieser durch einstimmigen Beschluss oder durch Vereinbarung aller Wohnungseigentümer abänderbar.

Wollen Sie bzw. die Miteigentümer eine Änderung des Verteilerschlüssels, kann dieses nur im Wege einer Vereinbarung geschehen. Durch die Reform des Wohnungseigentumsgesetzes ist es nunmehr nach dem neu eingefügten § 16 Abs. 3 WEG möglich, den Verteilerschlüssel hinsichtlich der Betriebskosten des gemeinschaftlichen oder des Sondereigentums bereits durch eine Stimmenmehrheit zu verändern. Voraussetzung ist lediglich, dass der gewählte Verteilerschlüssel ordnungsgemäßer Verwaltung entspricht.

Nach der Rechtsprechung besteht sogar ein Anspruch auf Änderung des Kostenverteilungsschlüssels, wenn wegen außergewöhnlicher Umstände ein Festhalten an dem geltenden Verteilungsschlüssel grob unbillig wäre und deshalb gegen Treu und Glauben verstoßen würde.

Gegebenenfalls empfehle ich daher, auf eine entsprechende Änderung des Umlageschlüssel durch Mehrheitsbeschluss hinzuwirken. (Hinweis: Eine rückwirkende Änderung des Umlageschlüssels entspricht nach § 16 Abs. 3 WEG in der Regel nicht den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Verwaltung.)

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen als rechtliche Orientierung im Rahmen der Erstberatung weitergeholfen.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Bitte beachten Sie, dass meine Ausführungen nur eine erste rechtliche Einschätzung auf der Grundlage Ihrer Angaben darstellen können. Der Umfang meiner Beratung ist dabei durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt. Die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Mathias F. Schell, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 25.10.2011 | 23:02

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich hätte gern eine individuellere Antwort erhalten als Auszüge aus dem WEG-Gesetz."
Stellungnahme vom Anwalt:
Bitte beachten Sie, dass sich der Umfang der Beantwortung der Fragen immer an den von Ihnen erteilten Informationen und am ausgelobten Einsatz orientieren. Die Antworten stellen nur eine erste rechtliche Einschätzung im Rahmen der ERST(!)-BERATUNG dar, um einen ersten Überblick in der Sache zu verschaffen.

Sofern Sie eine – über die ERST-Beratung hinaus gehende - individuelle Beratung wünschen, sollten Sie eine Direktfrage wählen und den Einsatz in Bezug zu Ihrem wirtschaftlichen Interesse erhöhen, um das von Ihnen gewünschte Ziel erreichen zu können.